Zug Kelleramt in Nachrodt

Trotz Corona: Schützen feiern Kronenabend

Startklar für den Kronenabend: (v.l.) Michael Funnemann, Samuel, Marvin Sassenscheidt, Fabian Heumann, Achim Bröcker und Zugführer Bernd Fischer mit den Kronen-Tüten.
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Startklar für den Kronenabend: (v.l.) Michael Funnemann, Samuel, Marvin Sassenscheidt, Fabian Heumann, Achim Bröcker und Zugführer Bernd Fischer mit den Kronen-Tüten.

Mit Fahnehissen, Knickebeinlied und Aspirin in der Tüte haben die Nachrodter Schützen gefeiert. Sie lassen sich die Feststimmung nicht verderben. Obwohl das große Schützenfest, das am ersten Juni-Wochenende in Altena steigen sollte, abgesagt wurde. Oder gerade deswegen...

Nachrodt-Wiblingwerde – Besser feiern und Prosecco genießen als Abwarten und Tee trinken: Mit dem Knickebeinlied, dem Hissen der Fahne und großer Wiedersehensfreude feierten die Schützen vom Kelleramt Zug 5 am Dienstagabend einen Online-Kronenabend. Per Zoom.

Ein tolles Ereignis mit einem Wermutstropfen: Denn eigentlich hätte am Freitag (3. Juni) das Schützenfest der Superlative der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft in Altena beginnen sollen. Eine Veranstaltung, die man nicht so schnell vergisst, wenn man einmal dabei war. Doch das Fest musste bekanntlich abgesagt und auf 2022 verschoben werden.

„Heiße Woche“ vor dem Schützenfest

Aber in der Versenkung wollten die Nachrodter Schützen trotzdem in diesem Jahr nicht verschwinden und waren dankbar für die „Light-Version“ des Kronenabends, die sich Zugführer Bernd Fischer hat einfallen lassen.

„Das wäre eigentlich unsere heiße Woche“, erzählt Spieß Achim Bröcker. Fahnenaufhängen, Girlandenbinden, Tannenschlagen und Tannensetzen für die Ehrenpforten, die Scheffe Michael Funnemann und Zugführer Bernd Fischer bekommen hätten, und, und, und. Die vorbereitende Zeit arbeitet auf das Fest hin, arbeitet auf den Kronenabend hin, mit dem das Schützenfest auf Zug-Ebene eingeläutet wird.

Tüte mit Piccolo, Bier, Bifi, Fähnchen und Aspirin

In Nachrodt ist das immer zwei Tage vor Fronleichnam. Statt dies schmerzlich zu vermissen wurden kurzerhand Kronen-Tüten für die 65 Schützen gepackt, damit sie für das Zoom-Fest ausgerüstet waren. Inge Westerwell hat das Befüllen der „Lunchpakete“ gern übernommen. So gab es zum Beispiel Bier und Piccolo, Bifi und Süßigkeiten, Schmuck von der letzten Krone, den Liedtext vom Knickebeinlied („Gäb’s kein Knickebein, gäb’s kein Vergnügen“), die Erklärung, wie man online mitmachen kann, ein Schützen-Fähnchen und als kleines Schmankerl eine Aspirin für den Tag danach.

Die Tüten wurden persönlich bereits am Montagabend (31. Mai) überbracht – und zwar von Michael Funnemann und seinem Sohn Samuel, Marvin Sassenscheidt, Fabian Heumann, Achim Bröcker und Bernd Fischer. Die beschenkten Schützen waren von der besonderen Aktion erfreut bis gerührt.

Schützen: „Menschen fehlt Geselligkeit“

Der einzige Zug außerhalb der Burgstadt ist einst aus den Zügen 3 und 4 Bahnhofstraße entstanden – in den 1960er Jahren. Es ist der jüngste Zug der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft – und einer, der sich wie alle anderen seit drei Jahren auf das Schützenfest freut.

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Königsparade der FWG Altena

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„Wenn es jedes Jahr gefeiert würde, hätte es wahrscheinlich nicht so einen Reiz. Aber so kommen alle nach drei Jahren wieder nach Hause“, sagt Achim Bröcker. In diesem Jahr nicht. „Den Menschen fehlt die Geselligkeit, sie wollen wieder etwas zusammen erleben“, erzählt Bernd Fischer, der sich mit der ungewöhnlichen Kronen-Tüten-Party bei all seinen Zugmitgliedern bedanken wollte. Denn alle sind dabei geblieben, es hat keine Abmeldung in der Pandemie gegeben.

Fahnehissen als Höhepunkt

Höhepunkt des Online-Abends war übrigens natürlich das Hissen der Schützenfahne im Garten von Bernd Fischer. Und da weht sie nun grün-weiß in elf Metern Höhe – als Vorbote für das Schützenfest 2022. In der Hoffnung, dass dann auch wirklich gefeiert werden kann. Für Bernd Fischer wird es dann das fünfte Fest als Zugführer.

Der Höhepunkt: Die grün-weiße Schützenfahne wurde im Garten von Zugführer Bernd Fischer gehisst.

Das Tolle an seiner Funktion erklärt er so: „Man kann relativ einfach viele unterschiedliche Menschen zusammenbringen, die Spaß zusammen haben.“ Der ist wie allerorts in den vergangenen Monaten aber viel zu kurz gekommen. Der Zug 5 trifft sich normalerweise an jedem ersten Freitag im ungeraden Monat zum Zug-Abend. Und vielleicht kann es bald wieder so sein. Alle Neuigkeiten rund um die Corona-Pandemie im MK lesen Sie in unserem News-Blog

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