Mit Tanzschritten gegen eine unheilbare Krankheit

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„The Crazy Chicken“ nennt sich diese Frauengruppe, die sich regelmäßig zum Line Dance trifft und auch öffentlich auftritt. Hier hat auch die Wiblingwerderin Christina Neumann-Stieglitz (Mitte) ein Hobby gefunden. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Christina Neumann-Stieglitz aus Wiblingwerde sowie Jasmin Schauer, Carmen Schauer, Dany Butgereit und Sarah Neumann aus Hohenlimburg haben eines gemeinsam: Sie tanzen gerne. Dabei denken sie jedoch weder an Walzer noch an Rumba oder Foxtrott. Sie haben sich völlig anders orientiert und sich für Line Dance entschieden, eine Tanzform, die sich im 20. Jahrhundert in den USA entwickelt hat.

Diese Form des Tanzes ist nicht nur sehr anspruchsvoll, sie fordert darüber hinaus auch jede Menge Kondition. Die Tänzerinnen und Tänzer stehen dabei – je nach Anzahl – in einer oder mehreren Reihen und tanzen dann synchron. Die Art der Musik, zu der getanzt wird, spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle. Ob Rock, Pop, Hip-Hop oder Country – alles ist möglich. Denn zu den verschiedenen Musikstücken wurden von Choreografen unterschiedliche Schrittfolgen entwickelt. Dies führt dazu, dass alle Line-Dance-Gruppen zu den jeweiligen Musikstücken die gleiche Schrittfolge beherrschen. Bei Veranstaltungen führt dies dazu, dass gleich mehrere Formationen auf der Bühne stehen und synchron tanzen können, ohne jemals vorher trainiert zu haben. In Deutschland ist Line Dance seit 2002 als Freizeitsport anerkannt. Im Rahmen des Deutschen Tanzsportabzeichens gibt es eine eigene Prüfung für Line Dance.

Die Tanzsportart stellt jedoch ungemein hohe Anforderungen an die Kondition. Das gilt insbesondere für Christina Neumann-Stieglitz, denn sie leidet unter der unheilbaren Krankheit Multiple Sklerose (MS). Man würde daher gerade bei ihr die Ausübung eines weniger anstrengenden Hobbys vermuten. „Ich habe“ sehr gern Aerobic gemacht. Und auch Kampfsportarten habe ich ausgeübt. Das war aber noch, bevor ich an MS erkrankte“, erzählt sie. Ihre Erkrankung hat sie aber – zumindest weitestgehend – „im Griff“. Und sie befürchtet, dass mangelnde, körperliche Aktivität sie dem „Rollstuhl ein wenig näher“ bringen könnte. Dem wirkt sie äußerst erfolgreich entgegen. Manchmal müsse sie aber, so Neumann-Stieglitz, auch schon einmal „passen“. Dann ginge es ihr halt einmal nicht so gut, so dass sie die mit dem Tanzen einhergehende, körperliche Anstrengung überfordern würde. „Das sind aber wirklich nur ganz wenige Fälle“, sagt sie.

Sie probt gemeinsam mit ihren Freundinnen zwei Mal die Woche. Dafür haben die Frauen, die sich den Namen „The Crazy Chicken“ gegeben haben, in Hohenlimburg eigens einen Übungsraum angemietet. „Wir ziehen aber in Kürze um“, freuen sich die Tänzerinnen. „Wir haben einen größeren Raum gefunden.“ Die nächste Großveranstaltung, an denen „The Crazy Chicken“ teilnehmen werden, findet am 3. September in der Festhalle „Zum Forsthaus“ (Ostfeldhalle) in Letmathe statt. Daneben treten die „verrückten Hühner“ auch auf Hochzeiten, Geburtstagen oder Straßenfesten auf. Per E-Mail ist die Gruppe unter der Adresse The.crazy.chicken@gmx.de erreichbar. Auch Buchungen können unter dieser Adresse erfolgen. ▪ hb

thecrazychicken.de.tl

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