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Tierische Begegnungen: Hof im MK bietet Kindern besonderes Erlebnis

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Von: Lydia Schmitz-Machelett

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Bürsten hat das Kälbchen gern: Marlene (3) hat keine Scheu und kommt dem Tier im Stall von Regina Weustermann und ihrer Familie ganz nah.
Bürsten hat das Kälbchen gern: Marlene (3) hat keine Scheu und kommt dem Tier im Stall von Regina Weustermann und ihrer Familie ganz nah. © Schmitz-Machelett

Es gibt auch im MK und Sauerland Kinder, die noch nie zuvor eine Kuh oder ein Schwein gesehen haben. Dem will eine Landwirtin im MK entgegenwirken - und hat sich ein besonderes Angebot ausgedacht.

Marlene (3) und ihr Freund Lennard (4) sind schon ziemlich aufgeregt. Auf sie wartet ein besonderer Ausflug. Es geht auf einen echten Bauernhof. Kühe streicheln und Geschichten hören stehen auf dem Programm. Ziel ist der Hof von Regina Weustermann in Brenscheid (Nachrodt-Wiblingwerde).

Dort gibt es seit einigen Wochen pädagogische Angebote für Kinder. Dick eingepackt in wasserfeste Matschsachen und Gummistiefel steigen die Kleinen aus dem Auto. Als Dorfkinder wissen die beiden, dass man auf einem Bauernhof auch mal dreckig werden und richtig gekleidet viel unbeschwerter alles entdecken kann. „Wir haben auch schon Kinder mit Leggings und weißen Turnschuhen hier gehabt“, erzählt die Hofbesitzerin.

Schweine müssen sich hinten anstellen

Während sie erzählt, entdecken die Kinder bereits den Hof. Marlene steht vor dem Auslauf der Schweine. „Die haben Streit. Das braune, kleine Schwein wird immer geschubst“, ruft sie entsetzt. Sie hat Mitleid mit dem „Opfer“, das scheinbar nur schlecht an die Kraftfutterstation kommt. „Die Schweine haben eine Rangordnung. Und dieses Schwein ist halt einfach noch nicht dran und muss sich anstellen“, erklärt Lea Weustermann, Tochter der Hofbesitzerin, den Mädchen.

Lennard hat derweil die Trampeltrecker entdeckt und düst unbeschwert über den Hof und spielt Bauer. Inzwischen ist auch Felix eingetroffen. Auch er macht heute mit. Und dann geht es ab in den Kuhstall. Dort ist es richtig gemütlich. Lichterketten erhellen den kleinen Vorraum. Das rhythmische Schmatzen der Kühe wirkt beruhigend. Gemeinsam mit Lea Weustermann machen es sich die Kinder auf kleinen Strohballen gemütlich.

Lesestunde im Stall

„Mama hat gestern beim Reinholen der Kühe so lange und laut gerufen, dass sie jetzt zu heiser ist und nicht selbst lesen kann. Normal sitzt sie hier“, sagt Lea Weustermann. Ihre Mutter ist unterdessen dabei, das Kuhfutter zusammenzustellen, das die Kinder später verfüttern können. Vorgelesen wird die Geschichte von Tomte Tummetott. Die Kinder lauschen gespannt den Abenteuern, die der kleine Wichtel mit den Bauernhoftieren erlebt.

Lesestunde im Stall: Lea Weustermann liest den Kindern auf dem Hof Weustermann in Brenscheid etwas vor. Lennard (rechts) und Felix hören gespannt zu.
Lesestunde im Stall: Lea Weustermann liest den Kindern in Brenscheid etwas vor. Lennard (rechts) und Felix hören gespannt zu. © Schmitz-Machelett

Als die Geschichte zu Ende ist, beginnt für die Kinder direkt ein neues Abenteuer. Kühe füttern und streicheln steht auf dem Programm. Jetzt kommen die kleinen Besucher den Kühen ganz nah und lernen schnell, dass die zwar groß sind, aber ganz lieb. Auch die Kühe scheinen begeistert zu sein vom Besuch.

Neugierige Kälbchen

Besonders die Kälbchen kommen neugierig an die Abgrenzung und lassen sich anfassen. Das gegenseitige Kennenlernen beginnt. „Wir haben hier auch verschiedene Bürsten. Ihr könnt die Kühe auch striegeln, das mögen sie besonders“, ermuntert Regina Weustermann die Kinder Kontakt mit den Vierbeinern aufzunehmen.

Den Jungs ist derweil mehr nach Action. Sie klettern auf die großen Strohballen und starten eine Strohschlacht. Kein Problem, denn auch das ist bei Weustermanns ausdrücklich erlaubt. „Wir müssen das Stroh eh nachher auseinander machen, um die Kühe einzustreuen. Die Kinder nehmen uns diese Arbeit quasi ab“, freut sich die Hofbetreiberin.

Kindern erklären, wo Fleisch herkommt

Regina Weustermann ist Landwirtin aus Leidenschaft. Besonders wichtig ist ihr die Wissensvermittlung. Denn sie weiß: Wissen schafft Verständnis. Daher absolvierte sie in den vergangenen Monaten einen Kurs zum Thema Bauernhofpädagogik und schloss diesen erfolgreich ab.

„Mein Ziel ist es, vor allem jüngeren Kindern die Landwirtschaft näher zu bringen. Das Fleisch kommt nun einmal nicht aus dem Supermarkt, sondern eigentlich hier her“, sagt sie. Außerdem möchte sie Kindern den Kontakt zu den Tieren ermöglichen. Die drei, die an diesem Tag dort sind, kennen Kühe und Bauernhöfe bereits. Sie leben alle in Wiblingwerde und Umgebung. Doch inzwischen hat sich das Programm auch über die Gemeindegrenzen hinaus herumgesprochen. Regina Weustermann weiß: „Es gibt wirklich Kinder, die sehen hier zum ersten Mal eine echte Kuh oder ein Schwein.“

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