Standortsicherung durch Kooperation

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In der Burg Holtzbrinck reichten die Stühle nicht aus, um allen einen Sitzplatz bieten, die sich über die geplante Sekundarschule informieren wollten. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Wenn etwas daraus wird, dann kann die erste Generation der Sekundarschüler von sich sagen, dass das Interesse an ihrem künftigen Werdegang riesig war: Selbst Stühle hinzuzustellen brachte nichts, zusammenrücken auch nicht – wer zum Schluss kam, der musste stehen.

Bei einer Informationsveranstaltung zur Sekundarschule für Nachrodt-Wiblingwerde und Altena brach am Montagabend ein gehöriger Ansturm über den Saal der Burg Holtzbrinck herein.

Die Sekundarschule soll bereits ab dem kommenden Schuljahr die Aufgaben von Haupt- und Realschule übernehmen. Bis zur Klasse 6 findet dort ein rundum gemeinsames Lernen statt. Dann setzt in der Klasse 7 und weiter ab der 8 Jahrgangsstufe eine Differenzierung ein. „Teilintegrierter Unterricht“ nennen die Schulfachleute das Konzept, das vor Ort angewendet werden soll, das Stichwort ist „Fachleistungsdifferenzierung.“ Dazu werden schrittweise Grund- und Erweiterungskurse mit unterschiedlichen Anforderungen eingeführt. In Zentrum soll hier zunächst Englisch stehen, später kommen Mathematik und Deutsch dazu. Grundsätzliche Schwerpunkte will die Schule in den Bereichen Sprachen, MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) oder Berufsvorbereitung anbieten. Ein Abitur ist im 13. Schuljahr möglich und kann am Gymnasium oder einem Berufskolleg abgelegt werden. Ein Hauptschulabschluss kann an der Schule selbst ebenso erworben werden wie die Fachoberschulreife.

Vorgestellt wurde das Schulkonzept in Kurzform durch Altenas Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein und ausführlicher durch Werner Kerski, ehemaliger Leiter einer Hagener Gesamtschule und Vorsitzender des Landesverbandes für „Schulen des gemeinsamen Lernens“. Kerski hat auch als einer von drei Beratern im örtlichen Arbeitskreis mitgewirkt, der das Schulkonzept auf die Beine gestellt hat. Als Vertreterin des Schuldezernates der Bezirksregierung war Sigrid Kuck zugegen.

Etwas Besonderes an der Schulorganisation ist sicherlich die räumliche Trennung. Die Klassen fünf und sechs sollen im Gebäude der Nachrodter Hauptschule unterrichtet werden, die übrigen in der jetzigen Richard-Schirrmann-Realschule in Altena. Es sind drei Eingangsklassen vorgesehen. Hier soll besonders auf eine kindgemäße Schule geachtet werden, sagte Kerski.

An der Sekundarschule werde auch nach gymnasialen Standards unterrichtet. Der Übergang auf die gymnasiale Oberstufe werde den Schülern leichter fallen als bisher, so Kerski weiter. Zwar stehe das Schulkonzept noch nicht in allen Einzelheiten fest, doch gehe er davon aus, dass dem Schulstoff die Kernlehrpläne einer Gesamtschule zugrunde liegen werden.

Ob die neue Schulform kommt, wird vom Elternwillen abhängen. Der wird in zwei Stufen abgefragt. Zum einen in Form einer Interessensbekundung, die jetzt ganz kurzfristig an den Grundschulen verteilt wird. Ein zweiter Schritt wird die endgültige Anmeldung sein, die im Februar erfolgen soll. Damit die Sekundarschule an den Start gehen kann, braucht sie 75 Anmeldungen. ▪ tk

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