Frauenhilfe

Starke Frauen: Zwischen Mord und Magd 

Pfarrer Wolfgang Kube regte zu spannenden Diskussionen an.
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Pfarrer Wolfgang Kube regte zu spannenden Diskussionen an.

Die Mitglieder der evangelischen Frauenhilfe Nachrodt-Obstfeld diskutiert gemeinsam mit Pfarrer Kube über starke Frauen in der Bibel.

Nachrodt-Wiblingwerde – Was bedeutet es, stark zu sein? Ganz besonders für eine Frau. Gegen den Strom zu schwimmen? Mutig zu sein? Oder vielleicht Männer zu erschlagen? Einem äußerst spannenden Thema widmeten sich die Mitglieder der evangelische Frauenhilfe Nachrodt-Obstfeld: „starke Frauen in der Bibel“. Statt nur einem Referat von Pfarrer Wolfgang Kube zu lauschen, wurde diskutiert, gegrübelt, gelacht und gestaunt.

Es gibt auch Mord und Totschlag im Alten Testament. „Da war aber nicht alles blutrünstig, es gibt vielmehr eine Entwicklung“, so Pfarrer Kube, der mit Fragen an die Zuhörerinnen auch zum Nachdenken anregte: „Was sind denn starke Männer? War David zum Beispiel ein Vorbild dafür?“ David ist in der Bibel zwar scheinbar positiv geschildert, „aber wenn man näher guckt, war er mal Söldner, mal als Mafiosi unterwegs“, so Pfarrer Kube.

Starke Frauen: Pfarrer Kube und Frauenhilfe diskutieren über „starke Frauen in der Bibel“

Und auch die Frauen in der Bibel waren nicht ohne. „Stärke darf nicht heißen, dass sich einer auf Kosten anderer durchsetzt“, so Wolfgang Kube. Bei Debora, Richterin Israels, war es aber so. Sie hatte durch kluge Kriegstaktik die starke Armee der Kanaaniter besiegt. Um deren flüchtigen Heerführer Sisera kümmerte sich Jaël, und zwar ganz speziell. Sie lud ihn in ihr Zelt ein, gab ihm Milch zu trinken und gaukelt ihm Sicherheit vor. Als er einschlief, tötete sie ihn. Miriam, Schwester von Aaron und Mose, hat nicht gemordet, sie hat sich gefreut – im ältesten Lied der Bibel: „Lasst uns dem Herrn singen, denn er hat eine herrliche Tat getan; Ross und Mann hat er ins Meer gestürzt.“

Eine selbstbewusste Frau, die ihr Schicksal selbst in die Hand genommen hat, war Rebekka, die Frau von Isaak. Wie so viele bedeutende Frauen Israels war auch sie unfruchtbar. Erst nachdem Isaak Gott um Nachwuchs gebeten hatte, wurde ihr Wunsch erfüllt. Frauenrollen vor 2000 Jahren und heute: Die Frauenhilfe schaute gekonnt hinter die Kulissen, ordnete ein, zog Vergleiche und machte sich über die Marienverehrung Gedanken. „Sie ist die Heilige, die groß erscheint, aber eigentlich ist dies so, weil sie die Rolle der stillen Magd ausübt“, so Pastor Kube.

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