Thema im Planungs- und Bauausschuss: 35,4 Hektar für Windenergie

Nachrodt-Wiblingwerde - Wer das nicht zwei- oder gar dreimal lesen muss, ist entweder sehr tief im Thema oder ein Naturtalent. Das Plankonzept und die Begründung zur 22. Änderung des Flächennutzungsplanes rund um das Thema Windenergie wird während der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses am kommenden Montag, 10. April, ab 17 Uhr in der Sekundarschule vorgestellt.

Und: Die öffentliche Auslegung soll dem Rat empfohlen werden. „Es ist alles abgeklopft mit den Behörden, mit dem Planungsbüro und immer wieder auch von unseren Anwälten“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat zu einem Verfahren, das wie kaum ein anderes von Emotionen geprägt ist. 

Die Betreibergesellschaft „Naturstrom Veserde“ möchte zwei Windräder in Veserde bauen. Und kommt ihrem Ziel augenscheinlich etwas näher. Denn: „Im Gemeindegebiet wurde nach Ausschluss der harten und weichen Tabuzonen ein Flächenpotenzial von 142,7 Hektar ermittelt, das für die Errichtung von Windenergieanlagen bzw. zur Darstellung als Konzentrationszonen potenziell zur Verfügung steht“, heißt es auf Seite 56 des Plankonzeptes. 

Untersuchungswerte Flächen

Drei Flächen wurden als untersuchungswert befunden – wovon zwei nicht empfohlen werden, „sodass ein Flächenpotenzial von 86,4 Hektar verbleibt.“ Davon muss man noch schutzwürdige Waldflächen und Bereiche mit Hangneigungen über 35 Prozent abziehen, die als Maststandorte ungeeignet sind, sodass letztlich 35,4 Hektar für die Windenergienutzung zur Verfügung steht. 

In Frage kommt laut Plankonzept westlich Veserde. Der Bereich umfasst im Süden größtenteils die bestehende Konzentrationsfläche und im Norden „als Maststandorte geeignete Bereiche, die die Errichtung von Windenergieanlagen im räumlichen Zusammenhang zulässt.“ 

Drei bis vier neue Windräder

Drei bis vier neue Windräder könnten laut Plankonzept zu den bestehenden drei Anlagen gebaut werden. Nicht empfohlen werden der nördliche und südliche Teil der Fläche westlich Veserde, der Flächenkomplex Silberkuhle und nordöstlich Hardt. 

„Alle Potenzialflächen liegen zum größten Teil innerhalb von Waldflächen, die zudem meist äußerst starke Hangneigungen aufweisen, sodass eine Erschließung bzw. Nutzbarmachung dieser Bereiche kaum möglich bzw. nur mit umfangreichen Rodungen sowie Eingriffen in gewachsene Boden- und Felsstrukturen verbunden wären. 

Hohes Konfliktpotenzial

Die Lage innerhalb von Waldflächen bedingt zudem ein überwiegend hohes Konfliktpotenzial bezüglich des Artenschutzes. Lediglich im Bereich westlich Veserde, die auch die bestehende Konzentrationsfläche mit zwei vorhandenen sowie eine weitere Anlage außerhalb der bestehenden Konzentrationszone umfasst, lassen sich einige geeignete Bereiche ermitteln, an die als Standorte nicht geeignete Laubwaldflächen sowie steile Hänge anschließen.“ 

Durch die Aktualisierung des Entwurfs zur 22. Änderung des Flächennutzungsplanes kann man laut Planer davon ausgehen, dass der Windenergie im Gemeindegebiet „in substanzieller Weise Raum“ verschafft wird. Die Planungs- und Bauausschusssitzung am Montag ist öffentlich. 

Windkraftgegner werden erwartet

Vertreter der Firma Ökoplan berichten über die Neuigkeiten. Auch eine „Abordnung“ der Betreibergesellschaft „Naturstrom Veserde“ wird zur Sitzung kommen. Ebenso erwartet werden Windkraftgegner aus der Doppelgemeinde und aus Hohenlimburg. 

Die CDU-Fraktion hatte während der vergangenen Sitzung des Rates gegen eine Änderung des Flächennutzungsplanes gestimmt. „Ob wir das so aufrecht halten, kann ich noch nicht sagen. Das muss noch abgestimmt werden“, so Lars Wygoda, Fraktionsvorsitzender der CDU.

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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