Tierisches Silvester mit der Familie im Stall

Landwirte wissen: Wenn es draußen knallt, heißt es Ruhe bewahren

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Die Futterstellen wurden von den Schweinen angenommen.

Nachrodt-Wiblingwerde - Wenn es draußen knallt und die Menschen das bunte Feuerwerk bewundern, miteinander anstoßen und einfach nur fröhlich sind, herrscht bei den Tieren Ausnahmezustand. Klar, dass die Landwirte zu dieser Zeit lieber bei ihren Vierbeinern sind.

„Also wir achten darauf, dass natürlich alle Tiere im Stall sind und auch alle Türen geschlossen sind. Sonst lassen wir die schon einmal auf, wenn das Wetter es zulässt. Aber Silvester versuchen wir, den Stall etwas schalldichter zu machen“, erklärt Landwirt Martin Hohage. 

Der Jahreswechsel sei schon ein Ausnahmezustand. „Es gibt solche und solche Kühe. Die einen haben Angst, andere warten einfach, dass es vorbei geht. Wilde Panik bricht aber in der Regel nicht aus“, erklärt er. Dennoch ist es ihm wichtig, um Mitternacht nach den Tieren zu gucken. „Ernste Zwischenfälle hatten wir noch nicht. Meist ist es ruhiger als man denkt. Aber wir haben unseren Hof ja auch nicht mitten im Wohngebiet“, so Hohage.

Die Rehe zogen sich in die Dickungen zurück.

Als noch stressempfindlicher als Kühe gelten Schweine. Dass sie tot umfallen bei Stress sei aber nicht wahr. „Mittlerweile sind die Züchtungen schon so, dass sie Stress besser aushalten. Aber so viel bekommen die Tiere auch gar nicht mit von der Knallerei“, erklärt Landwirtin Regina Bräuer-Weustermann aus Brenscheid. 

Natürlich sei es an Silvester durchaus mal etwas unruhiger im Stall, aber von wilder Panik könne nicht die Rede sein. Der Vorteil sei, dass im Stall immer ein gewisser Geräuschpegel herrsche. „Durch die Gruppendynamik schlafen nie alle Tiere gleichzeitig. Einige sind immer wach und passen auf. Das heißt, sie nutzen das Spielzeug, laufen umher und machen halt Geräusche“, erklärt Bräuer-Weustermann. Aber auch sie schaut um Mitternacht immer noch einmal nach ihren Schweinen.

In einen geschützten Stall können sich die Wildtiere nicht zurück ziehen. „Ich denke dass, die Tiere das Knallen nicht einordnen können. Aber wilde Panik wird es nicht geben, da die Feuerwerke weit weg sind von den Tieren“, sagt Förster Christof Schäfer. Er sei gestern an einer Futterstelle gewesen, die offensichtlich normal angenommen worden sei. „Das zeigt, dass sie trotz Silvester da waren. Auch kann ich nicht sagen, dass ich an Neujahr schon einmal mehr verletzte Tiere gefunden hätte, was auf eine wildere Rennerei im Wald hindeuten könnte.“ Schäfer vermutet, dass sich die Tiere in die Dickungen zurück ziehen und abwarten bis es vorbei ist.

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