Wiblingwerder Kinder werden zu Zirkusartisten

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Carsten Reichelt zeigt der kleinen Luisa, wie sie sich ganz gefahrlos auf das furchteinflößende Fakirbrett legen kann. Dass dem Kunststücke ein einfaches physikalisches Prinzip zugrunde liegt, weiß das Mädchen ja noch nicht.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Der Evangelische Kindergarten an der Pastor-Landmann-Straße wird in dieser Woche zum Trainingscamp für kleine Artisten, das Evangelische Gemeindehaus in Wiblingwerde wird zur Zirkusmanege. Dahinter steckt der Hagener Kinder- und Jugendzirkus Quamboni, der mit den Mädchen und Jungen ein etwa 30-minütiges Programm einstudiert.

Quamboni ist eigentlich ein integrativer Zirkus für Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 17 Jahren, der seit fast 25 Jahren in Hagen jährliche Zirkuscamps durchführt. Nach Wiblingwerde ist er nun durch Vermittlung des Fördervereins des Evangelischen Kindergartens gekommen. Der besteht seit zehn Jahren und hat der Einrichtung das Zirkustraining gewissermaßen geschenkt.

Über besondere Fertigkeiten müssen die Kinder, die sich als Artisten versuchen, nicht verfügen. „Wichtig ist, dass die Kinder Spaß daran haben, denn das spiegelt sich hinterher in jeder Nummer, in jeder Bewegung wider“, betonte Carsten Reichelt, der den Kinder- und Jugend-Zirkus leitet. Zusammen mit seinen Kollegen Antoinette Rogenmoser und Roland Ortler versucht er seit Montag herauszufinden, welche Stärken und Fähigkeiten die Wiblingwerder Kinder haben, um sie in ein Zirkusprogramm einzuarbeiten. Dazu haben die Hagener Zirkustrainer die Kinder in drei Gruppen aufgeteilt, in denen sie Seillaufen, akrobatische Kunststücke und Jonglage lernen. „Die Akrobatik war natürlich besonders beliebt“, sagt Carsten Reichelt. Natürlich probiert er mit den kleinen Artisten keine halsbrecherischen Kunststücke aus. Vielmehr beschränkt sich das Training auf Darbietungen wie das Bilden menschlicher Pyramiden. „Dabei kommt es darauf an dass die Kinder Berührungsängste abbauen und lernen, sich auf ihre Partner zu verlassen“, erklärt Reichelt, der selbst einige Jahre Zirkuserfahrung als Jongleur und Akrobat gesammelt hat. Bei anderen Kunststücken stehe eher die Stärkung von Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen im Mittelpunkt. Das halbstündige Programm, dass die Kinder am Samstag, 17. November, ab 15 Uhr (Einlass: 14.30 Uhr) im Evangelischen Gemeindehaus ihren Eltern, Großeltern und Geschwistern präsentieren wollen, umfasst beispielsweise auch Scherbenlaufen und eine Fakirnummer.

Martina Fischer, Leiterin des Kindergartens, ist von der Arbeit mit dem Hagener Zirkus ganz begeistert. „Es ist ja nicht alltäglich, dass man solche Profis in der Einrichtung hat. Für die Kinder ist das zwar anstrengend, aber auch total aufregend“, hat sie an den ersten beiden Trainingstagen schon erfahren. Der Kindergarten hatte sich auch im Vorfeld schon mit dem Thema Zirkus beschäftigt. So haben die Mädchen und Jungen beispielsweise themenbezogene Bilderbücher angesehen und Bewegungsspiele kennen gelernt. Und die Kleinsten der Einrichtung, die noch nicht am Zirkusprogramm teilnehmen können, haben ein Lied einstudiert, das sie bei der Aufführung am Samstagnachmittag vortragen und so auch ihren Beitrag zum Programm leisten werden. ▪ Volker Griese

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