Sternsinger brechen in der Doppelgemeinde Rekorde

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Sarah Fischer, Laura Heumann und Leonie Welzel gehörten zu den 47 Sternsingern, die am Wochenende in der Doppelgemeinde von Haus zu Haus gezogen sind. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Annette Heumann von der katholischen Kirchengemeinde St. Josef in Nachrodt zeigte sich begeistert. „Das ist wohl ein neuer Rekord“, sagt sie mit Blick auf die Sternsingeraktion der Gemeinde, an der sich am Samstag und Sonntag 47 Kinder und Jugendliche beteiligten.

Die Sternsinger trotzten dem regnerischem Wetter, um ihre Mission zu erfüllen. Als Kaspar, Melchior und Balthasar verkleidet, waren sie am Samstag zunächst in Wiblingwerde unterwegs, am Sonntag besuchten sie dann viele Haushalte in Nachrodt. Obwohl eigentlich eine Aktion der katholischen Kirche, nahmen auch viele Kinder und Jugendliche sowie einige Helfer der evangelischen Gemeinde Nachrodt-Obstfeld teil. Zu den Helfern gehörte Presbyter Josef Henke. „Hier sammeln Kinder für Kinder“, sagte er. „Und die Kinder unserer Gemeinde sind ganz wild darauf, hier mitzumischen. Meine sind ja auch dabei.“ Und so sammelten beide katholische und evangelische junge Christen gemeinsam für Altersgenossen in ärmeren Ländern.

Der Erfolg der Aktion war unerwartet hoch. Schon am Sonntagmittag zeichnete sich ab, dass neben der sensationell hohen Beteiligung auch ein Rekordergebnis eingefahren werden könnte. Die Kinder und Jugendlichen beider Gemeinden haben Spenden von fast 7300 Euro entgegen nehmen können. Gemessen an anderen Gemeinden und unter Berücksichtigung der jeweiligen Größe der Ortschaften und Städte kann man das Ergebnis wahrscheinlich – gäbe es eine Rangliste – im ganz oberen Bereich ansiedeln. Der gesammelte Gesamtbetrag fließt in einen Fonds, der sich aus den Spenden aller Sternsingeraktionen im gesamten Bundesgebiet zusammensetzt. Diese Summe wird dann dem Kindermissionswerk zur Verfügung gestellt. Von dort aus wird das Geld aufgeteilt und in Hilfsprojekte in der ganzen Welt verteilt.

Sarah Fischer, Laura Heumann und Leonie Welzel zählen schon zu den alten Hasen unter den Sternsingern. Sarah beteiligte sich zum sechsten Mal. Laura und Leonie absolvierten am Wochenende sogar schon ihren zehnten Einsatz. Sie alle verbindet der gleiche Gedanke: Erstens mache es Spaß, insbesondere dann, wenn man erfolgreich sei. Und zweitens – für die drei Mädchen noch wichtiger – sei die Möglichkeit, anderen Kindern zu helfen, ein toller Ansporn.

Doch wie sind sie überhaupt Sternsinger geworden? Die Wurzeln hierzu lagen wohl, wie bei allen anderen Aktiven auch, in der Familie, wirken daher schon fast traditionell. Laura Heumann: „Meine Mutter und mein Bruder waren auch bei den Sternsingern. Da war es für mich eine Selbstverständlichkeit, dort auch mitzumachen.“ Sarah Fischer: „Mein Vater ist schon mitgegangen. Und davon hat er mir immer wieder erzählt. Da war für mich klar, dass ich auch einmal ein Sternsinger werden will.“ Leonie Welzel: „Ich habe in der Schule von der Aktion gehört. Ich fand das irgendwie toll und bin dann auch eingestiegen.“

Alle Gewänder der Heiligen Drei Könige haben Mitglieder der Gemeinde hergestellt. Viele der Gewänder sind schon mehr als 30 Jahre alt. Annette Heumann, die die Sternsinger-Aktion koordiniert, erinnert sich: „Ich habe bei einem der Kinder heute ein Gewand gesehen und ich bin mir sicher, dass das noch meiner Mutter hergestellt hat – aus Gardinenstoff, vor mehr als 30 Jahren.“ ▪ hb

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