Mark Fahnert nicht „schnulzengeeignet“

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Mark Fahnert (Mitte) las auf Einladung der Krimiwerkstatt "Sargfabric" aus seinem Thriller "Lied des Zorns".

Nachrodt-Wiblingwerde –  Die Gäste eilten davon. So schnell als möglich.  Aber das hatte nichts mit den vorgetragenen Gänsehaut-Passagen von Schriftsteller Mark Fahnert zu tun.  Plötzlich gab es einen Regenschauer, der es in sich hatte. Und alle Thriller-Fans an der Lenneterrasse versuchten, irgendwo ein trockenes Plätzchen zu finden. 

Mark Fahnert arbeitet am liebsten, wenn im Haus noch alle schlafen. Gegen fünf Uhr steht er auf, stellt die Kaffeemaschine an und setzt sich an den Schreibtisch. So früh morgens ist er am kreativsten – dann entstehen seine spannenden Thriller. Aus „Lied des Zorns“, erschienen im renommierten Piper-Verlag, las der Autor an der Nachrodter Lenneterrasse. Dass später alle Gäste so schnell als möglich davoneilten, hatte aber nichts mit den vorgetragenen Gänsehaut-Passagen zu tun.

 „Ein Verleger sagte mal zu mir, dass meine Sätze nicht klingen wie ein Seidentuch, das über dem Bett zweier Liebender liegt, sondern eher wie ein Schuss aus einer Pistole – eher ungeeignet für einen Liebesroman“, so Mark Fahnert schmunzelnd. Im Rahmen seiner Lesung, zu der die Nachrodter Krimiwerkstatt „Sargfabric“ eingeladen hatte, gab der Schriftsteller interessante Einblicke in sein Arbeiten. Offen erzählte er, wie weit der Weg von ersten Kurzgeschichten bis zum ersten großen Erfolg war. Und natürlich gab es Kostproben aus dem Buch „Lied des Zorns“. Dank des Kulturschocks, der die Bewirtung des Abends übernommen hatte, war auch eine Mikrofonanlage aufgebaut, sodass trotz Corona-Abstandsregelungen jeder Zuhörer unter freiem Himmel an der Rastatt auf seine Kosten kommen konnte. 

Übrigens: Der Verleger, der feststellte, dass Mark Fahnert eher krimi- als schnulzengeeignet ist, gab den Tipp, einen Krimi über Terrorismus zu schreiben. Dass genau dies nicht von heute auf morgen möglich ist, versteht sich von selbst. Und so begannen Jahre der Recherche. Eine passende Fügung: Mark Fahnert arbeitet als Polizist – beschäftigt sich mit politisch und religiös motivierte Delikte. 

„Natürlich fließt die Erfahrung aus dem Beruf dort ein. Wirkliche Einblicke gibt es aber nicht. Das wäre auch verboten“, betont der Wiblingwerder, der die Spannung herbei kitzelte, als er den Prolog von „Lied des Zorns“ vorlas. Ein Mann, der mit der Welt versucht abzuschließen, und sich bald im Paradies wähnt, sitzt im Thalys nach Köln und fühlt den kalten Zünder in seiner Tasche. Wird das Attentat verhindert?

 Die Gäste hätten gern mehr erfahren, aber nach einer Pause sorgte ein kräftiger Regenschauer für ein abruptes Ende der Lesung. „Wir machen hier bald mit dem zweiten Teil weiter. Dann hoffentlich mit gutem Wetter“, versprach Ronny Sachse als Mitglied der Krimiwerkstatt Sargfabric. „Lied des Zorns“ ist übrigens der erste Teil einer Trilogie. In der zweiten Geschichte geht es um illegale Waffengeschäfte.

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