Täglich zweimal Chaos auf der Ehrenmalstraße

Solche Fahrmanöver wie hier an der Ecke Ehrenmalstraße/Jahnstraße beobachtet Helmut Kruse derzeit täglich mehrmals – dabei dürften Lastwagen dieser Größe die Straße eigentlich gar nicht befahren.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Seit Montagmorgen laufen die Arbeiten zur Fahrbahnerneuerung auf dem B 236-Teilstück zwischen Obstfeld und Nachrodt. Ebenso lange rollt der Verkehr verstärkt über die Ehrenmalstraße, die vielen Verkehrsteilnehmern als Umleitungsstrecke dient. Den Anwohnern reicht das schon jetzt.

„Hier ist es derzeit so laut wie auf der Fifth Avenue in New York. Morgens zwischen sieben Uhr und halb neun haben wir Rush Hour, dann staut es sich sehr schnell bis runter zur B 236“, berichtet Helmut Kruse, wie es derzeit zugeht vor der Tür seiner Tischlerei am steilen Stück der Ehrenmalstraße/Ecke Jahnstraße. Nachmittags zwischen 14 und 15 Uhr gebe es dann das gleiche Spiel noch einmal.

Da die Ehrenmalstraße für Fahrzeuge mit mehr als 7,5 Tonnen Gesamtgewicht gesperrt ist, dürften diese hier eigentlich gar nicht durchfahren. Nach den Erfahrungen von Helmut Kruse sieht die Wirklichkeit jedoch anders aus. „Viele LKW-Fahrer halten sich nicht daran“, hat er festgestellt. Überwiegend seien es ausländische Fahrer, die ihre Kunden im weiteren Lennetal beliefern wollen, hat Kruse beobachtet. Sogar Gigaliner, also überlange Lastwagen mit bis zu 60 Tonnen Gesamtgewicht, glaubt der Anwohner schon auf der Ehrenmalstraße gesichtet zu haben.

Wo ist die Polizei?

Für Helmut Kruse steht außer Frage, dass die Straße unter einer solchen Belastung leidet. „Die Verkehrsinsel an der Kreuzung Wiblingwerder Straße/Dorfstraße wurde schon sehr in Mitleidenschaft gezogen“, sagt er. Solche Schäden an der Straße, an Gehwegen und der Verkehrsinsel müssten letztendlich durch den Steuerzahler beglichen werden, befürchtet er.

„Ich vermisse die Präsenz der Polizei vor der Umleitung“, sagt Kruse und weist darauf hin, dass in der Ehrenmalstraße nach wie vor die Rechts-vor-links-Regelung und Tempo 30 gelten. Kruse: „Viele Verkehrsteilnehmer ignorieren das.“

Darüber hinaus vertritt Kruse die Auffassung, dass die Baustellenbeschilderung teilweise falsch ausgeführt worden ist. Die Überprüfung durch das Altenaer Kreisblatt am Donnerstagnachmittag ergab, dass sowohl aus Richtung Altena als auch aus Richtung Grüne an der B 236 Schilder aufgestellt worden sind, die sämtlichen Fahrzeugen – also nicht nur Lastwagen über 7,5 Tonnen – die Durchfahrt untersagen. Für den gesamten Verkehr ist eine Umleitung über Obergrüne/Ihmert/Evingsen ausgeschildert. Eine Umleitung über die Ehrenmalstraße gibt es offiziell gar nicht.

Da allerdings PKW und Kleinlastwagen auf die Ehrenmalstraße ausweichen können, um die Baustelle zu umfahren, sind die aufgestellten Schilder zumindest irreführend. Hilfreich wäre an diesen Stellen auf jeden Fall ein Zusatz, dass es für LKW mit mehr als 7,5 Tonnen kurz vor der Baustelle keine Ausweichmöglichkeit mehr gibt. Das sieht auch Birgit Tupat vom Fachbereich Sicherheit/Ordnung der Gemeindeverwaltung so. Sie wollte deshalb am Donnerstag noch einmal Kontakt zum NRW-Landesbetrieb Straßen aufnehmen, der für die Beschilderung der Baustelle und der Umleitungsstrecke verantwortlich ist.

Dann können in den nächsten Tagen vielleicht Situationen, wie sie am Donnerstagnachmittag zu beobachten waren, vermieden werden: Der Fahrer eines aus Richtung Letmathe/Grüne gekommenen Sattelzuges hatte erst in der Sparkassen-Kurve erkannt, dass es für ihn hier kein Weiterkommen gab. Ein langwieriges Wendemanöver war die Folge. In kürzester Zeit hatte sich ein langer Stau gebildet. Auch ein Sattelzug aus Rumänien und ein Lastzug aus Litauen steckten fest. Beide Fahrer hatten die Einsaler Walzwerke als Ziel und zeigten sich ungehalten über die für sie unübersichtlichen Informationshinweise nach Verlassen der Autobahn. ▪ vg

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