Spröde Freileitungsmasten werden erneuert

In Hagen sind bereits neue Masten aufgestellt worden. In Nachrodt-Wiblingwerde stehen diese Arbeiten noch aus.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Versorgungssicherheit in Zeiten der Energiewende – das erfordert nicht nur den Neubau von Hoch- und Höchstspannungsleitungen, sondern auch die Modernisierung der Netze. Ein Beispiel ist die 110-kV-Freileitung zwischen den Hagener Stadtteilen Garenfeld und Hohenlimburg sowie in Richtung Werdohl, die auch über das Gebiet der Doppelgemeinde verläuft. Kosten: 8,5 Millionen Euro.

40 neue Masten werden derzeit errichtet – innerhalb der bestehenden Trassenführung. Die Sanierung verbessert die Übertragungsleistung und die Stromaustauschkapazität. Hier ist es die Enervie AssetNetwork GmbH, eine Netzgesellschaft der Enervie-Gruppe, die für die Mark-E die Hochspannungsfreileitung betreibt – vom Umspannwerk (UW) Hagen-Garenfeld bis zum UW Oege in Hohenlimburg. Die rund 9,85 Kilometer lange, 1936 errichtete Leitung (Oege 1/2) wird erneuert, weil ihr Stahl altersbedingt spröde geworden war. Das gilt auch für die baugleiche, vom Umspannwerk Oege ausgehende 110-kV-Hochspannungsfreileitung in Richtung UW Werdohl-Elverlingsen. Diese Leitung (Lenne 2/3) wird auf einem etwa 1,8 Kilometer langen Abschnitt erneuert.

Auf der Trasse Oege 1/2 stehen 35 Masten. 34 werden erneuert, ein Mast ertüchtigt. Die neuen Masten sind mit (zumeist) rund 43 Metern neun Meter höher als die alten. In der Trasse Lenne 2/3 ersetzen sechs neue neun alte Masten – weitgehend an den alten Standorten.

Das gesamte Bauvorhaben wird in drei Bauabschnitten durchgeführt. Baubeginn für die Trasse Oege 1/2 war im Dezember 2011. Der erste Bauabschnitt mit seinen 24 neuen Masten ist größtenteils fertig. Die restlichen zehn Masten sollen bis Jahresende folgen. Hierfür werden die alten Leitungen und 34 Masten zuvor komplett zurückgebaut und dann ersetzt durch eine moderne 110-kV-Freileitung mit zwei Stromkreisen für 110-kV-Drehstrom. Die Sanierung der Teil-Trasse Lenne 2/3 ab dem UW Oege in Richtung UW Elverlingsen – sie verläuft von der Hagener Stadtgrenze bis etwa Deierte über Nachrodt-Wiblingwerder Gebiet – folgt dann 2013 im dritten und letzten Bauabschnitt. Kleinere Ablaufverzögerungen im ersten Bauabschnitt ändern nichts an den geplanten Fertigstellungsterminen: Ende 2012 soll Bauabschnitt zwei, Ende 2013 Bauabschnitt drei abgeschlossen sein.

„Die Versorgung des gesamten Hagener Raumes wird damit auf Jahrzehnte sicher gestellt“, sagt Werner Isermann, Dezernent bei der Bezirksregierung Arnsberg, der zuständigen Genehmigungsbehörde. Den Antrag auf Neubau der beiden Freileitungen nach Energiewirtschaftsgesetz hatte die Enervie-Gruppe im Januar 2011 gestellt. Nach dem Erörterungstermin im Mai 2011 war aufgrund mehrerer Einwendungen, unter anderem durch eine Bürgerinitiative, von der Universität Duisburg-Essen ein Gutachten zu einer möglichen Erdverkabelung erstellt worden. Diese, so das Ergebnis, sei zwar technisch möglich, aus Kostengründen jedoch nicht realisierbar.

Allerdings: Weitere Anregungen aus Einwendungen führten zu Planänderungen. So konnten beispielsweise zwei Maststandorte um bis zu 60 Meter verlegt werden, um zwei Gewerbebetriebe zu entlasten. „Insgesamt ist das Planfeststellungsverfahren sehr zufriedenstellend verlaufen. Ein intensiver Austausch mit den Bürgern hat dazu geführt, dass Anpassungen vorgenommen worden sind und im Verfahren ein hohes Maß an Einvernehmen hergestellt werden konnte“, resümiert Dezernent Werner Isermann.

Eine Umweltverträglichkeitsvorprüfung war zuvor zu dem Ergebnis gekommen, dass mögliche Auswirkungen des Vorhabens auf die Umwelt nicht erheblich sind. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung war daher nicht erforderlich. In Umweltgutachten wurden aber Anregungen von Behörden berücksichtigt. Und die elektromagnetische Verträglichkeit in der Umgebung der Freileitungen wurde auf Basis der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung untersucht. Insgesamt elf Gutachten kamen zu dem Resultat, dass vorgeschriebene Grenzwerte uneingeschränkt eingehalten werden. Eine Beeinträchtigung oder Gefährdung für Menschen sei nach heutigem Wissensstand auszuschließen.

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