TuS Nachrodt-Obstfeld packt ein unbequemes Thema an

Kassierer Axel Koch (links) und Vorsitzender Heinz-Joachim Even (rechts) wurden in ihren Ämtern bestätigt. Foto: Hornemann

Nachrodt-Wiblingwerde - Beim TuS Nachrodt-Obstfeld ist zwar noch nie ein unsittlicher Übergriff gemeldet worden, doch der Verein hat vorgesorgt. Der Vorsitzende Heinz-Joachim Even machte es bei der Jahreshauptversammlung zum Thema Nummer eins.

Vier Übungsleiter des Vereins haben ein Seminar besucht, das Vereine für sexualisierte Gewalt im Sport sensibilisiert. Vorsitzender Heinz-Joachim Even holte die Teilnehmer in der Jahreshauptversammlung am Sonntag nach vorn. Denn über das unbequeme Thema sollte jeder im Verein Bescheid wissen.

Neben der Seminarurkunde überreichte der Vorsitzende, der selbst auch teilgenommen hat, auch einen Piccolo an Sara Hertel, Sabrina Kasch und Sebastian Even. Nicht nur sie haben sich im vergangenen Geschäftsjahr für guten Sport im TuS eingesetzt, sondern auch alle anderen Übungsleiter.

Die Abteilung für Leichtathletik und Turnen begrüßte nicht nur zahlreiche Besucher bei den Übungsstunden, sondern auch führte auch 64 Mitglieder zum Sportabzeichen. Den Sportabzeichentag will der TuS wiederholen. Die erschwerten Bedingungen für Sportler sollen nicht abschrecken: Die TuS-Mitglieder stehen den Sportinteressierten wieder motivierend zur Seite, wenn der Verein am Fornleichnamstag, 19. Juni, wieder zum Sportabzeichentag einlädt. Und sie richten in diesem Jahr das Bezirksturnfest aus, für das noch Helfer gesucht werden.

Als lohnenswert erwiesen hat es sich im vergangenen Jahr, mit den Nachrodter Kindergärten zusammenzuarbeiten. Das Familienzentrum Nachrodt-Mitte nimmt mit Begeisterung an einem Nordic Walking-Kursus unter TuS-Anleitung teil. Nicht nur die Familien werden dabei fit, sondern zwei Erzieherinnen schlossen sich dem TuS als Übungsleiterinnen an.

Die Badminton-Abteilung, aus der sich zwei Mannschaften in der Bezirks- und eine in der Kreisliga halten konnten, strebt für dieses Jahr eine Schul-Kooperation an. Solche Projekte stärken die Beteiligung des Sportvereins an der Aktion ,,1000 mal 1000”. Erfüllt der TuS die von der Aktion vorgegebenen Kriterien, darf er auf 1000 Euro Zuschuss hoffen.

Hervorragend gut ist die Zusammenarbeit mit der Hohenlimburger Übungsleiterin Claudia Henseler angelaufen, die soeben den neuen Zumba-Kursus beendet hat. 40 Anmeldungen für eine neue Runde zwischen Ostern und Sommerferien liegen bereits vor. Auch der Nordic-Walking-Kursus erfreut sich konstanter Beliebtheit und der TuS strebt weitere Angebote an, die nicht nur Mitglieder ansprechen dürften.

Die werden – wie in fast allen Vereinen – immer weniger, wie Kassierer Axel Koch in seinem Bericht zur Sprache brachte. 85 sprangen im vergangenen Jahr ab. Dazu hatte nicht nur die Beitragserhöhung geführt, sondern auch der Zeitmangel vieler Schüler, die es durch verlängerte Unterrichtszeiten einfach nicht mehr zum Sport schaffen.

Da hatten die Mitglieder, die Heinz-Joachim Even zur Ehrung einbestellt hatte, mehr Glück: Mit 60 Jahren ist Herbert Ferreau eines der langjährigsten aktiven Mitglieder im Verein. 40 Jahre machen Renate und Marc Röbbecke schon mit und Axel Heinrich blickt in diesen Tagen auf 25-jährige Mitgliedschaft zurück. Ein besonderes Jubiläum feiert Peter Joergens: Er ist seit 50 Jahren Übungsleiter beim TuS.

Es könnte aber sein, dass er und alle anderen Funktionäre in diesem Jahr einmal aussetzen: Heinz-Joachim Even will sich an der Aktion ,,Ein Tag ohne Ehrenamt” beteiligen. Dieser Tag dient dazu, Gesellschaft und Politik zu zeigen, wie viel im Land durch bürgerschaftliches Engagement läuft – und wie wenig ohne. - Ina Hornemann

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