1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Nachrodt-Wiblingwerde

„Puuh, da wird einem ja übel“: In dieser MK-Kommune stinkt es nach faulen Eiern

Erstellt:

Von: Susanne Fischer-Bolz

Kommentare

Es stinkt zum Himmel in Nachrodt. Aufgrund der langen Trockenheit steht das Wasser im Kanal. Ralf Berger ist mit dem Kanalspülwagen unterwegs.
Es stinkt zum Himmel in Nachrodt. Aufgrund der langen Trockenheit steht das Wasser im Kanal. Ralf Berger ist mit dem Kanalspülwagen unterwegs. © Fischer-Bolz, Susanne

Es stank zum Himmel. Nach faulen Eiern. Spaziergänger, die ab Höhe des Amtshauses Richtung Nachrodter Hof spazierten, rümpften die Nase: „Puuh, da wird einem ja übel.“

Nachrodt-Wiblingwerde – Der Geruch kam direkt aus den Gullys an der B236. „Es liegt am Wetter. Die Mischwasserkanäle fallen recht schnell trocken, weil es keinen Niederschlag gibt. Durch die Wasserspülungen der Häuser ist natürlich eine gewisse Menge an Wasser da, aber es reicht offenbar nicht, um alles durchzuspülen“, erklärt Patrick Litz vom Abwasserwerk der Stadt Altena, der im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit auch für die Koordinierung und Planung des Kanalbetriebs in Nachrodt-Wiblingwerde zuständig ist.

„Geruchspatienten“

Und er handelte sofort, schickte Ralf Berger mit dem Kanal-Spülwagen nach Nachrodt, wo die „Geruchspatienten“ Hagener Straße und auch Von-Bodelschwingh-Straße behandelt wurden. Als Ralf Berger den Kanalschacht öffnete, sah er direkt das Dilemma: Wasser, das mehr oder weniger stand. Nur eine winzige Bewegung war zu erkennen. Dafür jede Menge Papierreste. Und ein „Duft“, der jedem in der Nähe die Sprache verschlug. Nicht aber Ralf Berger, den – seit 36 Jahren in diesem Job – geruchsmäßig nichts mehr erschüttern kann. Mit dem Spülwagen, der an einigen „markanten“ Stellen zum Beispiel an der Werdohler Straße oder am Stapel natürlich auch in Altena eingesetzt wird, möchte man also dem Problem Herr werden. „Wenn sich die Bürger melden, handeln wir und wir fahren auch selber Punkte an“, so Patrick Litz.

Die Versorgungsleitungen sind überirdisch nur neben der Lennebrücke zu sehen.
Die Versorgungsleitungen sind überirdisch nur neben der Lennebrücke zu sehen. © Fischer-Bolz, Susanne

11000 Liter Wasser an Bord

Der Spülwagen führt immer 11 000 Liter Wasser mit, 2000 reichten für die Von-Bodelschwingh-Straße. Die Methode: Schacht auf, Wasser hinein. Man kann aber auch mit einer Spüldüse vorgehen und den Kanal „durchsieben“, so dass Fäkalien entfernt werden. Kanäle werden mit Hochdruck gespült, das dafür verwendete Wasser und auch der Inhalt der Kanäle werden dann mit einem Saugrüssel abgesaugt und in den Aufbau geleitet. Dort werden Schlamm und Feststoffe separiert, damit das Wasser wiederverwendet werden kann. Gespült wird übrigens mit Wasser aus der Lenne. Für den Einsatz in Nachrodt hatte Ralf Berger am Obergraben „vollgetankt“. „Für eine Kanalspülung muss man kein Trinkwasser verschwenden“, sagt Ralf Berger, während er und Patrick Litz dringend auf Regen hoffen. Wenn es weiterhin trocken bleibt oder eben nicht genug Regen kommt, will man immer wieder nach dem Rechten gucken. Ein bisschen Niederschlag oder ein Platzregen reicht also nicht.

Weg des Kanals

Der Abwasserkanal liegt in der B236. Er kommt vom Netto und führt zur Kläranlage nach Letmathe und ist überirdisch neben der Lennebrücke als grünes Rohr zu erkennen. Am Nachrodter Hof „schwenkt“ er links auf ein Grundstück, wo sich ein Stauraumkanal befindet. Von dort geht es in gedrosselter Form weiter. Das gilt aber nur bei Starkregen, bei Trockenheit wird kein Wasser zurückgehalten.

Auch interessant

Kommentare