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Ukrainerin sammelt in Nachrodt für Hilfstransport

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Sonja Hammerschmidt (Mitte) unterstützt Valentina Rodzaivska (links) und Anna Mukomela , die einen Hilfstransport in die Ukraine organisieren und um Spenden bitten.
Sonja Hammerschmidt (Mitte) unterstützt Valentina Rodzaivska (links) und Anna Mukomela , die einen Hilfstransport in die Ukraine organisieren und um Spenden bitten. © Fischer-Bolz, Susanne

Hilfe für ukrainische Soldaten und für verletzte Zivilisten: Die soll es jetzt aus Nachrodt geben. Eine Ukrainerin, die mit ihrer Familie in Nachrodt Obhut gefunden hat, möchte einen Hilfstransport organisieren.

Nachrodt-Wiblingwerde – Sie überschlägt sich vor Dankbarkeit und hat Angst, irgendjemanden in ihrer Rede zu vergessen. „Wir fühlen uns sicher hier, dürfen durchatmen, ‘runterkommen. Danke an alle“, sagt Anna Mukomela. Doch die Ukrainerin hat noch ein ganz besonderes Anliegen: Sie möchte einen Hilfstransport in ihre Heimat organisieren. Von Nachrodt aus. Im Mittelpunkt steht die Hilfe für ukrainische Soldaten und für verletzte Zivilisten.

„Wir müssen zusammenstehen“

„Wir können nicht einfach hier warten, dass es irgendwann vorbei ist. Wir müssen uns gegenseitig helfen, alle zusammenstehen. Ukrainische Soldaten brauchen Medikamente“, erzählt Anna Mukomela. Eine Freundin aus Polen übernimmt mit ihrem Mann den Transport und will mit einem Van über Berlin nach Nachrodt fahren, um die Spenden einzusammeln. Dann geht es nach Lwiw. Dort wartet ein befreundetet Soldat, der ihnen auch die Liste der wichtigsten Hilfsgüter geschickt hatte. Anna Mukomela möchte folgende Dinge gerne sammeln und bittet um Spenden: Herrensocken (keine kurzen), Zahnpasta, Zahnbürsten, Rasierzeug, Seife, Schmerzmittel (Nurofen, Ibu, Aspirin), elastische Binden, Stauschläuche, sogenannte Tourniquet, blutstillende Verbände. „Damit können die Soldaten auch verletzten Zivilisten helfen, da es keine Ärzte vor Ort gibt“, erzählt die Ukrainerin. Die Spenden möchte sie in ihrer Wohnung am Friedhofsweg 9a sammeln. Bei Fragen kann man sie auch per Whatsapp erreichen: 0171 5519717. Mit einer Übersetzungs-App oder auch auf Englisch ist eine Unterhaltung problemlos möglich. Auch Sonja Hammerschmidt, die die Ukrainerinnen in Nachrodt unterstützt und sich mit ihnen angefreundet hat, hilft, wo sie kann. Auch sie steht für Fragen zur Verfügung: 0174/3940718. Die Spenden sollen bis zum 19. Mai abgegeben werden, dann kommt der Transporter.

„Das Leben kann schnell vorbei sein“

Seit dem 30. März lebt Anna Mukomela mit ihren beiden Kindern in der Gemeinde. Auch ihr Vater und ihre Schwester Valentina Rodzaivska, die ebenfalls zwei Kinder hat, haben in der Doppelgemeinde Obhut gefunden. Die Familie stammt aus Irpin. Die Stadt liegt etwa 27 Kilometer nordwestlich von Kiew. Annas Mann und ihre Schwiegermutter sind zu Hause geblieben, eine andere Schwester floh nach Estland. Jeden Morgen schickt die 28-Jährige ein Hallo über Social Media-Kanäle und wartet auf Antwort. Die Angst ist allgegenwärtig. Der Kontakt zu Familie und Freunden in der Ukraine ist so eng wie möglich. „Das Leben kann schnell vorbei sein. Das ist uns allen klar geworden“, sagt Anna Mukomela. Ihr Schwager bereitet sich gerade vor, in den Krieg zu ziehen.

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