Beharrlich, entschlossen: 100 Jahre SPD

Blumen und Urkunden gab es für langjährige SPD-Mitglieder im katholischen Vereinshaus.

Nachrodt-Wiblingwerde – Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität: Das waren die Worte des Tages, die Worte der Sozialdemokraten, die als Teil einer „alten, großartigen und unverzichtbaren Bewegung“ am Samstag (11. Mai) ein ganz besonderes Jubiläum in Nachrodt feierten und viele Glückwünsche von SPD-Politikern von Bund und Land und von Vertretern von Vereinen und Verbänden, aber auch von CDU und UWG der Gemeinde entgegennahmen.

Zum 100. „Geburtstag“ versprach Ronny Sachse als Ortsvereinsvorsitzender: „Wir werden hier weiterhin begeistert, beharrlich und entschlossen sozialdemokratische Politik machen.“

Familienfest für die Tapferen

 „Schuppiges“ Wetter statt Sonnenschein – kalte Füße inklusive. Es war schon schade, dass das SPD-Familienfest am Nachmittag und Abend augenscheinlich nur etwas für ganz Tapfere war. Aber es regnete nicht. Und so kämpften Gerd Schröder, Christian Pohlmann, Horst Humme und Sabine Karisch mit dem Aufbau der Hüpfburg – ein Schmankerl am Rande. Leider verpassten viele den Auftritt der Band „Dan Moses“. Genialer Sound unter der Buche, Partyfeeling an der Lenne mit wenig Publikum. Eigentlich unerklärlich.

Guter Sound unterm Baum: Die Band Dan Moses rockte für die Gäste an der Lenne.

Feierlich war es am Morgen im katholischen Vereinshaus. Carina Gödecke, erste Vizepräsidentin des Landtags, sprach über die Demokratie, die „so selbstverständlich ist, dass sie viele gleichgültig betrachten und nicht wissen, wie kostbar sie ist.“ Das Jubiläum sei auch Anlass, die großen Herausforderungen klar zu formulieren, die wichtigen Themen wie Bildung, Klima, Digitalisierung, Wohnen, Mobilität und Arbeit anzugehen.

Ronny Sachse und Aykut Aggül freuten sich über die gelungene Jubiläumsfeier.

Carina Gödecke, aber auch Gordan Dudas, MdL und Unterbezirksvorsitzender, und die Europaabgeordnete Birgit Sippel schauten immer wieder auf die bevorstehende Europawahl, „in der es um viel mehr geht, als darum, welche Partei den Parlamentspräsidenten stellt. Es geht um den Zusammenhalt Europas, um Frieden und Freiheit“, meinte Carina Gödecke. Das größte Übel, so Gordan Dudas, sei der aufkeimende Nationalismus. Und auch der Brexit sei eine Folge dessen. Dabei habe man mit Europa einen Schatz, der für die Großeltern noch undenkbar gewesen sei: „Aus erbitterter Feindschaft wurde zunächst Partnerschaft, dann Freundschaft.“ Gordan Dudas schenkte übrigens ein Zwei-Cent-Stück im roten Schwein: einen Cent für die vergangenen, einen Cent für die nächsten 100 Jahre.

In Vielfalt vereint – „Es ist nicht das Ziel, alles gleich zu machen“, erklärte Birgit Sippel für Europa und hätte am liebsten eine 75-prozentige Wahlbeteiligung am 26. Mai. „Politik muss organisieren, dass Menschen eine Chance auf ein gutes Leben, gute Arbeit und gutes Wohnen haben.“ Europa könne man als eine Art interkommunale Zusammenarbeit betrachten, bei der nicht alles den Interessen des Marktes unterworfen werden dürfte.

„Sie haben kommunale Geschichte geschrieben“

 Von Europa zurück nach Nachrodt, denn „unser Leben findet nicht unter der Käseglocke in Berlin oder Brüssel statt“, wie Gordan Dudas herausstellte. Die Bürger würden sich zunächst an ihre Kommunalpolitiker wenden, wenn „man sich über Schultoiletten oder Schlaglöcher aufregt.“ Dass Politik nicht immer Spaß macht, sondern kompliziert, manchmal auch langwierig und mühsam ist, stellte Bürgermeisterin Birgit Tupat in ihrem Grußwort heraus. „Aber es gab auch diese besonderen Momente, in denen Sie kommunale Geschichte geschrieben haben. Vielen ist die Ära Mestekämper noch gut in Erinnerung, aber auch in schwierigen Zeiten 2015, als viele Geflüchtete in unsere Gemeinde kamen, haben Sie gehandelt. Sie waren es, die damals einen Helferkreis ins Leben riefen“, so Birgit Tupat. Die sozialdemokratische Idee sei fest in Nachrodt-Wiblingwerde verankert. „Denken Sie weiter kritisch, ohne zu blockieren.“

Das will die SPD der Gemeinde auf jeden Fall: „Wir möchten trotz schwieriger finanzieller Lage unsere Infrastruktur bestmöglich erhalten“, versprach Ronny Sachse. „Wir alle versuchen, in unserer Freizeit das Bestmögliche für unsere schöne Gemeinde herauszuholen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare