Süße Labrador-Welpen: Ihre Züchterin erzählt, worauf Hundekäufer achten sollten

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Nachrodt-Wiblingwerde – Der eine ist ein Rabauke, der andere ein Kuschler: Die acht Welpen von Julia Schwalm sind total unterschiedlich. Sie erzählt, wie Herrchen und Hund am besten zusammenfinden.

Sie stolpern und wuseln, rennen und kuscheln, klauen Schuhe, verstecken sich in Büschen, kugeln übereinander und beißen Mama Caylie ins Ohr: Die sieben Wochen alten „Minis“ aus Herlsen sind so zauberhaft, dass man sagen möchte: „Ein Leben ohne Hund ist möglich, aber sinnlos.“

In der nächsten Woche ziehen die Labrador-Babys aus – und bekommen ein neues Zuhause. Und zwar nicht irgendeins: Die Familien wurden von Züchterin Julia Schwalm ausgewählt. Denn beide Seiten – der Hund und das neue Herrchen – sollen zusammen passen. 

Züchterin Julia Schwalm

Wie findet man einen guten Züchter? Sicher nicht dort, wo der Käufer dem Verkäufer egal ist, wo nur das Geld im Mittelpunkt des Interesses steht. „Wer zuerst kommt, malt zuerst, also der bekommt den ersten Hund, das ist eine ganz schlechte Art“, sagt Julia Schwalm. 

Sie hat sich die Interessenten für die Labrador-Welpen sehr genau angeschaut, sogar eine Art Bewerbungsverfahren durchgeführt, bei dem einige Leute auch durchgefallen sind. „Weil die Rahmenbedingungen nicht passten“, sagt Julia Schwalm.

Achtung vor spitzen Zähnchen

So waren beispielsweise zu kleine Kinder in der Familie. Die Welpen seien stürmisch, würden mit ihren spitzen Zähnchen auch gern mal an den Fingern knabbern. Manche Interessenten hätten auch faktisch gesehen gar keine Zeit für einen Hund, weil sie von 9 bis 18 Uhr nicht zu Hause sind. Das Tier wäre immer über viele Stunden allein. 

So kritisch wie die Züchterin sollten auch Herrchen und Frauchen sein und nicht auf sogenannte Wühltischhunde hereinfallen, die mit schicken Fotos inseriert werden und dann im schlimmsten Fall an schlimmen Krankheiten leiden. „Darf man die Mutter der Welpen kennenlernen? Wenn das nicht der Fall ist, sollte man schon skeptisch sein“, sagt Julia Schwalm, die mit Caylie auch zur Rettungshundestaffel des Märkischen Kreises gehört. 

Drei Mädchen und fünf Jungs

Mit Hunden kennt sich die Herlsenerin bestens aus, aber der erste Wurf ihrer geliebten, dreijährigen Hündin war ohne Frage „der Hammer“. Drei „Mächchen und fünf Jungs“ brachte Caylie zur Welt. Der Papa ist „ein ganz toller Rüde aus Aindling bei Augsburg“, erzählt Julia Schwalm, die beim Deutschen Retrieverclub (DRC) züchtet. 

Die Auflagen sind vielfältig. So müssen die Gesundheitswerte stimmen – Hüfte, Ellenbogen, Zähne, Augen, und es müssen auch Genkrankheiten ausgeschlossen sein. „Und beim DRC muss ein Elternteil eine jagdliche Prüfung haben“, sagt die Herlsenerin. Caylie konnte mit Topwerten begeistern. 

Sechs Rüden kamen schließlich in Frage. Reinrassig braun ist auch der Papa der Welpen, der beim ersten Kennenlernen aber erst einmal mit Caylie so lange durch den Garten tobte, dass an Turteln nicht zu denken war. Einen Tag später waren sich die beiden dann aber einig. 

Vier Wochen des langen Wartens später wurden beim Ultraschall acht Minis entdeckt. Insgesamt trägt eine Hündin nur 63 Tage. Julia Schwalm hat sich auf ihre Aufgabe mit Herz und Seele eingelassen und besuchte ein umfangreiches Neuzüchterseminar. 

24 Stunden auf Trab

Die Welpen, die eine 24-Stunden-Betreuung bekommen, lernen in Herlsen alles kennen: verschiedene Untergründe beispielsweise, wie Gras oder Sand. Sie lieben die Nestschaukel und haben später sicherlich keine Angst vor Brücken. Sie lernen Menschen jeden Alters kennen. 

Und sie bringen natürlich schon ihren Charakter mit: Da ist der gelassene Nemo oder Hector, der Rabauke. Cody, der Kuschel-Hund und Buddy, der sich gern aus allem heraus hält. Balu, der Teddybär, und Paula, die immer als erstes zum Kuscheln kommt. 

Es ist für Julia Schwalm das Besondere, den absoluten „Match-Punkt“ zu finden – den passenden Hund für das passende Herrchen. Und so bekommt eine Familie mit einem kleinen Jungen, der schon mal von einem Hund gebissen wurde, natürlich nicht den größten Racker aus dem Wurf, sondern den vorsichtigsten. 

Gunni ist noch zu haben

Alice, die als erstes zur Welt kam, behält Julia Schwalm. Ein Hund ist übrigens noch zu vergeben: Gunni, die Kämpferin. „Sie kann nicht an unerfahrene Menschen abgegeben werden“, sagt Julia Schwalm und hofft auf „die Richtigen. Sonst bleibt sie auch gern bei uns."

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