Auf Spurensuche:

Wolfgang Just möchte einen Film über sein Geburtshaus drehen - und bittet um Hilfe

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Haus Altenaer Straße 90 – heute im Besitz der Einsaler Walzwerke. Hier kam Just 1945 zur Welt.

Nachrodt-Wiblingwerde - Viel weiß Wolfgang Just (74) nicht mehr über den kleinen Ort Nachrodt im Sauerland, an dem er am 22. März 1945 das Licht der Welt erblickte. Der pensionierte Diplom-Ingenieur der Fachrichtung Elektrotechnik wohnt heute in Dorsten und ist leidenschaftlicher Film- und Fotofan.

Vor Ort gehört er seit vielen Jahren einem Foto- und Videoclub an. Und da setzt jetzt ein Projekt von ihm an: „Ich möchte über meine Kinder- und Jugendzeit einen Dia- und Videofilm drehen. Der Hintergrund ist, dass mich meine Enkelin (6) immer wieder fragt: „Opa, erzähl mal, wie war das, als du Kind warst!“ 

Just, Sohn eines „gottgläubigen Wachtmeisters“ und einer evangelisch getauften Mutter, wurde im Haus Altenaer Straße 90, einem „Hort für werdende Mütter“, laut der bis heute erhaltenen Geburtsurkunde in Nachrodt geboren. Die Mutter war von den Nazis gezwungen worden, aus dem hart umkämpften Dortmund ins vermeintlich sichere Sauerland umziehen zu müssen.

Wolfgang Just bittet um Hilfe.

Der Vater verblieb im Ruhrgebiet. „Der 23. März 1945 war ein herrlicher Frühlingstag. Das hat mir Mutter erzählt. Und auch, dass nur wenige Tage später die Amerikaner in Nachrodt einrückten.“ An ein sofortiges Zurück nach Dortmund sei nicht zudenken gewesen. Die Stadt sei schwer vom Krieg gezeichnet und mit Zwangsarbeitern, Soldaten und Flüchtlingen überfüllt gewesen. 

Just wurde später berichtet, dass die Ernährung dort und auch die hygienischen Verhältnisse sehr schlecht gewesen seien. Wann er dann nach Dortmund zurückkehrte, weiß er nicht mehr genau. Und da setzt er an. „Wer hat eventuell noch Material über das Haus an der Altenaer Straße 90? Wer kann sich an meine Mutter Hilde Henriette Just erinnern? Wer hat vielleicht sogar mit mir gespielt und ist später in Nachrodt geblieben?“ Fragen über Fragen. Die Gemeinde konnte nicht viel Licht in dieses Puzzle bringen.

Der Film-Fan als kleiner Steppke - so lief er einst in Nachrodt über die Felder.

Bürgermeisterin Birgit Tupat fand zwar die Geburtsurkunde im Archiv, „aber nach unseren Unterlagen haben die Justs nicht wirklich in Nachrodt gewohnt. Wir finden nichts.“ Friedrich Petrasch, bekannter Heimatforscher am Ort: „Bedauere. Ich kenne auch nur das Haus als ehemaliges Ledigenheim. In der Nähe gab es einen Teich. Dann hört es auf.“ Wer Just helfen kann, sollte sich direkt an ihn wenden: E-mail: wolfg.just@t-online.de oder Telefon: 01525/587 2663

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