Spinnennetz ist nur im Team zu überwinden

Nach Einbruch der Dunkelheit zogen die Jugendlichen bei einer Lichtnacht-Wanderung vom Gemeindehaus über den Marktplatz zur Kirche. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ „Wer hier hergekommen ist, der wollte auch mitmachen“, sagte Pfarrer Wolfgang Kube. Denn die Holy Days, eine Veranstaltung für Jugendliche, die den verschiedenen evangelischen Gemeinden im Kirchenkreis Iserlohn angehören, fand in diesem Jahr erstmalig in der Gemeinde Nachrodt-Obstfeld statt.

Initiator war Pfarrer Kube, der sich schon vor geraumer Zeit mit dem Veranstalter, dem Jugendreferat des Kirchenkreises, in Verbindung gesetzt und Nachrodt als Veranstaltungsort vorgeschlagen hatte. Uwe Schulte und Timon Tesche, beide Jugendreferenten, hatten darauf das Gemeindehaus besucht, um die Örtlichkeiten kennen zu lernen. Denn Voraussetzung für das Projekt ist genügend Platz.

Hintergrund ist, dass im Laufe der Veranstaltung mehrere so genannten Workshops gebildet wurden. Die Jugendlichen konnten sich nun vor Ort spontan entscheiden, an welcher dieser Arbeitsgruppen sie teilnehmen wollten. In diesem Jahr wurden ihnen Sport, Musik, Schwarzlichttheater, Erlebnispädagogik und kreatives Gestalten angeboten. Alle diese Arbeitsgruppen waren sehr gut besucht. Das gilt im übrigen für die gesamte Veranstaltung, denn nach Angaben von Schulte und Tesche nahmen rund 50 Jugendliche teil. Das sei, so die Jugendreferenten, schon eine große Zahl, die das Maß gleich gelagerter Veranstaltungen übertreffe. Das Angebot richtete sich an Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren. Den größten Anteil bildeten jedoch die 14- bis 15-Jährigen.

Hier gibt es weitere Fotos von den Holy Days:

Holy Days in Nachrodt

Die Jugendlichen und ihre ehrenamtlichen Betreuer begannen die Holy Days am Samstagmorgen mit einem Gottesdienst in der evangelischen Kirche in Nachrodt. „Die nächsten 24 Stunden“, so erklärte Schulte, „werden wir gemeinsam verbringen.“ Denn ein Gottesdienst sei zeitlich beschränkt und biete nur wenige Möglichkeiten, hiernach weiter Kontakt zu halten. Doch eben dies solle den Jugendlichen innerhalb eines Aktionszeitraumes von einem Tag ermöglicht werden. Außerdem lege man Wert darauf, dass sich die Jugendlichen, die nicht nur aus Nachrodt und Wiblingwerde, sondern auch aus der näheren und weiteren Umgebung gekommen waren, erst einmal kennen lernten. „Die Teilnehmer sollen lernen, im Team zu arbeiten“, erklärte Kube. Und diese Teamarbeit war auch in allen Arbeitsgruppen gefragt. Anna Roth, die sich mit dem Schwarzlichttheater befasste, erklärte: „Wir haben hier die Möglichkeit, Musik in Bewegung umzusetzen. Jeder, der hier mitmacht, trägt auch eigene Ideen bei.“ Schon fast akrobatisch ging es in der Arbeitsgruppe „Erlebnispädagogik“ zu. Der Haupteingang zum Gemeindehaus an der Schillerstraße war durch eine Art Spinnennetz versperrt – allerdings bestehend aus starken Seilen. Die Jugendlichen mussten nun gemeinsam nach Lösungen suchen, wie sie das Netz überwinden konnten, ohne die Seile zu berühren. Rouven Kirsch, Leiter der Gruppe, erklärte: „Die Übung dient dazu, die Gruppendynamik zu fördern“. Denn die Aufgabe, das Netz zu überwinden, sei nur im Team zu bewältigen. Und da müsse sich jeder auf jeden verlassen können.

Nach den Workshops und einem gemeinsamen Abendessen machten sich die Jugendlichen in der Dunkelheit mit Fackeln und Kerzen auf den Weg. Ziel dieser Lichtnacht-Wanderung über den Marktplatz war die Kirche, wo anschließend eine Worship-Nacht stattfand. Nach einer Stunde ging es zurück ins Gemeindehaus, wo die Jugendlichen die Nacht verbrachten. Mit einem von den jungen Leuten gestalteten Gottesdienst, an dem allerdings auch viele Erwachsene teilnahmen, gingen die Holy Days am Sonntag zu Ende. ▪ hb

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