Waldbesitzer ist sicher: „Das war ein Racheakt“

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Nur noch Schrottwert: Die Schranke wurde mitsamt Fundamenten aus dem Boden gerissen und verbogen. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Hans Glöckler glaubt an einen Racheakt. Der Dortmunder, dem seit rund drei Jahren ein Waldgebiet oberhalb der Einsaler Walzwerke gehört, hat in den vergangenen Tagen feststellen müssen, dass die Doppelgemeinde nicht die heile Welt ist, die er erwartet hat.

Am Freitagnachmittag stieß er zunächst auf eine völlig demolierte Schranke, die noch bis Donnerstagnachmittag Unbefugten die Zufahrt zu seinem Wald versperrt hatte (wir berichteten), keine 24 Stunden später entdeckte er, dass auch einer seiner Hochsitze demoliert worden war.

„Die Schranke muss jemand mit schwerem Gerät aus dem Boden gerissen haben“, vermutet Glöckler. Reifenspuren am Ort des Geschehens untermauern diese These, außerdem ist das stabile Stahlrohr gehörig verbogen. Der Waldbesitzer hat auch einen Verdacht, wer dahinter stecken könnte. „Der nutzt die Wege durch meinen Wald als Abkürzung“, behauptet er. Allerdings ist das schwerlich zu beweisen, zumal die Spuren im Bereich der Schranke inzwischen verwischt sind.

Deutlich frischer sind die Reifenabdrücke an der Stelle, wo bis vor wenigen Tagen der Hochsitz gestanden hat. Glöckler vermutet, dass derselbe Verursacher für dessen Beschädigung infrage kommt. „Das sind dieselben Reifenspuren“, sagt der Waldbesitzer, „und die ziehen sich auch bis auf den Wixberg hinauf.“ Dass auch bei der Demontage des Hochsitzes ein starkes Fahrzeug, möglicherweise ein Schlepper mit Allradantrieb und Frontlader, zum Einsatz gekommen ist, liegt nahe. Denn der Hochsitz wurde nicht einfach umgeworfen, sondern noch einige hundert Meter weit weggefahren und dann in eine Böschung geworfen. „So etwas machen keine Tierschützer“, schließt Glöckler aus, dass es dem Täter hier um die Ächtung des Jagens ging. „Das war ein Racheakt“, steht für ihn fest.

Etwa 3000 Euro beträgt der Schaden, der Hans Glöckler entstanden ist. Zwar hat er bei der Polizei Anzeige erstattet, doch er hat den Eindruck, dass die Beamten die Suche nach dem Täter nicht mit Nachdruck betreiben. Deshalb hat Glöckler auch eine Belohnung ausgesetzt. „10 000 Euro“, soll derjenige erhalten, der Hinweise liefert, den Täter dingfest zu machen. Eine außerordentlich hohe Summe für einen solchen Fall von Vandalismus. Glöckler hofft, „dass jemand plaudert“ und er dem Täter auf die Spur kommt. „Solchen Leuten muss man das Handwerk legen“, will er nicht klein beigeben. Hinweise nimmt die Polizei in Altena (Tel. 0 23 52/9 19 90) entgegen. ▪ Volker Griese

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