Von Stationsdrachen und eingebildeten Ärzten

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Visite der amüsanten Art: Chefarzt Dr. Walter Steinfest (Horst Schröder, rechts) im Kreise seiner „Liebsten“– Ärztinnen und Krankenschwestern.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Chefarzt Dr. Walter Steinfest ist ein Mann mit Format. Er kümmert sich vor allem sehr persönlich um Ärztinnen und Krankenschwestern. So jedenfalls in der Krimi-Komödie „Geldfieber“, die das Amateurtheater Brettken am Drögen Pütt ab Freitag, 15. Juni, sechs Mal aufführt.

Dass dieser großartige Mann, auf der Bühne verkörpert von Horst Schröder, allerdings auch Schattenseiten hat, deutet sich in seinen freizügig zum Besten gegebenen Bemerkungen an: „Ein Kassenpatient ist kein guter Patient.“ Das lässt sich noch steigern: „Ohne Chefarztbehandlung? Das sind die ganz fiesen Fälle. Da kann man gar nichts mehr machen.“ Oder doch? „Pecunia non olet“ („Geld stinkt nicht“), verrät ein kleiner Anstecker am Revers der ärztlichen Kapazität. Und der Name seines Krankenhauses ist offenbar Programm: „Provinciusklinik“ steht auf Steinfests Namensschild.

Mitwirkende

Mitwirkende sind auf der Bühne Dr. Michael Podworny, Sascha Fotiadis, Michael Krüger, Horst Schröder, Christian Schmidt, Aykut Aggül, Andreas Hirt, Marina Moldenhauer, Heidi Bellmann, Ilse Alexius, Britta Podworny, Frauke Römer, Laura Lüsebrink, Franziska Schröder. Hinter den Kulissen wirken Manuela Witt (Souffleuse), Horst Schröder (Bühnenbau), Andreas Schlennstedt (Plakatentwurf) mit.

Dieses Krankenhaus liegt im Sauerland, vielleicht in Menden, wo Krimiautorin Kathrin Heinrich ab und zu auch Komödien für die Bühne schreibt. „Geldfieber“ heißt das Theaterstück, das das Nachrodter Amateurtheater ab morgen im Gasthaus Zur Rastatt spielt.

Dr. Michael Podworny, der als Professor Gottfried M. Reutlinger auf der Bühne steht, verspricht reichlich Lokalkolorit und ein Stück, „das von vorne bis hinten witzig und unterhaltsam ist“. Podworny: „Man weidet sich in den Vorurteilen, die jeder mit sich herumträgt.“ Gemeint sind jene über Unterschiede in der Behandlung von Kassen- und Privatpatienten, gierige Chefärzte und unfähige Ermittler. Denn auch ein Kommissar (Andreas Hirt) trabt durch die Krankenzimmer und scheitert daran, in bester Columbo-Manier vier Jahre nach der Tat ein schweres Kapitalverbrechen aufzuklären. 200 000 Euro schwirren irgendwie durch die ungewöhnliche, ja einmalige Szenerie: „Wir kennen kein weiteres Stück, das im Krankenhaus spielt“, erklärt Michael Podworny mit Blick auf das Krankenzimmer in der Kulisse. Das Publikum darf Stationsdrachen, Schwestern auf Männerjagd und einen Kommissar auf der Suche nach dem ersten Erfolg seiner langen Karriere erwarten. Als weitere Zutaten treten eingebildete Kranke und eingebildete Ärzte auf. Eine weitere Figur entspricht einem Muster gesellschaftlichen Fehlverhaltens, das erst seit kurzer Zeit konsequent geahndet wird: Sie erschlich sich einen akademischen Grad.

Karten und Termine

Karten für die insgesamt sechs Aufführung von „Geldfieber“ gibt es zum Preis von 8 Euro (Kinder 4 Euro) in der Gaststätte Zur Rastatt und in der Lotto-Filiale Schmalenbach. In Wiblingwerde verkauft Lebensmittel & Getränke A. Winkhaus Eintrittskarten, in Altena die Buchhandlung Katerlöh. Weitere Aufführungen nach der Premiere am Freitag sind am 17., 20., 23., 24. und 27. Juni, jeweils ab 20 Uhr.

Die Betten und Nachtschränkchen für das Bühnen-Krankenzimmer stammen aus dem St. Vinzenz-Hospital in Altena, das überzählige Krankenbetten auslieh. Nach der letzten Aufführung kehren die Betten zurück an ihren Standort. Da der Saal in der Rastatt schon eine Woche vor der Premiere nicht mehr für andere Veranstaltungen gebraucht wurde, konnte das aufwändige Bühnenbild schon frühzeitig für die heiße Probenphase aufgebaut werden.

Über eines freut sich Michael Podworny besonders: Für Samstag, 23. Juni, hat sich Autorin Kathrin Heinrich persönlich angemeldet. „Dann haben wir die Chance, Frau Heinrich zu fragen, ob sie sich das so vorgestellt hat.“

Die Premiere von „Geldfieber“ beginnt am Freitag, 15. Juni, um 20 Uhr in der Rastatt. Einlass ist ab 19 Uhr. „Es macht auch Spaß ohne Publikum, mehr aber noch mit Publikum“, wirbt Michael Podworny um die Besucher. ▪ Thomas Krumm

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