Sturm Sabine: So fällt die Bilanz in Nachrodt aus

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Am Gut Sassenscheid mussten viele Äste abgeschnitten werden.

Nachrodt-Wiblingwerde – Retter und Förster atmen durch nach Sturm Sabine - und ziehen Bilanz.

Durchatmen bei den Kräften der Feuerwehr. Bis 1 Uhr waren sie in der Nacht von Sonntag auf Montag in Alarmbereitschaft – doch das erwartete Sturmchaos blieb aus. „Wir sind verschont geblieben. Wir hatten lediglich zwei kleine Einsätze“, sagte Feuerwehrchef Mark Wille in der Nacht. 

Von da an blieb es ruhig. Wille rechnete damit, dass am Montagmorgen weitere Einsätze folgen würden. Dadurch, dass sich die Nachrodt-Wiblingwerder vorbildlich an die Warnung der Behörden hielten und die Straßen nahezu ausgestorben waren, fürchtete die Feuerwehr, dass einige kleinere Straßen blockiert sein könnten und es bislang einfach nicht aufgefallen sei. 

"Alle aus Kyrill gelernt"

Aber auch diese Sorge bewahrheitete sich nicht. Die Sturmbilanz sei aber auch deswegen relativ gering ausgefallen, weil die Nachrodt-Wiblingwerder vorbereitet waren. Lose Gegenstände rund ums Haus wurden beseitigt oder befestigt. 

Zudem achteten die Hausbesitzer intensiver auf Gehölzpflege „Wir haben alle aus Kyrill gelernt“, sagte Mark Wille erfreut. Förster Christof Schäfer atmete ebenfalls tief durch. 

Eine Großschadenlage blieb auch im Wald aus. „Natürlich gibt es Schäden, aber die sind relativ überschaubar. So wie es bis jetzt aussieht, sind es nur ein paar Einzelwürfe“, sagte Christof Schäfer zur Bilanz. 

Andere Voraussetzungen als bei Kyrill

Mit Kyrill seien die Schäden nach Sturm Sabine auf keinen Fall vergleichbar. Allerdings seien die Umweltfaktoren auch andere. „Zum einen sind einfach nicht mehr so viele Bäume da. Zum anderen sind viele Fichten durch den Käferbefall ohne Nadeln und bieten nicht so eine Angriffsfläche. Hinzu kommt, dass der Boden nicht so durchweicht ist wie 2007“, erklärte Schäfer. 

Bisher seien ihm nur einzelne umgestürzte Bäume gemeldet worden. Beispielsweise am Eickhoff rund um den Bereich des Guts Sassenscheid. Er wird sein Revier nun nach und nach kontrollieren und die Schäden dokumentieren. 

Unterdessen waren die Mitarbeiter des Bauhofes gestern unterwegs, um nach Sabine Wasserrinnen und Bachläufe zu kontrollieren. „Dabei mussten auch dicke Äste entfernt werden“, sagte der Leiter des Bauhofes Volker Richter. 

Bauhof im Einsatz

Umgestürzte Bäume gab es zudem an der Brenscheider Mühle und am Wördener Bach. Ihnen rückte die Bauhof-Mannschaft mit Motorsägen zu Leibe. Bürgermeisterin Birgit Tupat hatte während der Sturm-Nacht ständigen Kontakt zur Wehrleitung, blieb aber vorsorglich zu Hause in Rennerde. 

Die Sorge, dass Sabine ähnlich wie Kyrill durch die Gemeinde wüten würde, war natürlich groß. Der Orkan hatte 2007 das Dach der Lennehalle beschädigt. „Danach rappelte es in den Serpentinen“, erinnert sich Birgit Tupat. Ihr Dank gilt heute wieder den Einsatzkräften, die sich die Nacht um die Ohren schlugen.

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