Stöberkinder entdecken die Welt der Erwachsenen

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19 Kinder nahmen am Dienstag in Wiblingwerde am Stöbertag teil. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ „Ist das schwer“, stöhnt Florian Pingel, als er die Feile über den kleinen Aluminiumblock führt. Der Viertklässler nimmt am Stöbertag teil und macht in der Firma Cut it in Eilerde die Erfahrung, dass der Arbeitsalltag eines Erwachsenen alles andere als ein Zuckerschlecken ist.

Insgesamt 19 Grundschüler aus Wiblingwerde haben sich am Dienstag an dem Aktionstag beteiligt und damit die Chance genutzt, einmal in die Welt der Großen hineinzuschnuppern, Arbeitsplätze und Berufe kennen zu lernen. Neben Florian Pingel warf auch Fynn Noah Weustermann bei Cut it einen Blick hinter die Kulissen. Firmenchef Jörg Benscheidt persönlich zeigte ihnen zunächst am Computer, wie in dem Unternehmen Werkzeuge und Formen hergestellt werden. Dann ging es an die Werkbank. Nach zwei Stunden konnten die beiden Jungen dann ein selbst bearbeitetes Werkstück als Andenken mit nach Hause nehmen.

Den Werkzeugbau lernten bei der Firma Wachsmuth auch Raphael Aaron Hülle und Joshua Lenhoff kennen. Der Auszubildende Jannis Riedel führte sie durch das Unternehmen an der Harpkestraße, wo die beiden Grundschüler unter anderem staunend zur Kenntnis nahmen, dass hier mit einer Präzision von einem tausendstel Millimeter gearbeitet werden muss. Ganz so genau mussten sie selbst anschließend nicht sein, als sie an der Werkbank die Feile in die Hand nehmen oder in der Sandstrahlkabine ein Werkstück reinigen durften. Und auch Raphael Aaron und Joshua durften natürlich ein Erinnerungsstück mit nach Hause nehmen.

Das wäre bei Jonathan Hülle und Janlucas Wiecher nicht so einfach gewesen, denn was sie am Bauhof der Gemeinde zusammen mit Salvatore Nastasi schufen, ließ sich nach Fertigstellung nicht so leicht von der Stelle bewegen. Der Bauhof-Mitarbeiter brachte den beiden Stöberern bei, wie man eine Mauer errichtet. Nach dem Anmischen des Mörtels zeigte er ihnen, wie mit Kalksandsteinen zunächst eine Ecke gemauert wird, ehe die beiden Jungen dann selbst aktiv werden konnten. Schnell hatten sie erkannt, wie sie Wasserwaage und Richtschnur nutzen konnten, damit die langsam entstehende Wand auch möglichst gerade wurde. Anschließend zeigte ihnen Bauhof-Mitarbeiter Ralf Heinrich, mit welchen Maschinen er und seine Kollegen im Winter in Nachrodt-Wiblingwerde für schnee- und eisfreie Straßen sorgen. Und schließlich ging es noch auf eine Kontrollfahrt durch die Doppelgemeinde, ehe für Janlucas und Jonathan wie auch für die 17 anderen Stöberkinder die Mittagspause anstand.

Im Wiblingwerder Jugendtreff Renate Richwien vom Jugendzentrum für sie ein Büfett aufgebaut. Nachdem das „geplündert“ war, starteten die Stöberkinder zu ihrer zweiten Runde. Alle konnten am Nachmittag nämlich noch einen weiteren Betrieb erkunden, denn insgesamt hatten 13 Unternehmen in und um Wiblingwerde ihre Mitwirkung zugesagt. Und im nächsten Jahr sind vielleicht auch Unternehmen aus Nachrodt dabei, wenn wieder Kinder zum Stöbern aufbrechen. Friedrich-Wilhelm Teutenberg vom Kreisjugendamt würde das ebenso begrüßen wie Bürgermeisterin Beatrix Naujoks. ▪ vg

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