Baum des Jahres hat eine enorme Lebenserwartung

Die Baumpflanzung wurde begleitet durch das Bläsercorps Sauerland, das zum Hegering Altena gehört.

Nachrodt-Wiblingwerde - Großer Bahnhof für einen kleinen Baum. Am Waldlehrpfad am Lohagen ist am Freitag eine Traubeneiche gepflanzt worden - sie ist der Baum des Jahres. Die Kreisjägerschaft hat die Anpflanzung unter ihre Fittiche genommen und dafür gesorgt, dass dem Baum besonders viel Aufmerksamkeit zuteil wurde.

Denn so ein schönes „Geburtstagsständchen“ wie die Traubeneiche vom Lohagen, nämlich das „Baumlied“, das bekommt sicher nicht jeder Baum des Jahres anderenorts. Dafür sorgten die Mädchen und Jungen vom Waldkindergarten Wiblingwerde. Ein passendes Plätzchen für die Eiche hatte Karl Heinz Tacke ausgesucht. Es liegt nur etwa 50 Meter westlich der Wildblumenwiese am Einstieg zum Waldlehrpfad. Tacke pflanzte den Baum anschließend gemeinsam mit den Junioren vom Waldkindergarten.

Für die Märkische Kreisjägerschaft unterstrich die Vorsitzende Maria Watermann , dass es den Waidmännern keineswegs nur ums Jagen gehe. „Wichtig ist uns, aktiv in der Natur tätig zu sein.“ In Anspielung an das mögliche Alter einer Traubeneiche stellte Bundesabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser den Junioren ein kleines Rätsel: „Was ist tausend Jahre alt und kann euch jeden Tag begegnen?“ Die spontane Antwort „ein Dinosaurier“ war nicht ganz richtig, sorgte aber für Erheiterung in der Runde. Auch die beiden Landtagsabgeordneten Michael Scheffler und Torsten Schick waren zum Lohagen gekommen.

„Eichen kommen 300 Jahre, stehen 300 Jahre und vergehen 300 Jahre,“ heißt es im Volksmund. Damit ist eine Besonderheit der Trauben-Eiche (Quercus Petraea) bereits genannt: Ihre besonders hoher Lebenserwartung. Der Baum kann über 1000 Jahre alt werden.

Im Gegensatz zur Stiel-Eiche, die 1989 zum ersten „Baum des Jahres“ ausgerufen worden war, sind bei der Trauben-Eiche die Früchte fast ungestielt, eben „traubig“. Weitere Unterschiede zeigen die Blätter, hier besonders Ausbuchtung und Stiel-Länge.

In der Wuchsform unterscheiden sich alte Stiel- und Trauben-Eichen jedoch kaum. Beide beeindrucken im Alter durch eine mächtige breite Krone mit dicken Ästen. Die Trauben-Eiche neigt etwas mehr zum geraden Stamm, weshalb sie als Wirtschaftsholz oft höhere Preise erzielt.

Die Früchte, botanisch sind Eicheln übrigens Nüsse, fallen ab Oktober und sind nahrhaft für viele Tiere. Eichhörnchen oder Eichelhäher verbreiten sie durch die Anlage von Wintervorräten, von Wildschweinen werden sie untergewühlt. Haustiere, auch Schweine, fütterte man früher, indem man sie in den Wald trieb. „Auf den Eichen wachsen die besten Schinken“ heißt es manchmal auch heute noch. In Notzeiten hat man aus Eicheln Mehl und Kaffee-Ersatz hergestellt.

Thomas Keim

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