Diskussion in Nachrodt

Tablets für Schüler: Sollen Eltern zahlen?

Junge Lernende der sechsten und fünften Klasse in Österreich werden zukünftig verstärkt mit Laptops sowie Tablets arbeiten
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Die Digitalisierung in Schulen ist ein heiß diskutiertes Thema in Nachrodt.

Das Thema Digitalisierung der Schulen wird in Nachrodt viel und heiß diskutiert. Eine Frage dabei: Sollen Eltern für Tablets mitzahlen oder nicht? Die Meinungen gehen auseinander.

Nachrodt-Wiblingwerde – „Was passiert jetzt eigentlich nach dem wuseligen Schulausschuss? Am Ende wusste doch keiner mehr genau, was alles geredet worden ist.“ Sonja Hammerschmidt, Vorsitzende der UWG, legte während der Sitzung des Rates den Finger in die Wunde. Die gemeinsame Sitzung mit Vertretern aus Altena und Nachrodt zum Thema „Digitalisierung der Schulen“ hatte keine nennenswerten Ergebnisse gebracht.

Fakt ist das, was Jens-Philipp Olschewski, Fraktionsvorsitzender der CDU, anfragte: Im Moment gibt es eine Umfrage. Die Gemeindeverwaltung möchte von umliegenden Kommunen wissen, wie das Thema Tablets/Laptops dort in den Schulen umgesetzt wird und welche Erfahrungen gemacht wurden. Eine wichtige Frage ist dabei, wo, ob und wie Eltern an den Kosten beteiligt werden, wenn digitale Endgeräte angeschafft werden.

Warnung vor „Sackgassen-Diskussion“

„Es wird eine Sitzungsvorlage mit den Ergebnissen geben“, versprach Kämmerin Gabriele Balzukat, erklärte aber auch, dass man bei allen Entscheidungen einen gemeinsamen Weg mit Altena finden muss. Denn die Stadt ist Schulträger der Sekundarschule. „Unsere Vorstellung ist, dass wir im Schulausschuss noch einmal darüber sprechen und einen Beschlussvorschlag vorbereiten“, so Gabriele Balzukat. Wahrscheinlich ist, dass sich auch der Hauptausschuss mit dem Thema Tablets beschäftigen wird.

Die Entscheidung wird nicht einfach: Es gibt Kommunen, die die Tablets komplett selbst finanzieren, andere nehmen Elternbeiträge oder lassen die Tablets gar von den Eltern anschaffen. Matthias Lohmann, fraktionsloser Ratsherr und Leiter des Berufskollegs für Technik in Lüdenscheid, warnte eindringlich davor, beim Thema „Laptops/Tablets für Schüler“ in eine Sackgassen-Diskussion zu rutschen.

Wie soll Elternanteil zurückgegeben werden?

Er brachte verschiedene Argumente gegen eine Kostenbeteiligung der Eltern auf den Tisch: „Wie stellt man sich dann das Ende der Schulzeit vor oder wenn das Kind die Schule verlässt? Wenn die Eltern mit 100 Euro an Laptop-Kosten in Höhe von 600 Euro beteiligt werden, sollen sie dann die 100 Euro erstattet bekommen oder bekommen sie ein Sechstel vom Tablet abgeschnitten?“, fragte Matthias Lohmann, während Gabriele Balzukat von einer Benutzungsgebühr sprach, wenn das Tablet auch privat genutzt werden kann.

Schwerwiegender, so glaubt Matthias Lohmann, ist die Gefahr, „dass es Familien geben wird, die ihre Kinder jahrelang in den Schulbus setzen und in die Nachbargemeinde bringen, weil sie dort die 100 Euro nicht zahlen müssen. Ich kann nur herzlichst darum bitten, davon Abstand zu nehmen.“

Lieferengpässe: In Nachrodt derzeit kein Problem

Eine Entscheidung ist noch lange nicht getroffen. Lieferschwierigkeiten, die Gerd Schröder befürchtet, gibt es bei den digitalen Endgeräten augenscheinlich nicht. „In Deutschland herrscht in vielen Bereichen Mangelware. Ist denn gesichert, dass die Tablets geliefert werden können?“, fragte der Fraktionsvorsitzende der SPD.

In der Gemeinde gibt es dazu noch keine Klagen. Bei einer Anschaffung von 36 Geräten in der Grundschule, die nur im Unterricht benutzt werden, gab es jedenfalls keine Probleme. „Meine Kollegen aus den umliegenden Kommunen warteten händeringend, während das bei uns bis jetzt ganz gut geklappt hat“, so Bürgermeisterin Birgit Tupat.

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