Stadion soll wieder öffentlich zugänglich sein

+
Das Wilhelm-Mestekämper-Stadion verfügt über eine empfindliche Tartanbahn und einen Kunstrasenbelag. Damit ist es auch für Sporttreibende von außerhalb attraktiv.

Nachrodt-Wiblingwerde - Die Gemeinde prüft Möglichkeiten, das Wilhelm-Mestekämper-Stadion wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die SPD hatte in der Ratssitzung am Montag beantragt, diesen Punkt auf die Tagesordnung zu setzen. Auch CDU und UWG sprachen sich dafür aus, eine Lösung für das Problem zu finden.

Bürger hatten ihrem Ärger über das außerhalb von Vereinstrainingszeiten geschlossene Stadion bereits öfter gegenüber den Lokalpolitikern Luft gemacht: „Es wurde mit Steuergeldern gebaut, aber es kann nicht von den Bürgern genutzt werden, sofern sie nicht in einem Verein organisiert sind und an den gebuchten Trainingszeiten teilnehmen können“, schilderte Susanne Jakoby die nicht zufriedenstellende Situation. Sie beantragte deshalb eine Prüfung der Möglichkeiten – CDU und UWG stimmten dem Antrag ohne Enthaltungen zu.

Denkbar, so erklärten Bürgermeisterin Birgit Tupat und Kämmerin Gabriele Balzukat, sei eine Nutzung über ein Chipkartensystem. Auch Videoüberwachung und eine Aufhebung der Sportstättennutzungsgebühr kamen spontan zur Sprache. Durch die Gebühr nimmt die Gemeinde jährlich 3500 Euro ein. Alle erdenklichen Möglichkeiten werden demnächst in eine Beratungsvorlage gepackt.

Das Stadion wieder komplett zu öffnen, hält CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Herbel allerdings für wenig sinnvoll: „Als das noch der Fall war, kamen Fußballmannschaften von Neuenrade bis Hohenlimburg, die hier eigentlich keinen Sport treiben sollten“, erklärte er und plädierte für eine „intelligente Lösung“. Bürgermeisterin Birgit Tupat erklärte, dass auf jeden Fall eine überwachte Lösung her müsse: „Wir haben da eine anfällige Tartanbahn, für die wir verantwortlich sind. Das muss im Entscheidungsprozess bedacht werden.“

Um jeden Bürger ging es auch SPD-Ratsherr Matthias Lohmann in seiner Anmerkung zur Landratsstichwahl: „In Anbetracht der Wahlbeteiligung von 26 Prozent muss nicht nur über den Sinn und Unsinn solcher Stichwahlen diskutiert werden. Der Bürger ist darüber zu informieren, worum es in einer solchen Stichwahl überhaupt geht. Am besten mit einer gesonderten Einladung“, regte er an.

Lohmann fand aus den Kreisen des Rats viel Zustimmung. Überhaupt herrschte in der kostituierenden Sitzung viel Einigkeit – trotz der scharfen Worte, die CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Herbel noch wenige Tage zuvor in Richtung UWG geschossen hatte, als es um mögliche Listenverbindungen ging: Von seiner Aussage, die UWG bestehe aus „unsicheren Kantonisten, mit denen man nicht langfristig planen kann“ distanzierten sich CDU und UWG öffentlich: Michael Schlieck (CDU) und Johannes Illerhaus (UWG) betonten, dass es sich bei dieser Aussage um Peter Herbels subjektive Einschätzung handele. Die Zusammenarbeit beider Fraktionen zum allgemeinen Wohl der Gemeinde solle durch diese Aussage nicht beschädigt werden. - Ina Hornemann

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare