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Sperrung der Lennehalle: Lösungen in Sicht

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Die Lennehalle wird für den Sport gesperrt. Welche Lösungen es gibt, diskutierten Bürgermeisterin Birgit Tupat und Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz nun mit Vereinsvertretern.
Die Lennehalle wird für den Sport gesperrt. Welche Lösungen es gibt, diskutierten Bürgermeisterin Birgit Tupat und Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz nun mit Vereinsvertretern. © Fischer-Bolz, Susanne

„Die Sperrung der Lennehalle ist nicht das ganz große Drama. Wir werden zusammenrücken und Lösungen finden“, sagt Heinz Even, Vorsitzender des TuS Nachrodt. Eben diese Lösungen wurden während einer Gesprächsrunde auch schon zum Teil gefunden. Und es gibt einen roten Teppich.

Nachrodt-Wiblingwerde – Am schlimmsten trifft es die Badminton-Spieler, aber auch Kindertennis, Kinderleichtathletik und der Sport der jungen Jedermänner steht auf der Kippe. Wenn die Lennehalle gesperrt wird, dann stehen die Vereine auf dem Schlauch. Es sei denn, es gibt gute Lösungen. Und die gibt es offensichtlich – auch, weil aus Wiblingwerde der rote Teppich ausgerollt wird. „Es ist keine schöne Situation, aber wir kriegen das zusammen gut gestemmt“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat, die mit dem Verlauf der Gesprächsrunde in der Lennehalle mit Vertretern der Sportvereine und der Schulen sehr zufrieden ist.

Halle wird für die Feuerwehr benötigt

Die Lennehalle wird für die Unterbringung der Feuerwehr dringend benötigt, weil das Feuerwehrgerätehaus nebenan neu gebaut wird. In der ersten Osterferienwoche geht es los. Während der Blutspendedienst bereits umgezogen ist und ab sofort die Blutspendetermine in der Grundschule an der Ehrenmalstraße anbietet und der Hallentrödel coronabedingt ein „abgesagtes Dasein“ fristet, müssen jetzt in erster Linie noch Ausweichmöglichkeiten für die Sportler gefunden werden.

Eine Gruppe nach Wiblingwerde

„Wir schauen, ob eine Gruppe in Wiblingwerde Sport treiben kann“, sagt Heinz Even, Vorsitzender des TuS, mit Blick auf die Jedermänner. Zudem hofft er, dass die Badminton-Spieler in Altena trainieren können – in der Sauerlandhalle oder in der Sporthalle des Burggymnasiums. Denn die Turnhalle am Holensiepen ist zu klein, „dort könnten dann höchstens zwei Doppel gespielt werden“. Die Gemeindeverwaltung stellt jetzt eine Anfrage in der Nachbarstadt. Auch kann sich Heinz Even gut vorstellen, beim TuS einige Gruppen zusammenzulegen. „Wir gucken, ob wir aus zwei Terminen einen machen können, und dann zweimal zehn Leute zusammen trainieren.“

Stimmen die Hallenzeiten?

Die Turnhalle ist ziemlich ausgebucht. Jetzt gilt es, die Hallenzeiten auf den neuesten Stand zu bringen. Existieren noch alle Gruppen, die auf den Plänen stehen? Sind welche weggefallen, neue dazugekommen? Die Volleyballgruppe gibt es zum Beispiel nicht mehr. „Die Sperrung der Lennehalle ist nicht das ganz große Drama. Wir werden zusammenrücken und Lösungen finden. Da ist Corona schlimmer“, findet Heinz Even und ist erleichtert, dass nach der neuen Coronaschutzverordnung Geboosterte ohne Tests an den Sportangeboten teilnehmen können. Die Verunsicherung war in den letzten Tagen groß.

„Dann kommt doch hoch“

Übrigens: Angebote für die Nachrodter gibt es auch aus Wiblingwerde, denn in der Turnhalle im oberen Gemeindebezirk sind noch Trainingszeiten frei. Jens Grote, Vorsitzender des TV Wiblingwerde, sieht die Zeit für mehr Zusammenarbeit ohnehin gekommen. „Das war auch mein Anliegen, warum ich an der Sitzung teilgenommen habe. Wir beim TV Wiblingwerde machen doch nichts großartig anders, dann kommt doch hoch.“ Oftmals würde es bei dem einen oder anderen an der Flexibilität scheitern. Wer immer montags trainiere, wolle nicht auf dienstags ausweichen.

Jens Grote wünscht sich mehr Zusammenarbeit

Grundsätzlich findet es Jens Grote wünschenswert, wenn die Vereine mehr miteinander anbieten würden – nicht nur der TuS mit dem TV, auch mit der Sportvereinigung. „Wenn Corona erträglich oder überstanden ist, sollte man sich grundsätzlich Gedanken machen, wer was anbietet. Wir sind uns doch alle grün.“ Händeringend suche man zum Beispiel Übungsleiter für die Kinder, die Fußball spielen wollen.

Apropos Übungsleiter: Wenn heute Übungsleiter so wenig verdienen, könne man sie langfristig nicht begeistert. „Wenn wir aber 15 Euro die Stunde zahlen und uns das teilen, dann wäre allen geholfen.“ Dann wäre auch die Halle gut besucht. Statt unten acht Sportler und oben acht Sportler, könnten 16 Leute gemeinsam trainieren. Auch Anschaffungen für den Sport könne man sich teilen. Die Sperrung der Lennehalle könnte also auch ein Aufbruch sein.

Schießclub darf bleiben

Unterdessen bleibt für den Schießclub Nachrodt erst einmal alles beim Alten. „Wir können unsere Anlage weiter nutzen“, sagt Stefan Herbel, Vorsitzender des Schießclubs. Nur hinter der Halle darf nicht geparkt werden, weil der Platz von der Feuerwehr genutzt wird. Bleibt die Toilettenfrage. „Ich habe viele, die über 70 sind, etliche sogar über 80. Die kann man nicht rüber in die Sekundarschule schicken“, gab Stefan Herbel zu bedenken. Bürgermeisterin Birgit Tupat und Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz versprachen die Aufstellung von Toilettencontainern, die dann auch von der Feuerwehr genutzt werden.

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