Streetworker verlässt Nachrodt - aus diesem Grund

+
Tobias Busch (rotes T-Shirt) im Kreise der Kollegen und Weggefährten. 

Nachrodt-Wiblingwerde – Der Abschied fällt schwer: Tobias Busch verlässt die Nachrodter Kurve. Der Streetworker und Sozialarbeiter macht künftig was ganz anderes.

Es ist ein Abschied, den viele bedauern: die Jugendlichen, die Kollegin, der Chef, die Bürgermeisterin. Und Tobias Busch hatte einen Kloß im Hals, als er im Jugendzentrum den Dank entgegennahm, die Süßigkeiten und das Tagesbuch, das Erich Reinke, Leiter des evangelischen Jugendreferates, ihm überreichte. 

Darin soll er die vielen Erinnerungen aufschreiben, die er mit der Jugendarbeit in Nachrodt-Wiblingwerde verbindet. Tobias Busch, der gemeinsam mit Deborah Pahlmann die „Nachrodter Kurve“ leitete und auch als Streetworker in der Gemeinde tätig war, wechselt zur Paulus-Gemeinde nach Wehringhausen. 

Die neuen Jobs des Sozialarbeiters

Der 27-Jährige, der Gemeindepädagogik und soziale Arbeit studiert hat und auch Diakon ist, wird seine Fähigkeiten jetzt in Hagen einbringen. So wird er dort auch Jugendarbeit machen – Konfirmandenunterricht, Kindergottesdienste – Gemeindefeste organisieren und mit Ehrenamtlichen zusammenarbeiten. 

Herzliche Umarmung gibt es von seiner Kollegin Deborah Pahlmann für Tobias Busch. 

Aktuell gibt es zwei Pfarrer dort, die eineinhalb Stellen haben, und die beide in zwei Jahren in Rente gehen. Dann wird nur noch eine neue Stelle ausgeschrieben. „Der Trend geht zu multiprofessionellen Teams. Da arbeiten Pfarrer, Gemeindepädagogen, Presbyter und andere Ehrenamtliche zusammen.“ 

Viel bewegt in Nachrodt und Wiblingwerde

Für Tobias Busch eine komplett neue Herausforderung und wahrscheinlich „Lichtjahre“ von seinem Job entfernt, den er im Jugendzentrum hatte. Am 1. September 2017 hatte Tobias Busch in der Nachrodter Kurve angefangen und dem Jugendzentrum mit seiner Kollegin Deborah Pahlmann zu neuem Glanz verholfen. 

„Nach dem Studium wollte ich noch nicht in eine Gemeinde, weil ich mich erst einmal mit mir und meinem Glauben auseinandersetzen musste“, erzählt der Sozialarbeiter, der sich jetzt viel gefestigter fühlt. Dass er in Nachrodt ein gerade bestelltes Feld aufgibt, kommentiert er mit den Worten: „Debbi ist ja noch da.“ 

"Mit kleinen Dingen große Wunder bewirken"

Aber natürlich sei er auch traurig: „Ich fand es schön, die Entwicklung des Jugendzentrums zu sehen. Aber auch die Arbeit in Wiblingwerde war gut. Ich habe für mich mitgenommen, dass selbst kleine Dinge große Wunder bewirken können, dass man jungen Leuten zu großen Schritten verhelfen kann. Die Arbeit am Menschen ist sehr wichtig“, sagt Tobias Busch, der „viele nette Bekanntschaften in Nachrodt-Wiblingwerde gemacht hat“. 

Erich Reinke lobte Tobias Busch in den höchsten Tönen: „Was du in der mobilen Jugendarbeit in Wiblingwerde auf die Beine gestellt hast, ist ganz großes Kino. Du hast auch viel für Jungen und junge Männer getan.“ 

Ein neuer Mann wäre schön

Auch Bürgermeisterin Birgit Tupat fand herzliche Worte für den Streetworker. „Auf dem Dorf ist es sicher erst einmal schwierig, Kontakte zu knüpfen. Aber nachher ist das super gelaufen. Selbst mit Eltern hatten Sie Kontakte. Das hatten wir hier lange nicht mehr.“ 

Die Stelle ist ausgeschrieben. Am liebsten wäre es Erich Reinke, wenn wieder ein Mann ins Team käme. Schließlich habe sich die „Konstellation Frau-Mann“ in der Nachrodter Kurve für die Jugendlichen bewährt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare