Tragkonstruktionen des Hauptsammlers auf Herz und Nieren geprüft / Korb schwenkt unter die Brücke

Brücke: Untersuchungen des Hauptsammlers

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Mit einem Spezialfahrzeug konnten die Untersuchungen unter der Brücke durchgeführt werden.

Nachrodt - Die Männer hingen unter der Lennebrücke: Es war durchaus nicht alltäglich, was am Sonntag in Nachrodt passierte. Die Tragkonstruktionen des Hauptsammlers wurden auf Herz und Nieren geprüft. Dabei kam ein Spezialfahrzeug zum Einsatz. Und: Die Baken, die aktuell auf der Brücke aufgestellt sind, um den Verkehr einspurig zu leiten, durften nicht einfach verschoben werden... „Ich hätte die Baken ja kurzerhand ein paar Meter weiter geschoben, aber das ist nicht erlaubt“, so Bauamtsleiter Dirk Röding, der am Sonntagmorgen die Untersuchungen an der Brücke begleitete.

 Es musste die entsprechende Firma „anrücken“, um die Baken zu verrücken. Denn recht viel Platz benötigte das Unterfahrgerät, das auch deshalb am Sonntag und nicht an einem Werktag zum Einsatz kam. So gab es kein Problem mit Schwerlastverkehr. Unterwegs im Korb, der es mithilfe eines Schwenkarmes auch unter die Brücke schaffte, war Diplom-Ingenieur Ismail Keskin von der Firma Löschmann und Partner.

Untersucht wurden die Tragkonstruktionen des Mischwasserkanals nach losen Teilen, nach Korrosionsschäden und nach Problemen bei den verschweißten Verbindungen beispielsweise. Alle Bauteile wurden abschließend mit einer Zustandsnote (von 1 bis 4) versehen, alle Schäden mit Fotos dokumentiert. Drei Dinge standen bei der Untersuchung im Mittelpunkt der Betrachtung: die Standsicherheit, die Verkehrssicherheit und die Dauerhaftigkeit. 2015, bei der letzten Untersuchung, gab es die Note 2,9. „Das war eher nicht berauschend“, so Dirk Röding. Und die Probleme, die vor drei Jahren gefunden wurden, waren zwar nicht dramatisch, doch haben sie sich weder in Luft aufgelöst, noch wurden sie behoben – weil die Hoffnung im Raum stand, dass endlich mit dem Bau der neuen Brücke begonnen würde.

„Aber wir können es uns nicht leisten, noch mal drei Jahre nichts zu tun“, so Dirk Röding. Bei genauer Betrachtung ist es nicht nur ein Rohr, das unter der Lennebrücke „hängt“. Das untere Rohr ist der Mischwasserkanal, darüber liegt eine Gasleitung, darüber eine Open-Grid-Leitung (Ferngas), daneben gibt es eine Wasserleitung (Trinkwasser). Der Mischwasserkanal transportiert Regen und Schmutzwasser zur Kläranlage nach Letmathe. Er kommt vom Getränkemarkt und läuft bis zur Hagener Straße 150 und geht ab da unter der Lenne durch in einem Düker (Unterquerung des Flusses) und endet dort in einem Kanal der Stadt Iserlohn.

Die Ergebnisse der Untersuchung werden in ein paar Wochen feststehen. Haben sich die Schäden verschlimmert? „Bislang war die Situation noch akzeptabel, es bestand keine Gefahr.“ Wenn die neue Brücke gebaut wird, soll der Kanal in einem Düker verschwinden – mit einem Stromkabel der Stadtwerke Iserlohn. In einem zweiten Düker soll dann nur die Ferngasleitung untergebracht werden. Man benötigt zwei Düker, weil das Stromkabel und die Ferngasleitung nicht miteinander verträglich sind. Ende September soll es nun eine Bürgerbeteiligung geben, bei der alle Planungen rund um die Brücke vorgestellt werden sollen.

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