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„Stunde der Wintervögel“: Am Wochenende Vögel zählen und melden 

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Der Nabu bietet Hilfe bei der Vogelzählung
Der Nabu bietet Hilfe bei der Vogelzählung © Sebastian Hennigs

Was piept denn da im Garten? Ob es in Nachrodt-Wiblingwerde aufgrund der vielen Waldgebiete, der vielen großen Gärten und landschaftlichen Oasen besonders viele Vögel zu zählen gibt? An diesem Wochenende findet die „Stunde der Wintervögel“ statt.

Nachrodt-Wiblingwerde – Der Weißstorch hat sich bereits im Spätsommer aus dem Staub gemacht. Auch die Kraniche sind in herrlichen Formationen davongeflogen. Kein Piep mehr zu hören? Doch. Viele Vögel, wie die Amsel oder die Blaumeise, überwintern in Deutschland. Um ein möglichst genaues Bild von der Vogelwelt zu erhalten und Veränderungen bei den Vögelbeständen festzustellen, ruft der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) zum zwölften Mal zur „Stunde der Wintervögel“ auf – und zwar für dieses Wochenende. Vogelfreunde sind dazu aufgerufen, eine Stunde lang alle Vögel zu zählen und zu melden. Meldeschluss ist der 17. Januar.

„Vergessen Sie Corona eine Weile“

„730 Vogelfreunde haben im vergangenen Jahr im Märkischen Kreis an der Aktion teilgenommen und Amseln, Haussperrlinge, Blau- und Kohlmeisen als häufigste Vogelarten gezählt“, sagt der Nachrodter Friedrich Petrasch, Mitglied im Nabu-MK. Was macht die Vogelwelt im Garten? „Vergessen Sie Corona eine Weile, gönnen Sie sich eine Stunde Ruhe und setzen sich mit einem Fernglas ans Fenster oder auch in einen Garten oder Park und zählen Sie die verschiedenen Vogelarten“, ruft Friedrich Petrasch zum Mitmachen auf.

In ganz Deutschland ließen sich im vergangenen Jahr 236 000 Menschen nicht lange bitten und machten mit. Insgesamt gingen Meldungen aus 164 000 Gärten und Parks ein.

Nabu bietet Zählhilfe

Doch es ist es gar nicht so einfach, die Vögel zu identifizieren und zu zählen. War es gerade dasselbe Rotkehlchen am Futterhäuschen? Oder war es vielleicht ein Dompfaff, der nämlich auch einen rötlichen Bauch hat? Der Nabu bietet eine Zählhilfe und auch Fotos von den gefiederten Tieren.

„Um Doppelzählungen zu vermeiden, ist lediglich die größte jeweils notierte Zahl festzuhalten. Notiert man beispielsweise drei Blaumeisen und zehn Minuten später 7, gilt nur die letzte Anzahl“, so Friedrich Petrasch, der alle Teilnehmer bittet, das Online-Meldeformular zu nutzen. Zu finden ist dies unter www.nabu.de. „So sparen wir Kosten und die Beobachtungen fließen live in die Auswertung ein. Das Formular ist vom Aktionsbeginn bis zum Ende der Meldefrist am 17. Januar freigeschaltet. Unter der kostenlosen Rufnummer 0800 / 11 57 115 werden die Daten am 8. und 9. Januar von 10 bis 18 Uhr auch direkt entgegen genommen.

Wie wirkt sich der sehr warme Jahresabschluss 2021 aus?

Friedrich Petrasch erklärt die Wichtigkeit der Aktion und die Fragestellungen: „Bewegen wir uns auf einen stummen Frühling zu? Wie wirkt sich der Klimawandel hinsichtlich der Zugvögel aus dem Norden aus? Bleiben Zugvögel in der kalten Jahreszeit verstärkt bei uns? Wie wirkt sich der sehr warme Jahresabschluss 2021 aus? Haben es deshalb die Vögel kaum nötig, die Futterstellen in den Gärten aufzusuchen? Mitte bis Ende Februar werden dann die Ergebnisse veröffentlicht, auch nach Landkreisen aufgeschlüsselt.“

Die Vögel machen einen Bogen um seinen Garten

Übrigens: Grundsätzlich, so der Nabu, ist eine Vogelfütterung vor allem im Winter aus umweltpädagogischer Sicht empfehlenswert. Dann kommen wesentlich mehr Vögel zur Futterstelle, und bei niedrigen Temperaturen ist es einfacher, für die notwendige Hygiene zu sorgen. So wird eine Übertragung von Salmonellen auf die Tiere verhindert. Typischerweise füttert man im Winter von November bis Ende Februar. Bei Frost oder Schnee werden besonders viele Vögel das Angebot annehmen. Eine ganzjährige Fütterung ist dagegen nicht angesagt und auch Friedrich Petrasch macht dies nicht.

In den vergangenen Jahren war der Nachrodter das eine oder andere Mal enttäuscht, dass er bei der „Stunde der Wintervögel“ gar nicht so viele Vögel zählen konnte. „Sie machen wohl einen Bogen um meinen Naturgarten, der an ein Waldgebiet grenzt. Aber vielleicht ist es auch ein positives Zeichen, dass sie außerhalb der Siedlungsgebiete ausreichend Nahrung finden“, so Friedrich Petrasch, der schon jahrelang keine Spatzen mehr gesehen hat. Die Grün- und Buntspechte hört er nur von weitem klopfen, wenn sie ihre Reviere kennzeichnen oder Höhlen bauen. Die richtig seltenen Vögel würden übrigens sowieso etwas später kommen, die Wacholderdrossel oder die Rotdrossel beispielsweise.

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