Stadtwerke Iserlohn meistern Krise mit Kraftakt

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NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Wenn es um die sogenannte Daseinsvorsorge geht - da kommen die Nachrodt-Wiblingwerder kaum an den Stadtwerken Iserlohn (SWI) vorbei.

Dem Kommunalbetrieb aus der Nachbargemeinde gehören die Netze und natürlich die Rechte daran im Gemeindeberitt. 2009 mussten die Stadtwerke dafür tief in die Tasche greifen und investieren. Mit 7,3 Millionen Euro wird der Netzerwerb (Strom und Erdgas) beim 2009-er Jahresabschluss der Iserlohner ausgewiesen, immerhin die Hälfte der Gesamtinvestitionen.

Keine Auskunft darüber gab es zum Thema Amortisation. Es gibt gut 4000 Kunden in der Doppelgemeinde für die Stadtwerke, 1000 Kunden sind Vertriebskunden. Die meisten Nachrodt-Wiblingwerder beziehen Wasser über die Stadtwerke, welche die Finkingser Quelle betreiben, auch Strom und Gas verkaufen die Iserlohner nun in die Doppelgemeinde. Sie versuchen über mobile Büros kundenfreundlich zu sein und auch Neukunden zu gewinnen.

Insgesamt stehen die Stadtwerke noch recht gut da, trotz der Wirtschaftskrise, welche den Energielieferanten aus Iserlohn natürlich auch nicht ungeschoren ließ. So gab es bei einem Pressegespräch jetzt großes Wehklagen. Es gab massive Umsatzeinbrüche bei den Industriekunden, die Stadtwerke konnten eben weniger Strom verkaufen, teure Überschüsse musste man auf der Strombörse loswerden. Will heißen: die hochpreisigen Stromoptionen - zur Hochkonjunktur eingekauft, hatte man nun am Hals. Dennoch hat der Versorger insgesamt ein gutes Ergebnis erzielt. Es sei „ein gemeinsamer Kraftakt“ gewesen, sagte Dr. Klaus Weimer. Unterm Strich blieben für die Stadtwerke nach Steuern gut 3,6 Millionen Euro übrig bei Umsatzerlösen von fast 100 Millionen Euro.

Vor dem Hintergrund, dass eine äußerst bürokratische Regulierungsbehörde nerve, angesichts der demographischen Entwicklung, angesichts immer stärker werdender Energiesparbemühungen der Verbraucher (Niedrig-energiehäuser), aggressiven Mitbewerbern, die mit Lockangeboten und Discountpreisen auf den Markt drängen würden, entwickelt sich der Versorger daher gut. Übrigens: Die Stadt Iserlohn bekommt 5,7 Millionen Euro Konzessionsabgaben.

Auch die Bädergesellschaft Iserlohn gehört zu den SWI-Betrieben. Doch bei der jahresabschlusspräsentation wurde klar gesagt: Die Bäder bleiben Zuschussbetriebe. Fast sieben Euro pro Besucher beträgt der Fehlbetrag.

Ärger gibt es nach wie vor mit der Energie AG und den Mendener Betrieb. Man will sich nun trennen. Hintergrund ist Uneinigkeit über die Übernahme von Gutachter- und Beratungskosten, die Weimar mit 1, 5 Millionen Euro bezifferte.

Für die Zukunft setzen die Verantwortlichen der Stadtwerke verstärkt auf regenerative Energien. Wo wie viele Windkraftanlagen auf Iserlohner Stadtgebiet stehen sollen, das soll ein Gutachten enthüllen, welches Anfang Oktober präsentiert wird. Auch das Regionale soll betont werden, Kosten sollen durch verstärkte Kooperatioen eingespart werden. Preislich will man attraktiv bleiben. ▪ Peter von der Beck

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