1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Nachrodt-Wiblingwerde

Keine Kampfabstimmung: Sabine Karisch bleibt Vorsitzende

Erstellt:

Von: Susanne Fischer-Bolz

Kommentare

Sabine Karisch (rechts) wurde mit 38 Ja-Stimmen und vier Enthaltungen erneut zur Vorsitzenden des Trägervereins Gartenhallenbad gewählt.
Sabine Karisch (rechts) wurde mit 38 Ja-Stimmen und vier Enthaltungen erneut zur Vorsitzenden des Trägervereins Gartenhallenbad gewählt. © Fischer-Bolz, Susanne

Sollte sich jemand gewundert haben? Es gab weder eine Kampfabstimmung noch interessierte Nachfragen: Stattdessen wurde Sabine Karisch am Dienstagabend mit überwältigender Zustimmung erneut zur Vorsitzenden des Trägervereins Gartenhallenbad gewählt. Allerdings...

Nachrodt-Wiblingwerde – Ihre bisherigen Mitstreiter dagegen, Christian Pohlmann und Roland Wachtmeister, stellten sich nicht erneut zur Wahl. Warum nicht? Das wurde zumindest nicht öffentlich besprochen. „Ich trete nicht gegen Sabine an“, meinte Christian Pohlmann nur. Neuer 2. Vorsitzender ist Daniel Heyermann, zur Kassiererin wurde Ingrid Ladwein gewählt, Schriftführerin ist nun Janina Jochheim und Johannes Fischer kümmert sich weiterhin um die Technik im Bad. Als Kassenprüfer für zwei Jahre fungiert Beate Schmidt, für ein Jahr Sonja Hammerschmidt.

Einig bei allen Abstimmungen waren sich die Mitglieder des Trägervereins Gartenhallenbad während der Jahreshauptversammlung.
Einig bei allen Abstimmungen waren sich die Mitglieder des Trägervereins Gartenhallenbad während der Jahreshauptversammlung. © Fischer-Bolz, Susanne

Vor ein paar Wochen hatte Sabine Karisch verkündet, die Reißleine ziehen zu wollen. Nach zehnjährigem Herz-und-Seele-Einsatz für das Schwimmbad schien die Kraft geschwunden. Christian Pohlmann wollte in die Bresche springen. Es folgten interne Gespräche, Diskussionen im erweiterten Vorstand und schließlich nun der offizielle Rückzug – allerdings nicht von Sabine Karisch, sondern von den anderen beiden Vorstandsmitgliedern.

Eine geheime Wahl

Die 42 Mitglieder des Trägervereins, die zur Jahreshauptversammlung in die Sekundarschule gekommen waren, nahmen dies offenbar gelassen zur Kenntnis. Sabine Karisch wurde in geheimer Wahl mit 38 Ja-Stimmen und vier Enthaltungen als einzige Kandidatin gewählt. Bei den anderen Abstimmungen verzichtete man auf „Zettelwirtschaft“.

Finanziell gut aufgestellt

Finanziell ist der Trägerverein blendend aufgestellt. Trotz einer Badschließung aufgrund von Corona, starken Schutzmaßnahmen und vielen Monaten, in denen der öffentliche Betrieb ruhte, konnten von 2019 bis 2021 jeweils Gewinne erzielt werden. Kurse, Eintrittsgelder, Weitermietung an DLRG, TuS und Schulen sowie der Betriebskostenzuschuss der Gemeinde, Zuschüsse vom Landes- und Kreissportbund als auch Spenden schafften es, die Ausgaben vom Personal bis zur Versicherung und Wasseruntersuchungen zu übertreffen. So standen im vergangenen Jahr beispielsweise 185 296 Euro Einnahmen den 153 257 Euro Ausgaben gegenüber.

Wassertemperatur bleibt bei 30 Grad

Was alle Mitglieder des Trägervereins – und das sind übrigens insgesamt 250 – wissen wollten und die Herzen bewegt, sind die Themen Energie und die Sanierung des Schwimmbades. Denn während Bäder ringsherum an allen Ecken und Enden sparen, die Temperaturen auf 26 Grad ‘runterfahren und auf Babyschwimmen verzichten, geht der Trägerverein andere Wege und bleibt bei konstant 30 Grad. „Wir haben eine starke Lobby, weil wir so viele Kurse haben. Das ist jetzt unser Vorteil, auch wenn man den Bürger manchmal ärgert, weil er nicht einfach immer ins Wasser kann“, so Sabine Karisch, die ergänzte: „Wir bilden Nichtschwimmer zu Schwimmern aus und retten Leben.“ Wenn man die Temperatur senke, würden viele nicht mehr kommen können. Rauf und runterfahren sei zudem schwieriger als die Temperatur zu halten. Womit man rechne müsse: „Bevor die Einsaler Walzwerke schließen, muss das Bad schließen.“ Doch zunächst wolle man weitermachen wie bisher. Ein Problem sind im Moment einige Duschen, die nicht gut auszustellen sind.

Sanierung startet im Frühjahr

Im Frühjahr 2023, so der Bauzeitenplan, wird der umfangreiche Umbau beginnen und voraussichtlich acht Monate dauern. Und auch das heiß ersehnte Edelstahlbecken, so meinte Christian Pohlmann, wird eingebaut. Für die Dach- und Fassadenarbeiten wird zeitnah ein Gerüst aufgestellt. Die Besucher können bis zum Frühjahr ohne Einschränkungen das Bad nutzen, bevor es mit den zur Verfügung stehenden 2,3 Millionen Euro an Fördermitteln für die nächsten 20 Jahre gesichert sein soll.

Auch interessant

Kommentare