Spiele ohne Gewinner und Verlierer beim Ferienspaß

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In die Enge getrieben: Beim Kettenfangen entschied neben Schnelligkeit vor allem Teamwork über den Erfolg. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Auf sportliche Leistung kam es überhaupt nicht an beim Spielenachmittag im Rahmen des Ferienspaßes am Mittwoch in der Lennehalle. Deshalb hatte das Betreuerteam auch ganz besondere Spiele für die 46 Kinder ausgewählt.

„Wir spielen so genannte New Games“, sagte Jugendzentrumsleiterin Renate Richwien und erläuterte, was sich hinter diesem Begriff verbirgt. „Dabei können Kinder und Erwachsene aller Altersgruppen zusammen spielen, ohne dass einer zu kurz kommt. Der Wettkampfgedanke rückt völlig in den Hintergrund.“ New Games wurden in den 60er Jahren in den USA im Zusammenhang mit der Bewegung gegen den Vietnam-Krieg erfunden. Ziel dieser Spiele ist es, die Gruppendynamik zu fördern. So gibt es bei diesen Spielen auch weder Gewinner noch Verlierer. Die Ferienspaß-Organisatoren hatten sich für diese Art von Spielen entschieden, weil die sechs- bis zehnjährigen Teilnehmer der Ferienaktionen ganz unterschiedliche körperliche Voraussetzungen mitbringen, aber dennoch miteinander spielen sollten.

Zum Aufwärmen standen am Mittwochmorgen zunächst „Atomspiele“ auf dem Programm: Die Mädchen und Jungen bauten sich zu Pyramiden auf oder verknoteten ihre Körper, hielten sich dabei aber an den Händen.

Dann konnte es losgehen, und es zeigte sich, dass es die New Games durchaus in sich haben – nicht nur im Hinblick auf physische Anforderungen. So dauerte es beispielsweise eine Weile, bis die Kinder eingesehen hatten, dass bei der „Hasenjagd“ eine Kombination aus Schnelligkeit und Strategie den größten Erfolg verspricht. Nur durch das Einsetzen eines Jagdpartners im richtigen Augenblick konnte der flüchtende „Hase“ zur Strecke gebracht werden.

Ähnlich anspruchsvoll war auch das Kettenfangen, bei dem anfangs nur eine einzelne Fängerin der großen Gruppe gegenüberstand. Mit jedem gefangenen Kontrahenten vergrößerte sich jedoch die Gruppe der Fänger, die aber – und hier kam es ganz besonders auf Teamwork an – eine geschlossene Kette bilden mussten. Zum Ausklang gab es am Mittwoch dann noch Ballspiele.

Tags zuvor hatten die Ferienspaß-Kinder die Karl-May-Festspiele in Elspe besucht und dabei „echte Indianer“ getroffen. Abgesehen vom regnerischen Wetter, sei der Ausflug ein tolles Erlebnis für die Kinder gewesen, bilanzierte Renate Richwien, die bei den Ferienspaß-Aktionen von den Helfern Dorothea und Joachim Struwe, Anja Reckenberg und Aykut Aggül unterstützt wird. Am Donnerstag, 28. Juli, geht es zum Ketteler-Hof in Haltern, wo die Kinder ein riesiger Abenteuerspielplatz erwartet. Mit einer Wanderung über den Waldlehrpfad am Lohagen in Wiblingwerde und einem Grillen auf dem Hof Tacke in Hallenscheid geht die Aktionswoche am Freitag bereits zu Ende. ▪ vg

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