Große Einschränkungen

Mehrere Zwischenfälle bei Trauungen: Zwei Kommunen im MK ziehen die Reißleine

Zwei Überraschungs-Hochzeitsgäste stehen mit einem Band aus Herzen vor einem Hochzeitspaar, um diesem nach der standesamtlichen Trauung im Römer mit großem Abstand zu gratulieren. Vielen Paaren hat das Coronavirus einen Strich durch die Hochzeitsplanung gemacht.
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Vielen Paaren hat das Coronavirus einen Strich durch die Hochzeitsplanung gemacht. Es gelten Einschränkungen - und in zwei Kommunen im MK werden die jetzt noch größer. (Symbolbild)

Unschöne Vorfälle soll es in Zeiten der Pandemie gegeben haben. Das hat jetzt Konsequenzen vom „Standesamt Untere Lenne“. Heiraten wird für Paare noch schwieriger.

Nachrodt/Altena – Viele Paare warten auf bessere Zeiten. Andere haben das Warten satt, hatten ihre Hochzeit bereits im vergangenen Jahr verschoben und wollen sich jetzt endlich das Ja-Wort geben. Heiraten in Zeiten der Corona-Pandemie ist möglich, aber mit sehr großen Einschränkungen verbunden.

LandkreisMärkischer Kreis
BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner412.120 (2019)

Mehrere Zwischenfälle bei Trauungen: Zwei Kommunen im MK ziehen die Reißleine

Jetzt kommt noch eine dazu: In Altena und Nachrodt werden zukünftig keine Ambiente-Trauungen mehr durchgeführt. Aufgrund unschöner Vorfälle werden vom „Standesamt Untere Lenne“, das für beide Kommunen zuständig ist, bis zum Ende der Pandemie heiratswillige Paare nur noch im Nachrodter Amtshaus und im Altenaer Rathaus getraut.

In der Heimatstube Wiblingwerde, im Schlosshotel Holzrichter, im Gasthof Spelsberg, in der Burg Holtzbrinck oder auf der Burg Altena können sich Liebende eigentlich ebenfalls das Ja-Wort geben. Ein Angebot, das sehr gern genutzt wird. Doch augenscheinlich wurde die Corona-Schutzverordnung dabei nicht nur einmal ignoriert. Es gab Paare, die mit einem ganzen Tross anreisten.

Und eben diese zahlreichen Hochzeitsgäste zeigten dabei eins ums andere Mal wenig Verständnis für die aktuellen Bestimmungen. „Wir streichen die Ambiente-Trauungen nicht, wir bieten nur aktuell keine mehr an. Die bereits terminierten und zugesagten Trauungen werden aber noch durchgeführt“, sagt Sebastian Putz und ergänzt: „Die Verantwortlichen der Ambiente-Trauorte haben uns angesprochen und darum gebeten.“

Mehrere Zwischenfälle bei Trauungen im MK - künftig nur noch Schreibtisch-Trauungen

So gibt es zukünftig nur noch die Schreibtisch-Trauungen. „Bedanken“ können sich dafür alle Paare bei einigen wenigen, die auf ihre Hochzeitsschar nicht verzichten wollten. „Es ist natürlich schöner, im Kaminzimmer zu heiraten als am Besprechungstisch der Bürgermeisterin“, weiß Sebastian Putz. Und so waren die schönen Trau-Orte sehr gefragt, so fanden kaum Trauungen im Amtshaus oder Rathaus statt. Das wird sich nun ändern.

Die Standesbeamtinnen des Standesamtes Untere Lenne: Sandra Stübner-Koslowski, Sylke Kettendorf und Sabine Ermster (v.l.).

Tatsächlich gibt es zwar weniger Hochzeiten aufgrund der Pandemie, aber die Zahl ist doch bemerkenswert: Vom 1. Dezember 2020 bis heute waren es 27, bis zum 30. November sind noch 59 geplant. Normalerweise sind es weit über 100 im Jahr.
Gründe für eine Hochzeit gibt es natürlich viele – nicht nur die Liebe. „Ich persönlich kenne ein Pärchen, das heiraten wollte, weil ein Kind unterwegs war“, sagt Sebastian Putz.

Trauung in Corona-Zeiten: Ohne Eltern, ohne Freunde - aber mit Masken

Und manch einem Paar macht es nichts aus, ganz allein vor den Standesbeamten zu treten: ohne Eltern, ohne Freunde, aber mit Masken auf den Nasen. „Das ist leider wichtig. Wenn man sich ausmalt, dass sich die Standesbeamten anstecken, dann kann ich 14 Tage das Standesamt schließen. Dann gibt es keine Geburtsurkunden, keine Sterbefallurkunden mehr,“ möchte sich Sebastian Putz diesen Fall gar nicht ausmalen. Übrigens: Auch die Trau-Reden, im Normalfall 20 bis 30 Minuten, sind verkürzt.

Bei allen Einschränkungen versuchen die Trau-Standesbeamten die Zeremonien so feierlich wie möglich zu machen. „Wir geben uns die größte Mühe, auch mit Kerzen und Blumen. Aber unter diesen Umständen ist man vom schönsten Tag im Leben doch etwas entfernt“, meint Sebastian Putz, dem manche Situationen selbst nahe gehen. „Ich habe letzte Woche ein Telefonat geführt.

Da kommen Eltern von weit her zur Hochzeit angereist. Die Frage war, ob sie nicht doch dabei sein dürfen. Ich kann das natürlich nachvollziehen, mir tut es unendlich leid. Aber es geht nicht. Es ist eine bedrückende und belastende Zeit.“

Im Standesamt „Untere Lenne“ gibt es neben den hauptamtlichen Standesbeamten eine Reihe von Traustandesbeamten, die die Eheschließungen vornehmen dürfen. Sie sind besonders bei den Samstags-Trauungen gefragt, für die es zehn festgelegte Termine im Jahr gibt. Oftmals sind die Trauungen an bis zu 25 Samstagen im Jahr, denn „wir möchten auch alle Wünsche erfüllen“, sagt Sebastian Putz.

Eingesetzt werden dann ein Eheschließungsbeamter und einer, der Bereitschaftsdienst hat, falls im Krankheitsfall jemand einspringen muss.

Neue Entwicklungen der Pandemielage im Märkischen Kreis lesen Sie in unserem Live-Ticker.

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