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Turnhalle Holensiepen: So sieht der Kompromiss für Umbau und Erweiterung aus

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Die Räume unterhalb der Turnhalle sollen saniert werden. Aber die SPD möchte den Schießclub nicht dort unterbringen.
Die Räume unterhalb der Turnhalle sollen saniert werden. © Fischer-Bolz, Susanne

„Einen Tod muss man sterben“, heißt es gern lapidar, wenn Kompromisse gefunden werden, diese dann aber nicht perfekt für alle sein können.

Im Fall der geplanten Sanierung und Erweiterung der Umkleidekabinen der Turnhalle Holensiepen, die in der Vergangenheit für heftigen Wirbel gesorgt hatte, muss der Kraftraum verkleinert werden. Er verliert einen Meter Fläche auf der ganzen Länge, damit es ausreichend Platz für den Schießstand geben und die Drei-Kabinen-Variante realisiert werden kann.

Heinz Even, Vorsitzender des TuS Nachrodt, und sein Stellvertreter Uwe Perlowsky gaben noch direkt während der Sitzung des Sportausschusses ihre Zustimmung dafür, wohl wissend, dass die Nutzer des Kraftraums wenig begeistert sein werden. „Das wird schon eng im Kraftraum“, gab Jan Schröder (SPD) zu bedenken. Doch nur mit der Verkleinerung des Kraftraums kann der Schießclub die vom ihm benötigte Fläche bekommen. In den Plänen fehlten wichtige 30 Zentimeter.

Großer Umbau mit zwei Etagen

Mit einer Enthaltung stimmten die Mitglieder des Sportausschusses für einen großen Umbau unter der Turnhalle Holensiepen mit einem Anbau über zwei Etagen. So können ein Ball- und Trikotlager und drei Kabinen geschaffen werden. Im Obergeschoss sollen Lagerflächen für die Turnhalle entstehen.

Diese Variante entspricht im Grundsatz der alten „großen Variante“ mit vier Kabinen, wofür es die erhofften Zuschüsse nicht gegeben hatte.

Kostenschätzung: 1,1 Millionen Euro

Im neuen Plan ist jetzt der Schießstand dabei und eine Kabine entfällt zugunsten des Ball- und Trikotlagers der Sportvereinigung. Kostenschätzung: 1,1 Millionen.

So weit, so schön und teuer. Doch fast hätte es zum Schluss noch Streit gegeben. Denn als es um den Bauzeitenplan für alle Projekte der Gemeinde ging, wurde klar, dass die Vorhaben nur Schritt für Schritt realisiert werden können. Der Schießclub soll direkt nach dem Abriss der Lennehalle unter die Turnhalle ziehen. Dazu muss aber nicht unbedingt die komplette Sanierung starten, es reichen die notwendigen Arbeiten, um den Schießstand einzurichten.

Spvgg macht Druck

Jan Schröder sah für die SpVgg „die Felle schwimmen“ und erklärte: „So schnell wie möglich sollte die Umkleidesanierung starten. Wenn die Lennehalle abgerissen wird, haben wir die Kabinen dort auch nicht mehr. Es muss alles parallel laufen.“ Der Schießclub bekomme jetzt sofort sein neues Zuhause, auf die Umkleidekabinen warte man schon seit fünf Jahren. „Könnt Ihr Fußballspielen ohne Umkleide? Das könnt Ihr. Wir können aber nicht schießen ohne Schießanlage“, erwiderte Stefan Herbel, 2. Vorsitzender des Schießclubs. Doch wie sieht die Finanzierung aus? „Es geht um Millionen“, so Bürgermeisterin Birgit Tupat. Man wisse noch nicht, wie der Haushalt 2023 aussehe.

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