SPD-Besuch

Termin vergessen: Spontane Eis-Party im Gut Sassenscheid

Eis mit Sahne hatten die Sozialdemokraten, hier Lotte Glasow und Christian Pohlmann (rechts), für die Bewohner vom Gut Sassenscheid in Nachrodt mitgebracht.
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Eis mit Sahne hatten die Sozialdemokraten, hier Lotte Glasow und Christian Pohlmann (rechts), für die Bewohner vom Gut Sassenscheid in Nachrodt mitgebracht.

Ein kleines Missgeschick erwies sich letztlich als gar nicht so schlecht: Auf Gut Sassenscheid hatte man vergessen, dass der Jahresbesuch der SPD anstand. Kein Problem. Es wurde improvisiert – und gab spannende Gespräche statt offizieller Reden.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die besten Partys sind immer die spontanen. In der Küche. Und so war es letztlich nicht so schlimm, dass der Jahresbesuch der SPD von den Verantwortlichen auf dem Gut Sassenscheid vergessen worden war. Das mitgebrachte Eis von Lotte Glasow mit Früchten und Sahne fand begeisterte Abnehmer und Sozialpädagogin Karla Vogel vertrat die neue Leiterin des Hauses Jessica Sommer perfekt. Statt offizieller Reden gab es spannende Diskussionen, bei denen die Bewohner des Gutes einen wichtigen Anteil hatten.

„Ich bin noch nicht bereit für die Menschen“, erzählte ein junger Mann, der aus einer Schaustellerfamilie kommt und nach einem Aufenthalt in einer Einrichtung für Suchtkranke einen Prospekt vom Gut Sassenscheid bekam. „Ich wollte sofort hier hin“, erzählt der Sassenscheid-Bewohner, der Angst davor hat, dass er zwischen den eigenen Engelchen und Teufelchen rückfällig werden könnte. Deshalb geht er auch nicht in die Stadt, das ist ihm „zu heiß“. Deshalb bleibt er auf dem Gut, das er als Schutzraum empfindet. Das Team sei „Bombe“, er fühle sich gut aufgehoben und habe Freunde gefunden.

SPD seit Jahren eng mit Einrichtung verbunden

Für die Sozialdemokraten, die sich seit Eröffnung des Hauses vor 27 Jahren eng mit dem Gut Sassenscheid verbunden fühlen, war es so etwas wie ein Gespräch unter Freunden. Besonders Lotte Glasow kennt einige Bewohner schon viele Jahre, so dass das Wiedersehen sehr herzlich war.

Alkohol-, medikamenten-, drogen- und mehrfach abhängige (Polytoxikomanie) Menschen werden auf ihrem Weg aus der Sucht in ein abstinentes Leben unterstützt, kämpfen sich zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Was unterschiedliche lange dauert. Was aber auch gut klappen kann, wenn sie dann in eine eigene Wohnung ziehen.

Gut Sassenscheid als Kriminalprävention

Acht Menschen sind dies im Moment, die von Karla Vogel betreut werden. Sie schaut nach dem Rechten, leistet Gesellschaft, hilft bei Behördengängen oder ist einfach da – weil in Coronazeiten die Isolation auch schwer zu schultern ist. Solche Einrichtungen wie das Gut Sassenscheid „müsste es viel öfter geben“, findet Christian Pohlmann.

Der Sozialdemokrat arbeitet seit 25 Jahren im Strafvollzug. Dass Menschen straffällig werden, um ihre Sucht zu finanzieren, hat er oft erlebt. Raubüberfälle, Körperverletzung und viele andere Dinge könnten aus seiner Sicht oftmals verhindert werden. Gut Sassenscheid diene auch der Kriminalprävention.

Neue Leiterin im Dienst

Hilfe im Vorfeld dürfe nicht am Geld scheitern. „Es gibt so viele Diskussionen um mehr Polizei, doch auch mit solchen Einrichtungen können Kriminaldelikte ‘runtergefahren werden“, so Christian Pohlmann, der Lotte Glasow mit Bernd Greif, Norbert Grebe und der heimischen SPD-Bundestagskandidatin Bettina Lugk begleitete.

Auf dem Gut Sassenscheid wird übrigens aktuell ein Mitarbeiter für den Bereitschaftsdienst gesucht. Das Team hat sich verändert, nachdem Einrichtungsleiter Uwe Eulenberger unerwartet im Februar verstorben war. Er hatte die Leitung der Einrichtung des Deutschen Ordens 2016 übernommen. Nachdem zunächst sein Stellvertreter Matthias Krause die Geschicke übernahm, wurde dann Jessica Sommer zur Nachfolgerin ernannt.

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