In der Zwischenzeit macht sich Wildwuchs breit

Streit um Begräbnisstätte: Güte-Termin steht aus

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Vorher Wildwuchs auf dem kleinen Friedhof am Tannenweg...

Nachrodt-Wiblingwerde -  Es war ein Trauerspiel. Gras und Unkraut wuchsen in den Himmel, zur Grabstelle derer von Carlowitz war kaum ein Durchkommen. Die Anwohner rund um den Tannenweg waren enttäuscht von dem Zustand.

„Dabei war alles hier mal ein Schmuckstück“, sagt Volkmar Wiesemann. Doch dann gab es – und gibt es immer noch – Streitigkeiten rund um den Grundstücksverkauf von zwei Parzellen, die im Bebauungsplan Nr. 3, Forsthaus Helbecke bis Opperhusen, verankert sind. Dazu gehört eben auch der kleine Friedhof.

Im Augenblick scheint nicht geklärt, wer für die Pflege der Gedenkstätte und der Flächen drumherum zuständig ist. Ist es noch die Erbengemeinschaft von Carlowitz? Oder Christian von Löbbecke möglicherweise, dem die Grabstelle nach eigenen Aussagen wichtig ist?

Er hat, wie er betonte, „in langen und schwierigen Verhandlungen einen Kaufvertrag über einige Grundstücke schließen können“. Darunter befindet sich auch diese Fläche, auf der sich das Erdbegräbnis von Carlowitz befindet. Mit der Familie von Carlowitz ist die Familie von Löbbecke verwandt. Auf eine Anfrage, wer denn jetzt für das Grundstück verantwortlich zeichnet, antwortet Christian von Löbbecke nicht. Allerdings wurde kurze Zeit nach der Anfrage die Wiese gemäht – nämlich genau ein paar Meter als Zugang zur Grabstätte und die Fläche hinterm Zaun. Daneben und dahinter erobert die Natur jedes weitere Fleckchen. Im August vergangenen Jahres hatte von Löbbecke im Rat argumentiert: „Es ist uns wichtig, diese Gedenkstätte zu erhalten und langfristig zu sichern.“

.. und jetzt von sämtlichem Kraut befreit.

Damals war von Bebauungs-Absichten auf dem Gelände neben dem Friedhof keine Rede. Die Gemeinde dagegen möchte ihr Vorkaufsrecht genau deshalb nutzen und wollte den Friedhof auch gerne aus dem Kauf ausklammern. Fakt ist: Aus dem Vertrag zwischen Christian von Löbbecke und der Erbengemeinschaft wurde erst einmal nichts, weil die Gemeinde ihre Vorkaufsrecht-Karte zog.

Daraufhin leitete Christian von Löbbecke ein Klageverfahren gegen die Gemeinde ein. Das Verfahren zieht sich immer noch hin. „Wir sollten einen Bebauungsvorschlag vorlegen. Das haben wir getan. Jetzt sollen wir uns bei einer Art Gütetermin mit Herrn von Löbbecke noch einmal zusammensetzen“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat. Der Termin für einen Austausch steht noch nicht fest.

Nach wie vor gilt der Beschluss des Rates, das Vorkaufsrecht zu nutzen, um dort Bauland anzubieten und den Ort weiter zu entwickeln. Auch Christian von Löbbecke will augenscheinlich – aber nicht von ihm persönlich bestätigt – auf dem Gelände bauen. Während die Angelegenheit noch juristisch zu klären ist, wächst das Gelände zu. „Wenigstens die Gräber sollte man machen“, meint Silvia Riedel. „Erst sind alle verrückt danach und dann kümmert sich keiner mehr.“ Ihr Mann Frank hat sich zehn Jahre um die Pflege des Grundstücks im Auftrag von Elfriede von Carlowitz gekümmert, nachdem es zuvor 30 Jahre von Karl-Heinz Tacke gemacht wurde. Doch nach dem Tod von Elfriede von Carlowitz gab es weder von der Erbengemeinschaft noch vom Käufer einen Auftrag dazu.

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