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Stadtradeln: Nur sieben Leute/ Angst vor B236?

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Nachrodt-Wiblingwerde macht jetzt auch bei der Aktion Stadtradeln mit
Nachrodt-Wiblingwerde macht jetzt auch bei der Aktion Stadtradeln mit © Griese

Radeln macht glücklich, sagen die einen. Aber doch nicht in Nachrodt, meinen die anderen. Tatsächlich ist gerade die Doppelgemeinde für alle Fahrradfahrer eine Herausforderung, wenn sie nicht gerade in den Wäldern unterwegs sind. Ob sich deshalb bisher nur sieben Bürger zum Stadtradeln angemeldet haben?

Nachrodt-Wiblingwerde – „Das ist ein wenig kläglich“, sagt Klimaschutzmanager Michael Sniegowski schmunzelnd und möchte gern die Werbetrommel für die Aktion rühren, die vom 15. August bis zum 4. September stattfindet. Erstmals ist Nachrodt-Wiblingwerde dabei – und gehört nun zu den 2536 Kommunen im Wettbewerb, bei dem es darum geht, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Zu den bisher sieben angemeldeten Radlern gehören auch Bürgermeisterin Birgit Tupat, Kämmerin Gabriele Balzukat und natürlich auch der Klimaschutzmanager, der weiß, wie problematisch „der Ritt“ auf der B236 ist.

Angst vor den Autofahrern

„Ich fahre selbst oft an der Bundesstraße entlang, aber ich habe mich noch nie wirklich unsicher gefühlt. Die Autofahrer wollen uns Radfahrer ja nicht umfahren. Aber ich fühle mich oft ein bisschen wie Ballast, weil ich den Verkehr aufhalte“, erzählt Michael Sniegowski. Dass manche Radfahrer sehr weit in der Mitte der Fahrbahn unterwegs und deshalb schlecht zu überholen sind, erklärt er mit der Angst der Radfahrer vor den Autofahrern. „Aber wir sitzen doch alle in einem Boot. Und je mehr Leute mit dem Rad zur Arbeit fahren, umso weniger Autos sind auf der Straße. So können wir enorm viel Treibhausgase einsparen. Und es löst in einem gewissen Rahmen auch die Stauproblematik, wobei Nachrodt-Wiblingwerde bei dem Thema ein Sonderfall ist“, so der Klimaschutzmanager.

Auch Ratsmitglieder angeschrieben

Die Kampagne will Bürger für das Radfahren im Alltag sensibilisieren sowie die Themen Fahrradnutzung und Radverkehrsplanung stärker in die kommunalen Parlamente einbringen. „Wir haben auch alle Mitglieder des Rates angeschrieben“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat. Sie selbst könnte von ihrem Zuhause zum Amtshaus runter zur Becke radeln und dann unten am Steinbruch rauskommen, „aber ich würde zur Arbeit immer über die Serpentinen fahren“, erzählt die Verwaltungschefin, die sich aufs Stadtradeln freut. Im Zeitalter des E-Bikes seien auch die Höhenunterschiede in der Doppelgemeinde gut zu schaffen. Aber auch mit elektrischer Unterstützung muss man noch ordentlich in die Pedalen treten.

Gemeinsames Radeln am 21. August

Beim Stadtradeln kooperiert die Gemeinde übrigens mit Altena. Gemeinsam haben die Verantwortlichen im Rahmen der Rad-Initiative eine Tour ausgearbeitet: Für Sonntag, 21. August, sind alle Radler eingeladen, 36,7 Kilometer mit dem Klimaschutzmanager zu radeln. Doch fit muss man schon sein. Start ist um 10 Uhr an der Burg Holtzbrinck in Altena. Von dort aus geht es nach Nachrodt, über Letmathe, Hohenlimburg nach Wiblingwerde und wieder zurück nach Altena. „Das ist eine wirklich sportliche Tour“, sagt Michael Sniegowski. Er freut sich übrigens auch über Touren, die die Bürger empfehlen. „Ich bin sehr dankbar über Vorschläge, denn so gigantisch gut kenne ich mich noch nicht in der Gemeinde aus.“

Einfache Anmeldung

Mitmachen beim Stadtradeln ist recht einfach: Man kann sich online unter www.stadtradeln.de/nachrodt-wiblingwerde anmelden – oder auch bei Michael Sniegowski unter Tel. 0 23 52 / 93 83 44. Die Radler treten dann einem bereits vorhandenen Team ihrer Kommune bei oder gründen ein eigenes Team. „Teamlos“ radeln geht nicht, denn Klimaschutz und Radförderung sollen Teamarbeit sein – aber schon zwei Personen sind ein Team. Zudem gibt es auch eine Stadtradeln-App, in der die Kilometer eintragen werden können.

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