Trockenheit setzt Brenscheider Ölmühle stark zu

+
Kleinod: die Brenscheider Ölmühle.

Wunderschön und verwunschen liegt die Brenscheider Ölmühle. Viele kennen sie gar nicht. Doch der Technik bekommt die Trockenheit nicht.

Nachrodt-Wiblingwerde – Wunderschön und verwunschen liegt die Brenscheider Ölmühle im Nahmertal. Die kleine Schwester der Kornmühle wirkt wie ein Märchenhaus. Das jahrhundertealte Bruchsteinhäuschen liegt mitten im Wald, die Schafe grasen im Garten, der Nahmer Bach plätschert vorbei. 

Viel ehrenamtliches Engagement steckt Peter Rehnert in die denkmalgeschützte Ölmühle. Er kümmert sich auch um die Schafe dort.

Dem AK gewährt Peter Rehnert einen seltenen Blick ins Innere. „Ich bin hier quasi groß geworden. Meine Eltern haben vor gut 60 Jahren die Pflege der Mühle im Ehrenamt übernommen, und heute mache ich das“, erzählt Rehnert. 

Führungen durch Ölmühle möglich

Was viele nicht wissen: Es gibt auch Führungen. Wer möchte, kann sich mit Peter Rehnert (Tel. 0 23 52/14 38) verabreden. Dann öffnet er die Tür und erklärt auf Wunsch auch einiges.

 „Früher war die Tür offen. Doch es wurde zu viel kaputt gemacht. Deswegen muss man sich für Führungen anmelden“, erzählt Rehnert. Das Interesse sei jedoch eher gering. Die meisten hätten nur die bekanntere Kornmühle im Blick. 

Alte Technik: Die Räder stehen durch die Trockenheit still, das bekommt ihnen nicht gut.

Ein weiteres Problem: „Die Bäche, die das Mühlrad antreiben, sind nun bereits im dritten Jahr trocken. Die Technik und die Bausubstanz leiden extrem unter der Trockenheit. Das Rad steht still und beginnt zu bröseln“, berichtet Rehnert. 

Hochsaison zur Rapsernte

1845, als Johann Dietrich von Hagen die Mühle baute, drehte sich das Mühlrad pausenlos. Das Wasser, das von den Bergen hinabfloss, setzte die Mühle in Gang. Hochsaison war während der Rapsernte. 

Die Aufgabe der Ölmühle bestand nämlich darin, Raps zu Öl zu verarbeiten. Das wurde aber nicht nur zum Kochen genutzt, sondern vor allem für Licht. 

„Der Raps gelangte zunächst in den Kollergang, ein rundes Holzbecken, in dem zwei senkrecht stehende Mahlsteine liefen und den Raps zu Brei zerquetschten“, erklärt Rehnert. 

Ohne Wasser läuft nichts

Die Technik in der Mühle ist zwar alt, aber komplex. Der Brei wurde in einer Pfanne, die auf einem Kanonenofen stand, erhitzt, in Leinenbeutel abgefüllt und in die Ölpresse gelegt. 

Mit zwei Stampfern wurde es schließlich herausgepresst und lief durch ein kleines Loch im Boden in einen Behälter. „Sowohl der Kollergang als auch die Stampfer wurden vom Wasserrad angetrieben. 

Alte Technik: Die Räder stehen durch die Trockenheit still, das bekommt ihnen nicht gut.

Ohne das Wasser steht hier alles still und geht kaputt“, erklärt Rehnert. Durch die industrielle Konkurrenz wurde die Mühle zu Beginn des 20. Jahrhunderts stillgelegt. „Nur im Ersten Weltkrieg wurde sie noch einmal reaktiviert. Durch die Hungersnot wurde von den Bauern wieder vermehrt Raps angebaut“, weiß Peter Rehnert. 

Mühle unter Denkmalschutz

Nach der Aufhebung der Lebensmittelrationierung und der Währungsreform wurde die Ölmühle 1923 endgültig stillgelegt und begann zu verfallen. 

In den 1950er-Jahren wurde die Mühle saniert und ging später in den Besitz des Kreises über. Seit den 1980er Jahren steht sie unter Denkmalschutz.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare