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Böllerverbot an Silvester: Klare Meinung in Nachrodt

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Von: Lydia Schmitz-Machelett, Maximilian Birke

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Silvester
Keine Silvesterraketen, keine Böller: Dazu haben die Nachrodter eine klare Meinung © Christophe Gateau/dpa/Symbolbild

Keine Knaller, kein Feuerwerk: Der Verkauf von Feuerwerk für Silvester ist in diesem Jahr verboten. Dazu haben die Nachrodter und Wiblingwerder eine klare Meinung. Und Edeka-Chef Kai Kantimm vermiest das Verbot das Geschäft auch nicht.

Nachrodt-Wiblingwerde – Um die Krankenhäuser, Ärzte und Pfleger in der derzeit sehr angespannten Pandemie-Lage nicht zusätzlich zu belasten, soll es – wie schon im vergangenen Jahr – ruhig bleiben in der Silvesternacht. Sollte es zumindest. Die Bundesregierung hat ein Verbot für den Verkauf von Feuerwerk beschlossen, der traditionell am 29. Dezember in den Läden startet.

Dem Verkaufsverbot kann Kai Kantimm, Inhaber von zwei Edeka-Märkten in Nachrodt und Lüdenscheid-Brügge, gelassen entgegen sehen. Ihm macht es das Geschäft nicht kaputt. Denn: „Ich habe sowieso nichts geordert“, sagt Kantimm. Schon 2019 habe er beschlossen, aus dem Handel mit Feuerwerk insgesamt auszusteigen. „Aus Umweltgründen und um die Tiere zu schützen. Und wir Menschen sind letztendlich auch Tiere.“

Nur ein Kunde hat bislang nach Feuerwerk gefragt

Bereut habe er seine Entscheidung, die noch vor der Corona-Pandemie fiel, nicht. „Ich habe mit diesem Geschäft abgeschlossen.“ Natürlich gehe durch fehlende Feuerwerksverkäufe Umsatz verloren, das sei aber zu verkraften, meint Kantimm. Die Nachfrage in seinen Märkten gehe quasi gegen Null. „Ich erinnere mich an nur einen Kunden, der in diesem Jahr nach kleinerem Tischfeuerwerk gefragt hat“, berichtet er. Davon abgesehen gebe es wenig Interesse oder die Leute seien bereits informiert.

Obst und Gemüse werden täglich frisch geliefert: Kai Kantimm in seinem Edeka-Markt an der Altenaer Straße in Nachrodt.
Feuerwerk gibt es in den Edeka-Märkten Kai Kantimm in Nachrodt und Lüdenscheid nicht. © Thomas Keim

Dass Kai Kantimm sich vom Böllerverkauf inzwischen distanziert, stoße bei den meisten seiner Kunden auf positives Feedback. „Hier in der Region sind die Menschen sehr naturverbunden. Viele haben selbst Hund, Katze oder Pferd. Da ist das Verständnis ein anderes als in Großstädten wie Köln, wo das Feuerwerk mehr Tradition hat.“

Reiterhof-Betreiberin: Verbot erspart Tieren Stress

Damit trifft er den Nerv von Geraldine Hegemann-Malkus, die das Pferdesportzentrum in Wiblingwerde betreib. „Ich finde es im Hinblick auf alle Tiere super“, sagt sie zum Verbot. „Klar ist es schön, Raketen anzusehen und auch ein schöner Gedanke, damit böse Geister zu vertreiben, aber der Stress, den die meisten Tiere haben, ist viel wichtiger zu bewerten, sodass das Schöne daran nicht überwiegt Deshalb kann ich sehr gut drauf verzichten“, sagt Geraldine Hegemann-Malkus.

Geraldine Hegemann-Malkus findet das Böllerverbot gut.
Geraldine Hegemann-Malkus findet das Böllerverbot gut. © Machelett, Lydia

Genau deswegen findet auch Lina Krollkiewicz aus Veserde das Verbot richtig. „Es ist gut wegen den Tieren. So wird Silvester für sie deutlich stressfreier.“ Doch es sei auch schade, dass es keine bunten Lichter am Himmel gibt. „Das gehört ja irgendwie zu Silvester dazu.“ Ein wenig traurig ist auch Claudia Koller aus Wiblingwerde über die Entscheidung der Bundesregierung. „Ich verstehe es einerseits mit Blick auf mögliche Verletzte und darauf, dass Krankenhäuser viel zu tun haben könnten. Wir persönlich finden es aber schade. Uns fehlt das Feuerwerk. Es war ein Ritual, das fehlt.“

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