Tagesgeschäft bricht weg: Sanitärbetrieb kämpft mit Corona

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Johannes (links) und Bernd Fischer strahlen Zuversicht aus.

Nachrodt-Wiblingwerde – Mit dem ganzen Team arbeitet sanitär Fischer aus Nachrodt - trotz Coronavirus. Es läuft ganz gut, doch das Tagesgeschäft bricht weg - aus diesem Grund.

Sie arbeiten mit „voller Mannschaft“ unter schwierigen Bedingungen und sind trotz Corona-Krise immer noch guter Dinge: Bernd und Johannes Fischer. In ihrem Betrieb Sanitär, Heizung, Klempnerei in Nachrodt ist zwar aktuell alles anders als sonst, aber es gibt auch eine gute Portion Zuversicht. 

Die lang geplanten Aufträge laufen. „Wir können und dürfen arbeiten. Es gibt beispielsweise Bädersanierungen, bei denen aber darauf geachtet wird, dass nur ein Gewerk vor Ort ist, also nur der Elektriker, der Fliesenleger oder der Klempner“, erzählt Bernd Fischer. 

Kaum Reparaturen

Leider läutet aber kaum das Telefon. Das Tagesgeschäft, das Reparaturgeschäft also, ist eingebrochen. „Die Menschen sind sehr zurückhaltend, behelfen sich irgendwie oder wollen einfach die Zeit abwarten“, vermutet der Gas- und Wasserinstallateurmeister. Wenn ein Heizkörper nicht richtig funktioniert, eine Armatur undicht ist oder es Probleme mit der WC-Spülung gibt, ist es augenscheinlich im Moment „einfach mal so wie es ist“. 

Vor Ort bei den Kunden ist das oberste Gebot: Distanz halten. „Ein Mundschutz hilft uns nicht weiter“, sagt Bernd Fischer. Sein Bruder und er versuchen, vor jedem Termin erst einmal telefonisch herauszufinden, ob es einen Grund zur besonderen Vorsicht gibt. „Wir hinterfragen, ob es eine Corona-Verbindung, -Belastung oder Quarantäne gibt. Wenn das verneint wird und wir bei den Kunden sind, achten wir auf Abstand, bitten den Kunden, zurückzutreten, damit wir unsere Arbeit machen können“, erklärt Bernd Fischer das Vorgehen. 

Schutz für Kunden und Mitarbeiter

Dadurch, dass alle Mitarbeiter des Betriebs viel herumkommen, sind alle besonders vorsichtig. Die Mitarbeiter müssen ebenso wie die Kunden geschützt werden. „Das alles hindert uns aber nicht sonderlich bei der Arbeit.“ 

Und sollten sich Kunden oder andere nicht an die Regeln halten, würden die Mitarbeiter der Firma Fischer die Baustellen auch verlassen. „Das ist aber noch nicht vorgekommen“, sagt Bernd Fischer. Apropos Mitarbeiter: „Wir haben es so organisiert, dass alle einzeln zu den Baustellen fahren. 

Aber es gibt auch Arbeiten, bei denen ein zweiter Mann gebraucht wird, wie bei großen Heizkörpern oder Duschabtrennungen beispielsweise“, sagt Bernd Fischer. „Und dann können und dürfen wir die Abstandsregelung außer Acht lassen.“ 

Seifenwasser hilft

Im Betrieb an der Altenaer Straße 30 gilt zudem: Alles, was mehrmals täglich angefasst wird, wird mehrmals täglich mit Seifenwasser gereinigt. Die Situation für das Unternehmen beurteilen Bernd und Johannes Fischer als „noch entspannt“.

Das Wartungsgeschäft läuft ebenfalls weiter. Die Planungen für Heizungen und Bäder ruhen aktuell. „Es wird sich irgendwann ein Loch auftun. Aber ob es so ruhig wird, dass wir über Kurzarbeit nachdenken müssen, können wir im Moment noch nicht absehen. Keiner weiß, wie lange die Situation andauert und ob es weitere Beschränkungen geben wird.“ 

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem Ticker.

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