Gute Aussichten trotz 20.000-Euro-Finanzlücke

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Der 2. Vorsitzende Christian Pohlmann dankte Sabine Karisch für ihren Einsatz für das Gartenhallenbad.

Nachrodt-Wiblingwerde - Es sieht gut aus für das Gartenhallenbad: „Wir haben ein Defizit von 320 000 Euro auf 80 000 Euro reduzieren können”, erklärte die Vorsitzende des Trägervereins, Sabine Karisch, am Dienstag während der Jahreshauptversammlung.

Jenes fünfstellige Defizit ist der Betriebskostenzuschuss, den die Gemeinde dem Trägerverein noch bis 2015 zugesagt hat. Das ist die einzige Summe, die der Trägerverein nicht selbst erwirtschaftet hat.

Bei 80 000 Euro Zuschuss wird es aber wohl nicht bleiben: Aller Voraussicht nach wird die Gemeinde ihren Zuschuss auf 60 000 Euro reduzieren, um ihrem Ziel, bis 2016 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können, schrittweise näher zu kommen.

Roland Wachtmeister, Kassenwart des Trägervereins, hat die fehlenden 20 000 Euro bereits in seine Haushaltsaufstellung für das neue Geschäftsjahr einkalkuliert. Eine Lösung zum Ausgleich könnte sein, noch mehr Kurse anzubieten. In diesem Bereich sind noch nicht alle Kapazitäten ausgeschöpft. Übungsleiter, die interessante Angebote machen können, sind deshalb aufgerufen, sich zu melden.

Zudem kann der Betreiberverein in diesem Jahr Landesfördermittel in Höhe von 17 000 Euro beantragen. Auch Einnahmen aus dem sich noch in der Entstehung befindenden Sauna-Betrieb hat Roland Wachtmeister schon mitgerechnet. Insgesamt 203 700 Euro Einnahmen stehen im Haushaltsplan für 2014 Ausgaben in gleicher Höhe gegenüber. „Klappt alles, können wir weitermachen“, erklärte Sabine Karisch den Mitgliedern.

In ihrem Rückblick erläuterte Karisch ihre Motivation für die Gründung des Betreibervereins: „In dieses Bad sind unser aller Steuergelder eingeflossen. Die Bürger haben es verdient, dass es erhalten bleibt. Und es haben sich Leute gefunden, die es wagen wollten. Denen bin ich, denen ist der gesamte Vorstand sehr dankbar!”

Im ersten Jahr als Betreiber hat der Verein es geschafft, den Betrieb von null auf hundert wieder hochzufahren. „Als wir angefangen haben, gab es keinen Kursus. Heute haben wir wöchentlich 20. Sogar nachts wird das Bad von einer Tauchergruppe genutzt”, berichtete Karisch. Zudem habe sich weit über die Gemeindegrenzen hinaus ein entscheidender Vorteil des Nachrodter Bads herumgesprochen: Das Becken ist über eine Treppe erreichbar, was für gehbehinderte Menschen ein entscheidender Vorteil ist. „Im Herbst schließt das Aquamathe für anderthalb bis zwei Jahre. Wir haben jetzt schon Anfragen von Gruppen, die in dieser Zeit zu uns kommen wollen, weil unser Bad so gut zugänglich ist”, erklärte die Vorsitzende.

Die Vorstandsmitglieder und ehrenamtlichen Helfer suchen allerdings noch Unterstützung, um die vielen kleinen Aufgaben, die im Tagesbetrieb anfallen, auf mehrere Schultern zu verteilen. Dazu zählen die Wasseraufsicht, die Personalplanung, die Betreuung von Internet, W-Lan und Telefon und die Sponsorenakquise. Dem Trägerverein wäre schon geholfen, wenn regelmäßige Kursusteilnehmer sich bereit erklärten, Kursgebühren in bar einzukassieren. „Toll wäre es auch, wenn wir jemanden finden würden, der sich mit Technik und Chemie auskennt“, so Karisch.

Für ihren Einsatz dankte ihr Christian Pohlmann in der Jahreshauptversammlung mit Blumen. Auch Roland Wachtmeister würdigte die Arbeit der Vereinsvorsitzenden: „Dein ehrenamtliches Arbeitspensum kommt dem einer Halbtagsstelle gleich. Ich danke Dir auch im Namen von 20 000 Gästen, die sich jährlich an unserem Gartenhallenbad erfreuen!” - Ina Hornemann

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