Ü-Eier einmal ganz anders

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Derzeit ist Marion Pletzer damit beschäftigt, zwei Putenküken aufzuziehen. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Es ist schon ein Phänomen: Überraschungs-Eier (Kurzform Ü-Eier) mag fast jeder. Ob das nun an der Schokolade liegt, die diese ovalen Produkte umgibt oder eben an der „Überraschung“, die sich im Inneren des Eis verbirgt. Möglicherweise an beidem.

Auch Marion Pletzer aus Wiblingwerde liebt Ü-Eier. Sie haben ebenfalls eine ovale Form und beeinhalten darüber hinaus auch eine Überraschung. Allerdings der ganz anderen Art. Denn Pletzer verbindet ihre Liebe zum Huhn mit der Liebe zum Ei. So züchtet sie – aus reiner Liebhaberei – verschiedene Hühnerrassen. „Im Moment habe ich Wyandotten und Bielefelder Kennhühner“, sagt die Züchterin. Aber sie sei nicht festgelegt. Sie finde alle Rassen schön und würde daher auch keiner den Vorzug geben. Es komme vor, so Pletzer, dass sie von einem Züchter Bruteier kaufen würde. Die daraus entstehenden Küken werden in einem Brutkasten ausgebrütet, nach dem Schlupf zu den anderen Hühnern gegeben und wachsen dort auf. Nun könne es aber durchaus sein, dass sich ein nicht reinrassiger Hahn mit einer reinrassigen Henne paare. Das wiederum hätte zur Folge, dass ein so genannter Mischling entstehe.

Pletzer weiß beim Einsammeln der Eier nicht, welche Henne welches Ei gelegt habe und welcher ihrer insgesamt neun vorhandenen Hähne daran „beteiligt“ gewesen sein könnte.

„Einen Teil der Eier essen wir natürlich selbst“, erklärte Pletzer. „Aber ein Großteil davon landet eben im Brutkasten.“ In den meisten Fällen seien die Tiere, die schlüpfen, auch reinrassig. Aber eben nicht immer.

Und daher ist die „Spannung“ jedes Mal groß. Welche Überraschung birgt denn nun eines dieser Eier? Das allerdings kann Pletzer erst längere Zeit nach dem Schlupf feststellen. Über einen Mischling freut sie sich jedenfalls immer am meisten. Die Tiere seien in der Regel richtig schön bunt befiedert. Und am Gefieder und auch am Kamm könne man zum Teil erkennen, welche zwei verschiedenen Rassen das Huhn – oder eben auch der Hahn – in sich vereinige.

Pletzer züchtet daher Hühner. Oder eben auch nicht. Sie lässt der Natur freien Lauf und freut sich über das Ergebnis. „Und weil ich eben nicht weiß, was aus den Eiern schlüpft, ist jedes Ei für mich ein Überraschungs-Ei.“ Derzeit ist sie damit beschäftigt, zwei Putenküken aufzuziehen. Sie hält diese beiden, kleinen Tiere noch unter Rotlicht. „Die sind erst vor einer Woche geschlüpft“, sagt Pletzer. „Aber die sind schon richtig schön gewachsen.“

Ob nun reinrassig oder nicht. Die Züchterin erfreut sich an ihren Tieren. „Ich finde das toll, wenn ich im Garten bin und das Gegacker hören kann“, sagt sie. Und irgendwie würden die Tiere in die Idylle passen, in der ihr Mann und sie leben. Ausserdem liebt Marion Pletzer Überraschungen. Und wenn sie sich dann noch an „Ü-Eiern“ erfreuen kann, ist die Welt auf dem Hof Leimbleck in Ordnung. ▪ hb

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