Stress am Zaun: Hundehalter sauer über gesperrten Weg

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Bernd Bussler (57) mit seinem Hund Evy und seiner Schwester Beate Ehlers können den Weg nicht mehr nutzen.

Nachrodt-Wiblingwerde – 50 Jahre hat Bernd Bussler den kleinen Weg am Haus genutzt. Den versperrt ihm nun ein Zaun. Ein Unding, findet er.

Für Bernd Bussler (57) ist es völlig unverständlich, was da nebenan passiert ist. Bussler lebt in einer Wohnung an der Kampstraße 8. Die Eigentümer der Wohnungen auf dem Grundstück Kampstraße 7 bis 9 haben einen Zaun errichten lassen. 

Damit ist für den Nachrodter der schnelle Zugang zum Waldweg nach Lössel versperrt. Bussler sagt: „Leuten, die den Weg benutzen, wird mit Anzeige wegen Hausfriedensbruch gedroht.“ 

Er erinnert daran, wie die Situation früher war: „Dieser Weg ist von mir über 50 Jahre lang benutzt worden, er war immer offen zugänglich.“ Busslers Schwester Beate Ehlers spricht in diesem Zusammenhang von Gewohnheitsrecht. Vom Ordnungsamt fühle sich niemand dafür zuständig, kritisiert der Nachrodter. „Statt zu helfen und einzugreifen“ habe ihm die Behörde eine Karte mit Einkreisung des Grundstückes der Kampstraße 7 bis 9 geschickt. „Damit man auch weiß, dass es privat ist.“ 

Ordnungsamt hakt nach

Dieser Weg sei aber selbst in der Wanderkarte der Gemeinde als Zugang zum Naherholungsgebiet Wald eingezeichnet. Durch diese Einschränkungen seien mittlerweile Wege und Straßen zum Teil mit Kot verschmutzt. 

Das Ordnungsamt hat sich mit der Angelegenheit befasst. Es handele sich um ein Privatgrundstück, das einer Eigentümergemeinschaft gehört, sagt dessen Leiter Sebastian Putz. „Der Eigentümer kann entscheiden, ob er einen Zaun aufstellt.“ Putz hat sich auch mit dem Heimatverein in Verbindung gesetzt, der sich um Wanderwege in der Doppelgemeinde kümmert. 

Es gibt alternative Wege

Die Nachfrage habe ergeben, dass der Weg an der Dümplerleie starte, nicht an der Kampstraße. Es gebe zwei andere Zugänge: an der Schubertstraße und an der Berliner Straße. 

Bussler fühlt sich dennoch schlecht behandelt: „Ich bin Träger der Rettungsmedaille von NRW, die würde ich gerne dem Ordnungsamt, das sie damals beantragt hat, zurückgeben. Solche Art von Behandlung bin ich nicht gewohnt und möchte von diesem Amt auch nichts in meinem Wohnraum haben.“ 

Sperrung wird ignoriert

Martin Sprenger, der sich seit vielen Jahren um die Hausverwaltung an der Kampstraße 7, 9 und 11 kümmert, hat eine ganz andere Sicht der Dinge. Die Beschilderung „Privatgrundstück“ würde schlicht und ergreifend ignoriert. 

„Die Leute gehen einfach darüber“, sagt er. „Die Hinterlassenschaften der Hunde werden einfach liegen gelassen.“ Seit fünf Jahren würden die Leute immer wieder darauf hingewiesen, „aber sie stören sich nicht daran“. 

Zaun wird erweitert

Der Zaun würde auch noch erweitert, da der bestehende nicht akzeptiert werde und manche Leute sich immer noch einen Durchgang suchen würden, betont Sprenger. „Jeder sollte respektieren, dass es sich um ein Privatgrundstück handelt. Es ist die Verrohung der Gesellschaft, wie heute miteinander umgegangen wird."

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