Übung: Löschen und Suche von Vermissten

Für den Nebelschleier steckten sich die Wehrleute Gefrierbeutel unter die Schutzbrillen.

WIBLINGWERRDE ▪ Die Wehrleitung der Freiwilligen Feuerwehr Nachrodt-Wiblingwerde ist sehr zufrieden mit dem Ausgang der Übung, die am Samstagnachmittag an und in der Erholungs- und Tagungsstätte Auf dem Ahorn stattgefunden hat. „Unsere Leute haben alle Ziele erreicht, die wir vorgegeben haben“, resümierte Gemeindebrandinspektor Michael Kling.

Und die waren am Samstag hoch gesteckt. Denn sowohl von der Örtlichkeit wie auch vom Ablauf der Übung wurden die Blauröcke richtig gefordert. Wer die Erholungs- und Tagungsstätte kennt, weiß, dass sie sehr abgelegen und einsam mitten im Wald liegt. Das Szenario: Bei einer Reparatur der Heizungsanlage war durch eine Gasverpuffung ein Feuer ausgebrochen. An mehreren Stellen im gesamten Gebäude wüteten Folgebrände. Vier bis sechs Bewohner des Hauses sowie der Monteur wurden vermisst.

Schon der Weg zum Ahorn stellte eine Herausforderung für die Wehr dar. Denn es war gar nicht so leicht, die großen und vor allen Dingen breiten Einsatzfahrzeuge über die schmalen Straßen zum Ziel zu bringen. Insgesamt waren dann zehn Fahrzeuge vor Ort. Neben den Tanklöschfahrzeugen, dem Gerätewagen und dem Hilfeleistungslöschfahrzeug wurde auch der neue Mannschaftstransportwagen der Jugendfeuerwehr eingesetzt.

Besetzt waren sie mit 45 Wehrleuten. Sie hatten die unterschiedlichsten Aufgaben zu erfüllen. Während ein Teil der Einsatzkräfte die Wasserversorgung aufbaute, betraten die ersten Trupps unter schwerem Atemgerät das Gebäude. Sie bekämpften die Flammen und suchten nach den vermissten Personen. Da das Gebäude aber sehr groß ist, wurden die Lösch- und Rettungsarbeiten gleichzeitig von der Vorder- und der Rückseite durchgeführt. Die außerhalb des Gebäudes tätigen Löschkräfte mussten darauf achten, dass sie ihre Kameraden im Gebäude dabei nicht gefährdeten. Ständiger Funkkontakt war so unerlässlich. Das von außen zugeführte Löschwasser erhitzt sich zwangsläufig und könnte dann bei den im Haus tätigen Rettungskräften zu schweren Verletzungen führen.

Die Einsatzleitung ließ sich noch eine zusätzliche Aufgabe einfallen und gab sie über Funk weiter: „Ein Atemschutztrupp, bestehend aus zwei Mann, ist vom Einsatz nicht zurückgekehrt und muss gesucht und gefunden werden.“ Kehr Problem für die Nachrodter Wehr, in Rekordzeit wurde diese Aufgabe gelöst.

Für den größten Teil der Einsatzkräfte ging die Übung schon an die Substanz. Das galt insbesondere für die Atemschutzträger, die der extremen Wärme ihrer Schutzkleidung ausgesetzt waren. Für sie kam noch erschwerend hinzu, dass ihre Masken mit Kunststofffolien bedeckt wurden, um die Sicht zu erschweren. Durch diese doch simple Maßnahme konnte allerdings ein realitätsnaher Effekt erzielt werden, ähnlich wie ein Rauchschleier.

Die Übung zeigte aber auch, dass die Zusammenarbeit der einzelnen Löschgruppen und Löschzüge funktioniert. „Um uns zu vergewissern, dass unsere Wehr Hand in Hand zusammen arbeiten kann, haben wir diese Übung gemacht“, so Kling. Er habe allen Grund, zufrieden zu sein. Denn der Einsatz sei ein großer Erfolg gewesen, so Kling weiter. ▪ Hartwig Bröer

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