„Wir rackern uns hier ab“

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Die Mitglieder des Rates - hier die SPD-Fraktion - sind sich nicht einig.

Nachrodt-Wiblingwerde - Was interessiert mich mein Gerede von gestern? So könnte man es etwas provokant formulieren. Denn nachdem sich die Mitglieder des Planungs- und Bauausschuss sehr einmütig für einen Neubau statt einer Sanierung der Sportlerumkleiden an der Turnhalle Holensiepen ausgesprochen hatten, wurden während der Sitzung des Rates ganz andere Stimmen laut.

Nicht die Befürworter eines Neubaus, sondern die Kritiker meldeten sich zu Wort. „Ich werde einem Neubau nicht zustimmen“, meinte SPD-Ratsherr Aykut Aggül. „Wir wollen auf der einen Seite einen Neubau errichten und auf der anderen Seite müssen wir die Räume, die etwas ertüchtigt werden sollen, auch heizen. Ich verstehe den Sinn nicht.“ Zudem gebe es ohnehin Probleme mit den Parkplätzen am Holensiepen, beim Hallentrödel, beim Weihnachtsmarkt, bei den Fußballspielen.

 Und: Aykut Aggül als auch Petra Triches, Fraktionssprecherin der UWG, die im Bauausschuss erklärt hatte („Wenn wir so viel Geld investieren und in zehn/15 Jahren kommt das nächste Drama, werden wir für verrückt erklärt“), machten jetzt auf den Förderantrag aufmerksam, den die Gemeinde für das Gartenhallenbad gestellt hat. „2,1 Millionen Euro, um die Objekte zu ertüchtigen. Da frag ich mich, ob die Bezirksregierung Arnsberg überhaupt dem Antrag zustimmt, wenn sie hört, dass die Gebäude nur noch zehn bis 15 Jahre Lebenszeit haben“, so Aykut Aggül. „Das Fundament ist nicht in Ordnung. Die Stützwände sind nicht in Ordnung. Was passiert mit der Turnhalle. Kann sie weiter benutzt werden oder stürzt sie ein“, fragte Petra Triches. „Wir gehen derzeit davon aus, dass die Lebendauer etwa zehn bis 15 Jahre beträgt. Es können auch 20 sein“, meinte Bauamtsleiter Dirk Röding. 

Michael Schlieck, der als stellvertretender Bürgermeister die Sitzung des Rates leitete und über die Tagesordnung „flog“, brachte die Kuh zunächst einmal vom Eis: „Wir entscheiden heute nicht. „Die Verwaltung wird beauftragt, die Möglichkeit eines Neubaus zu prüfen und eine Gesamtkostenschätzung zu erarbeiten. Das kann die Verwaltung machen. Dann haben wir Zahlen auf dem Tisch und können entscheiden“, so Michael Schlieck. Dies wurde einstimmig so beschlossen. 

Sabine Karisch entsetzt

Es war Sabine Karisch, die sich bei „Anfragen der Anwohner“ genau zu diesem Thema zu Wort meldete. „Wenn wir uns da abrackern, die Kommune und wir, um einen Förderantrag auf die Beine zu stellen, und man liest in der Zeitung von einer Restdauer vom Gartenhallenbad und Turnhalle von 15 Jahren, dann kommt mir alles hoch. Ich weiß, dass es geschätzte Zahlen sind, dass nur einzelne Proben genommen wurden. Da kann man nicht sagen, dass es wirklich so ist“, erklärte die Vorsitzende des Trägervereins Gartenhallenbad. 

Auch Michael Schlieck ist sich sicher, dass die Gebäude länger als 15 Jahre halten. „Gerade das Hallenbad kommt bei der Bevölkerung richtig gut an. Und das Konzept, das Sie fahren, wird positiv bewertet.“

 Ganz neu im Gedankenspiel ist die Idee von Sabine Karisch, den Anbau komplett abzureißen und dort wieder neu zu bauen. Jetzt gibt es also verschiedene Möglichkeiten: den Abriss des Anbaus, um dort neu zu bauen; einen kompletten Neubau auf dem Parkplatz für etwa 290000 Euro; oder die Sanierung der Umkleideräume. Für die Sanierung gibt es einen Vorschlag: Abbruch und Wiederherstellung der Außenwand. Freischachtung bis zum tragfähigen Boden in etwa vier Meter Tiefe (104000 Euro) Für die Instandsetzung der Räume müssen die Bodenplatte erneuert und abgedichtet, Innenputz, Fliesenarbeiten, Trockenbau, Malerarbeiten, Sanitär- und Elektroarbeiten ausgeführt werden. Zudem müssen Türen und Fenster erneuert werden. Die Kosten belaufen sich auf 210000 Euro. Insgesamt ergibt sich damit ein Finanzierungsbedarf von 314000 Euro. Damit ist aber nur der Gebäudeteil der Umkleiden saniert.

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