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Testzentrum geht, Impfzentrum bleibt

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Verabschieden sich aus Nachrodt-Wilingwerde mit ihren Testzentren: Mürsel und Damla Ünlü .
Verabschieden sich aus Nachrodt-Wilingwerde mit ihren Testzentren: Mürsel und Damla Ünlü . © Fischer-Bolz, Susanne

Das Corona-Testzentrum in Nachrodt bleibt nur noch bis Ende Februar geöffnet, das Wiblingwerder Zentrum schließt zeitnah. „Corona sollte man auch weiterhin nicht unterschätzen“, sagt der Teststellen-Betreiber Mürsel Ünlü. Ihn hatte es selbst schwer erwischt. Unterdessen wird in der Lenneapotheke weiterhin getestet und auch das Impfzentrum hält sein Angebot aufrecht.

Nachrodt-Wiblingwerde – China erlebt derzeit den weltweit höchsten Anstieg an Corona-Infektionen, nachdem die Regierung Anfang Dezember von ihrer strengen Null-Covid-Politik abgerückt war. Wissenschaftler warnen, die aktuelle Corona-Welle könnte neue Varianten hervorbringen, die ihren Weg in andere Länder finden. Zum Beispiel nach Deutschland, wo gerade darüber diskutiert wird, ob die letzten Corona-Maßnahmen aufgehoben werden sollen. Dazu kommt: Ansprüche auf eine Testung bestehen nur noch bis einschließlich 28. Februar. Für die Testzentren ist es längst ein „Aus auf Raten“, denn seitdem der verpflichtende Corona-Test bei einer offiziellen Teststelle für Besucher von Patienten in Krankenhäusern und Seniorenheimen per NRW-Erlass am 23. Dezember endete, kommen ohnehin kaum noch Bürger. Jetzt reicht es nämlich, wenn Besucher zu Hause einen Test machen und dies glaubhaft versichern.

Zeit des Abschieds

Für Mürsel Ünlu ist es deshalb die Zeit des Abschieds aus Nachrodt-Wiblingwerde. Er schließt das Testzentrum im Gemeindehaus Wiblingwerde zeitnah – und in Nachrodt Ende Februar. Mürsel Ünlü, Geschäftsführer der Firma Hygienesupport, hatte im Januar 2022 die beiden Teststellen eröffnet. Der Diplom-Kaufmann, der zuvor Luftreiniger für die Gastronomie, Masken und Tests verkaufte, wagte sich mit seinen ersten beiden Teststellen auf unbekanntes Terrain. Und stieß auf gute Resonanz. 200 Tests täglich – und zwar jeweils im Gemeindehaus Wiblingwerde als auch im Container in Nachrodt – waren es in Spitzenzeiten. Im Juli ging die Nachfrage bereits nach unten, als die veränderte Teststrategie in Kraft trat und drei Euro gezahlt werden mussten, wenn man beispielsweise zu einer Party gehen oder ein Konzert besuchen wollte. Kostenlos war es nur noch für Personen, die einen Bewohner im Pflegeheim oder einen Patienten im Krankenhaus besuchen wollten, Personen, die mit einem Corona-Infizierten in selben Haushalt leben und pflegende Angehörige.

Ältere haben Angst vor Infektion

Nun soll das Testzentrum in Wiblingwerde bis zum 15. Januar schließen, in Nachrodt Ende Februar. „Es gibt aber immer noch Leute, die morgens anrufen und kommen wollen“, sagt Mürsel Ünlu. Es sind besonders Ältere, die Angst vor einer Corona-Infektion haben. Und: Aufgrund der Verkehrssituation und der Tatsache, dass in der Umgebung nur noch in der Doppelgemeinde getestet wird, hat er auch viele Kunden aus Altena und Letmathe. Doch unter den neuen Umstände ab Ende Februar würde es sich aber wirklich nicht mehr lohnen. Für ihn steht allerdings auch fest: Corona sollte man auch weiterhin nicht unterschätzen. Er selbst hat die Krankheit gerade überstanden und weiß, wie tückisch sie sein kann. „Ich war drei Wochen lang positiv und mein Körper ist immer noch sehr geschwächt“, erzählt der Ratinger. Er hält es für möglich, dass eine neue Corona-Variante auftauchen kann. Der ganze Prozess sei sehr dynamisch. „In Amerika und China ist die Lage gerade sehr angespannt. Meist hat das auch Auswirkungen auf Deutschland“, glaubt Mürsel Ünlu, dass man dann auch wieder eine Testpflicht zumindest in Krankenhäusern und Pflegeheimen einführen wird. In Nachrodt will er deshalb den Container bis zur letzten Sekunde offenhalten. Eine Verlängerung schließt er nicht aus. Übrigens: Für Mürsel Ünlu ist durch die Aufgabe der Testzentren nicht seine Existenz in Gefahr. Sie waren eher ein zweites Standbein. Er besitzt ein Hotel und Appartements und verdient sein Geld mit Vermietungen.

Lenneapotheke macht weiter

Sorgen, dass in Nachrodt-Wiblingwerde bald überhaupt nicht mehr getestet wird, müssen die Bürger übrigens nicht haben. In der Lenneapotheke werden weiterhin Testungen durchgeführt. Da Apothekerin Jacqueline Daly gerade im Urlaub ist, werden Tests aktuell montags bis freitags von 8.30 bis 10 Uhr, samstags von von 10 bis 11 Uhr durchgeführt. Von einer Beendigung des Angebotes ist zurzeit nicht die Rede.

Einmal in der Woche wird geimpft

Das Nachrodter Impfzentrum, das im Dezember 2021 an der Altenaer Straße 28 eröffnet wurde, um die Hausärzte in der Region zu entlasten, hält sein Angebot weiterhin aufrecht, wie Luka Daly sagt, der das Impfzentrum federführend über der Lenneapotheke auf die Beine gestellt hat. Einmal in der Woche, meist donnerstags oder freitags, ist das Impfzentrum nun in den Abendstunden geöffnet. Wann genau, ist online einsehbar. Dort, unter www.lenne-apotheke-nachrodt.de, gibt es eine Unterrubrik für das Impfzentrum. Termine können direkt gebucht werden. Geimpft wird Moderna oder Biontech, wobei Biontech mehr gefragt ist. „Die Nachfrage ist natürlich im Vergleich zum Beginn zurückgegangen“, sagt Luka Daly, der sich auf sein Team verlassen kann, „das klappt gut, funktioniert gut, das passt.“ Die meisten Impflinge, die jetzt ins Impfzentrum kommen, lassen sich zum vierten und fünften Mal impfen, wobei „die Älteren besser vertreten sind.“ Es habe aber noch einmal einen Schub gegeben, als die angepassten Impfstoffe eintrafen. „Jetzt müssen wir einfach gucken, wie es sich weiterentwickelt“, sagt Luka Daly. Laut Robert Koch-Institut sind in Deutschland 64,8 Millionen Menschen (77,9 Prozent) einmal geimpft, 63,5 Millionen zweimal geimpft, 52,1 Millionen dreimal geimpft und 12,3 Millionen viermal geimpft.

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