Sprachkenntnisse sind nur ein Baustein

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Etwa 40 Eltern kamen am Montagabend in die Grundschule Nachrodt, wo sie Informationen über die in zwei Jahren anstehende Einschulung ihrer Kinder erhielten. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden sich am Montagabend in der Grundschule in Nachrodt ein, um von deren Schulleiter, Johannes Illerhaus, Informationen zur Feststellung der Schulfähigkeit Vierjähriger zu erhalten. Bei den Besuchern der Veranstaltung handelte es sich ausnahmslos um Eltern von Kindern, die derzeit noch die Kindergärten beziehungsweise Tagesstätten in Nachrodt und Wiblingwerde besuchen und 2013 eingeschult werden sollen.

Um den Schuleinstieg zu erleichtern, so Illerhaus, sollten die Kinder sprachlich in etwa das gleiche Niveau erreichen. Hierzu sei bereits im Jahr 2007 die Sprachstandserhebung eingeführt worden. Danach werden die Kinder in ihrem vierten Lebensjahr entsprechenden Tests unterzogen, die mögliche sprachliche Defizite erkennen lassen. Durchgeführt werden diese von speziell geschulten Erzieherinnen der einzelnen Einrichtungen. Erkennbar sei, dass Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund häufiger gefördert werden müssten. Dies liege in der Regel daran, dass in den Familien selten Deutsch gesprochen werde und die Kinder sich dieser Sprache nur im Kindergarten bedienen würden.

Doch die Schulfähigkeit ergebe sich nicht nur aus der Beherrschung der deutschen Sprache. Auch die allgemeine Auffassungsgabe sei eine Grundvoraussetzung zur Einschulung. Hier werde insbesondere auch auf die Gesundheit des Kindes, dessen Motorik und des Wahrnehmungsbereiches geachtet. Auch soziale Kompetenzen wie das Spielen mit anderen Kindern und das Akzeptieren von Regeln seien, so Illerhaus, weitere Beurteilungskriterien.

Die Förderung eines Kindes sei jedoch nicht ausschließlich Sache der Kindergärten und Schulen. Auch die Eltern stünden in der Pflicht. Sie sollten ihrem Kind zeigen, dass sie Vertrauen in dessen Leistung haben. Hier sei dann unter Umständen unterstützend einzugreifen. Dazu seien jedoch auch einige wenige, aber dennoch wichtige Voraussetzungen zu schaffen. So sollten in dem Schlafraum beziehungsweise dem Zimmer des Kindes kein Fernseher oder PC stehen. Kindern solle auch nach Möglichkeit eine anregungsreiche Umgebung geboten werden. Denn die Förderung des eigenen Kindes setze bereits im Elternhause an. Und dort solle ein Kind nicht nur gefördert sondern auch gefordert werden. Denn nur, wenn ein Kind die Einschulungsvoraussetzungen erfülle, habe es auch die Chance, den Schulalltag erfolgreich zu absolvieren. ▪ hb

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