Spezialisten bekämpfen Unkraut in Wohngebiet

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Enorm überwuchert sind die gepflasterten Wege, aus den Ritzen quillt das Unkraut: In der Siedlung Niggenhuser Hof ist ungewöhnlich viel „Wildkraut“ zu finden. Dass es hier besonders schlimm ist, das kann sich so recht niemand erklären. Schließlich ist das Pflaster erst gut zwei Jahre alt.

Dirk Röding, stellvertretender Fachbereichsleiter, berichtete von der exponierten Lage der Siedlung und der Vermutung, dass der häufig wehende Wind möglicherweise viele Wildkrautsamen heran befördert.

Um dem unkontrollierten Wildwuchs jedenfalls Herr zu werden, hat die Verwaltung einen Spezialisten geordert, der gestern mit seinem Sonderfahrzeug die Siedlung abfuhr und das Unkraut mit kochendem Wasser traktierte. Normalerweise behandele er Flächen in Industriegebieten oder auch in Schwimmbädern, sagte Andrej Crobak, der Maschinenführer der Firma TKL. Mitarbeiter des Baubetriebshofes, hatten zuvor das Areal am Niggenhuser Hof vorbereitet.

Und so funktioniert es: Das Unkraut wird mit Hilfe von kochendem Wasser vernichtet. Durch die Hitze stirbt der obere Teil der Pflanze und der Wurzelhals ab. 1000 Liter Wasser werden in drei Tanks im Heck des Fahrzeugs sogar über 100 Grad erhitzt, dann über ein Leitungssystem mit Hochdruck nach vorne in eine Apparatur gepumpt. Über Düsen wird das kochende Wasser dann auf das Unkraut gespritzt, welches dann verkocht. Um Wasser zu sparen und möglichst schonend vorgehen zu können, gibt es unter der Düsenhalterung Sensoren, die erkennen können wo Unkraut wächst. Der Fahrer kann das Gewächs dann punktgenau besprühen. Unzugängliche Stellen werden dann mit der sogenannten Lanze besprüht - diesen Job hatte gestern Bauhofgärtner René Hülle. Übrigens: Die Methode mit dem kochendem Wasser soll zu den umweltschonendsten bei der Un krautbekämpfung zählen.

Röding und Co wollen beobachten, ob es funktioniert hat, dann soll die Behandlung in einigen Wochen gegebenenfalls wiederholt werden. ▪ vdB

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