Nach Hochwasser

Straßenschäden: Erste Prognose für Nachrodt geht in die Millionen

Die Breddestraße in Nachrodt ist nicht erreichbar. Das Hochwasser hat die Zufahrt schwer beschädigt.
+
Straßenschäden ohne Ende in Nachrodt: Nun gibt‘s eine erste Prognose zu den Kosten.

Die Straßenschäden nach dem Hochwasser sind massiv in Nachrodt: Nun wagt die Gemeinde eine erste Prognose zu den Kosten. Die geht in die Millionen.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die Schäden, die Unwetter Bernd nach sich zog, sind massiv. Das ganze Ausmaß wird nach und nach sichtbar. Etwa sieben Millionen Euro wird allein die Gemeinde für die Beseitigung der größten Schäden an Gemeindestraßen ausgeben müssen.

„Das ist eine ganz grobe Schätzung nach unseren aktuellen Sachständen“, berichtet Bauamtsleiter Dirk Röding – und betont, dass es sich dabei nur um die Schäden an Gemeindestraßen handle. Gebäude wie das Amtshaus oder die Schulen und Sportanlagen seien zum Glück verschont geblieben. Dennoch: „Das ist eine Summe, die wir aus dem Haushalt gar nicht stemmen können“, erklärt Dirk Röding.

Unterstützung von Bund und Land nötig

Die Gemeinde habe diese Summe und die Schäden an den Kreis gemeldet. Dieser sammelt die Auflistungen der Kommunen und meldet sie weiter an die Bezirksregierung. „Wie und wo wir Unterstützung, zum Beispiel von Land und Bund, bekommen, wird sich erst in den nächsten Tagen zeigen“, sagt der Bauamtsleiter.

Ein weiteres großes Problem wird die Verfügbarkeit von Baufirmen sein, die auf Straßenbau spezialisiert sind. „Unsere heimischen Tiefbauer leisten schon wirklich großartige Arbeit. Aber auch sie werden bald an ihre Grenzen kommen“, erklärt Röding. Die Unternehmen helfen, wo sie können. In weiten Bereichen seien aber Spezialisten im Straßenbau gefragt. Röding: „Dafür fehlen hier vor Ort die Maschinen.“ Die Gemeinde sei aber bereits dabei, Firmen für den Wiederaufbau anzufragen.

Geröll lagert auf Rastatt-Gelände

Derweil werden Schutt und das Geröll abtransportiert, das sich auf den Straßen gesammelt hatte. „Dafür haben wir ein Zwischenlager neben dem alten Gelände der Rastatt errichtet. Das Material wird später wieder eingebaut. Eine Entsorgung auf einer Deponie wäre mit viel zu großen zusätzlichen Kosten verbunden“, erklärt Röding.

Derweil bittet Kämmerin Gabriele Balzukat die Nachrodt-Wiblingwerder, ebenfalls ihre Hochwasserschäden bei der Gemeinde zu melden. „Wir brauchen eine kurze Darstellung der Schäden, die das Hochwasser angerichtet hat“, erklärt die Kämmerin. Die Meldung sollte bis Freitag, 30. Juli, um 12 Uhr an die Mailadresse post@nachrodt-wiblingwerde.de eingegangen sein.

Schätzung der Schadenshöhe nötig

„Dass zum jetzigen Zeitpunkt noch keine konkreten Zahlen genannt werden können, ist allen bewusst, jedoch wird um eine grobe Auflistung mit folgenden Angaben gebeten: Kontaktdaten, betroffenes Objekt/ betroffene Bereiche, Schadensauflistung (Hausrat, Einrichtung, Fahrzeuge), grobe Schätzung der Schadenshöhe“, sagt Gabriele Balzukat und betont, dass mit dieser Meldung noch keine öffentlichen Hilfs- und Förderprogramme oder Ansprüche auf Spendengelder verbunden sind.

Zudem ersetze die Info an die Gemeinde auch nicht die Meldung an die Versicherung. Die müssen die Betroffenen – sofern noch nicht geschehen – bei ihrer Versicherung direkt absetzen. „Die Meldungen sind für uns wichtig, um einen Bedarf für etwaige Programme zu melden und die Verteilung der Spendengelder vorzubereiten“, erklärt Gabriele Balzukat.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare